Seismische Aktivität am Taal-Vulkan deutlich erhöht – 120 vulkanische Erdbeben registriert
Die Unruhe am philippinischen Taal-Vulkan hat sich in den letzten Tagen deutlich verstärkt. Wie PHILVOLCS gestern meldete, wurden am 5. Juli 2026 insgesamt 120 vulkanische Erdbeben registriert. Darunter befanden sich 113 Episoden vulkanischen Tremors, die jeweils zwischen einer und drei Minuten andauerten. Gestern reduzierte sich die Anzahl seismischer Ereignisse zwar auf 27, darunter 23 Tremore, lag damit aber immer noch deutlich über dem Durchschnitt. Trotz des Anstiegs der seismischen Aktivität und der erhöhten Explosionsgefahr bleibt die Alarmstufe bei 1.

Die jüngsten Messwerte markieren einen deutlichen Anstieg gegenüber den Vortagen. Am Sonntag wurden 75 Tremorphasen registriert, am Samstag 61 vulkanische Erdbeben und 60 Tremorereignisse. Noch Anfang Juli hatte der Vulkan lediglich vereinzelte Erdbeben gezeigt, während im gesamten Juni an mehreren Tagen überhaupt keine seismische Aktivität festgestellt worden war.
Neben der erhöhten Erdbebentätigkeit wurden am 2. Juli Schwefeldioxidemissionen von durchschnittlich 829 Tonnen pro Tag gemessen. Gestern stieg eine bis zu 1200 Meter hohe Dampffahne aus dem Kratersee von Volcano Island auf und driftete anschließend nach Südwesten. Gleichzeitig wurde weiterhin eine kurzfristige Inflation der Vulkaninsel festgestellt, was auf Druckaufbau im Untergrund hindeutet. Interessant ist, dass inzwischen nicht nur der südöstliche Flankenbereich von der Bodenhebung betroffen zu sein scheint, sondern die gesamte Insel. Darüber hinaus fehlt seit einigen Wochen in den PHILVOLCS-Updates der Vermerk, dass es im übrigen Bereich der Caldera Deflation gibt. Das erhöht die mittelfristige Wahrscheinlichkeit einer stärkeren Eruption, die über die mittlerweile als üblich angesehene phreatische Eruption hinausgeht. Diese sind nicht mehr als Anzeichen eines Abkühlungsprozesses zu sehen, sondern deuten eher auf eine erneute Aufwärmungsphase hin.
Die Vulkanologen von PHILVOLCS weisen darauf hin, dass Alarmstufe 1 keineswegs Entwarnung bedeutet. Auch bei diesem Warnniveau können plötzlich phreatische Explosionen, vulkanische Erdbeben, leichter Ascheregen sowie gefährliche Ansammlungen vulkanischer Gase auftreten. Aus Sicherheitsgründen bleiben das Betreten der gesamten Vulkaninsel einschließlich des Hauptkraters und der Daang-Kastila-Spalte, Bootsfahrten auf dem Taal-See sowie Flüge in unmittelbarer Nähe des Vulkans weiterhin verboten.