Schlammvulkan Wandan in Pingtung bricht erneut aus – bereits zweiter Ausbruch 2026
In Taiwans südlicher Gemeinde Wandan ist am Montagmorgen in diesem Jahr der gleichnamige Schlammvulkan ausgebrochen. In unmittelbarer Nähe des Huang-Yuan-Tempels im Dorf Wannei schoss am Montag gegen 8 Uhr Ortszeit zähflüssiger Schlamm aus mehreren Spalten bis zu über einen Meter in die Höhe. Methangasflammen züngelten mehrere Meter hoch auf. Es handelt sich bereits um den zweiten dokumentierten Ausbruch des Schlammvulkans im Jahr 2026.

Nach Angaben lokaler Behörden traten die Eruptionen aus zwei etwa 50 Meter voneinander entfernten Öffnungen aus. Der austretende Schlamm bedeckte angrenzende landwirtschaftliche Flächen, offenbar ohne größere Schäden an Ernten zu verursachen, da die Felder derzeit brachliegen. Einsatzkräfte setzten einen Bagger ein, um den Schlammstrom umzuleiten und eine Ausbreitung in Richtung Bewässerungssysteme und weitere Ackerflächen zu verhindern.
Bereits am 5. Februar 2026 hatte der Schlammvulkan erstmals in diesem Jahr eine Eruption gezeigt. Auch damals brachen Schlamm und Gas an mehreren Stellen hervor. Der aktuelle Ausbruch bestätigt die hohe Aktivität des besonderen geologischen Systems in Wandan, das seit Jahrzehnten zu den regelmäßigsten Schlammvulkan-Erscheinungen Taiwans zählt.
Schlammvulkane unterscheiden sich grundlegend von magmatischen Vulkanen. Sie stehen nicht im Zusammenhang mit aufsteigendem Magma, sondern entstehen durch Druckprozesse in tiefen Sedimentschichten, die mit Methangas im Zusammenhang stehen. In der Region Pingtung treffen die Philippinische Platte und die Eurasische Platte aufeinander, wodurch die Erdkruste stark gestaucht und zerbrochen wurde. Diese Prozesse bedingten die Entstehung von tektonischen Fallen und Sedimentbecken, in denen sich wasserreiche Ton- und Schluffschichten bildeten, die Methangas speichern, das aus organischem Material entsteht.
Steigt der Porendruck in diesen Schichten stark an, wird ein Gemisch aus Wasser, Ton und Gas durch Risse im Gestein an die Oberfläche gepresst. Das Ergebnis sind eruptive Schlammfontänen, die oft nur wenige Stunden andauern, aber beeindruckende Höhen erreichen können. Das austretende Methan ist zudem brennbar und wird in Wandan meistens kontrolliert abgefackelt, um eine unkontrollierte Gasansammlung zu verhindern.
Die Aktivität in Wannei gilt als besonders regelmäßig. Nach lokalen Aufzeichnungen kommt es dort seit Jahrzehnten mindestens einmal jährlich zu Ausbrüchen, häufig sogar mehrmals pro Jahr. Geologen führen dies auf ein dauerhaft aktives Drucksystem im Untergrund zurück, das sich immer wieder neu auflädt und entlang bestehender Störungszonen entlädt.