Tokachidake in Japan emittiert erneut Aschewolke und löst VONA-Meldung aus
Der japanische Vulkan Tokachidake liegt auf der nördlichen Insel Hokkaidō und ist heute erneut ausgebrochen. Nach Angaben der JMA begann die Eruption am 6. August 2026 um 14:17 Uhr Ortszeit (05:17 UTC). Der Ausbruch ereignete sich am aktiven Krater 62-2, der bereits seit mehreren Jahren immer wieder aktiv wird. Die Asche- und Gaswolke stieg 300 Meter über den Krater auf und erreichte damit eine Höhe von etwa 2.400 Metern über dem Meeresspiegel. Da die Eruptionssäule nahezu senkrecht aufstieg, wurde sie zunächst kaum vom Wind verdriftet.

Das Tokyo Volcanic Ash Advisory Centre (VAAC) veröffentlichte kurz nach der Eruption eine Warnung für den Luftverkehr, obwohl bei der geringen Aufstiegshöhe der Aschewolke kaum mit einer Gefährdung zu rechnen war. Allerdings kann sich eine zu Beginn schwache Emission im weiteren Verlauf zu einem stärkeren Ausbruch entwickeln, weshalb vorsorglich Warnungen ausgegeben werden. Die Aschewolke konnte auf Satellitenfotos nicht eindeutig identifiziert werden und sich laut Prognosen schnell auflösen. Weitere Warnungen sollen nur ausgegeben werden, falls auf Satellitenbildern tatsächlich Asche nachgewiesen wird.
Die Eruption kam nicht völlig überraschend. Der Tokachidake befindet sich seit Jahren in einer Phase erhöhter Aktivität. Für den Vulkan gilt Alarmstufe 2, die den Zugang zum Kraterbereich untersagt. Die Behörden warnen weiterhin vor der Möglichkeit, dass Explosionen Lavablöcke auswerfen, die in einem Umkreis von bis zu 1,5 Kilometern um den Krater niedergehen können.
Bereits seit dem Frühjahr werden Anzeichen einer flachen Magmaakkumulation registriert. Messungen zeigen eine anhaltende Bodenhebung. Gleichzeitig wurden erhöhte Schwefeldioxid-Emissionen, intensivere Fumarolenaktivität und ungewöhnlich hohe Gastemperaturen im Bereich des Kraters 62-2 festgestellt. Auch die Seismizität nahm zuletzt leicht zu.
Der Tokachidake ist ein etwa 2.077 Meter hoher Stratovulkan im Daisetsuzan-Vulkangebiet im Zentrum Hokkaidōs. Er zählt zu den aktivsten Vulkanen Japans. Besonders bekannt wurde er durch den Ausbruch von 1926, bei dem pyroklastische Ströme und Lahare mehr als 140 Menschen das Leben kosteten. Auch in den vergangenen Jahrzehnten kam es wiederholt zu kleineren phreatischen und magmatischen Eruptionen.