Tupungatito: Schwarmbeben unter dem Vulkan in Chile

Erdbebenschwarm am Tupungatito: Vulkanologen verstärken Überwachung

Der Vulkan Tupungatito wurde am Sonntagabend, 1. Februar 2026, von einem starken Erdbebenschwarm erschüttert, der den Feuerberg in den Fokus der chilenischen und argentinischen Vulkanologen rückte. Nach Angaben des chilenischen Geologie- und Bergbaudienstes SERNAGEOMIN registrierte das seismische Netzwerk mehr als 200 vulkanotektonische Erschütterungen, die in kurzer Folge zwischen 21:48 Uhr und 23 Uhr auftraten. Das stärkste Ereignis erreichte eine Magnitude von 3,3 bei einer Tiefe von 8 Kilometern und trat gegen 22:02 Uhr Ortszeit auf.




Die seismischen Signale werden als Folge von Gesteinsbrüchen durch Fluidaufstieg im Untergrund interpretiert, aber nicht als Signal eines unmittelbar bevorstehenden Vulkanausbruchs. Entsprechend blieb die technische Alarmstufe auf Grün, der niedrigsten Kategorie im chilenischen Warnsystem. SERNAGEOMIN und der Zivilschutzdienst SENAPRED betonten, dass weder Oberflächenveränderungen noch auffällige Gasemissionen oder Bodendeformationen beobachtet wurden, weshalb die Ausbruchsgefahr aktuell als gering eingestuft wird. Sollten die Prozesse, die zu den Erdbeben führten, über einen längeren Zeitraum andauern, steigt das Eruptionsrisiko.

Trotz der erhöhten Aktivität sehen die Behörden derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung. Der Vulkan liegt in einer dünn besiedelten Hochgebirgsregion der Anden, und auch aus der nahegelegenen Gemeinde San José de Maipo wurden keine spürbaren Auswirkungen gemeldet. Die Überwachung werde jedoch weiter intensiv fortgeführt, um mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen, so ein Sprecher von SERRNAGEOMIN gegenüber lokalen Medien.

Der Tupungatito ist ein aktiver Stratovulkan in den südlichen Anden an der Grenze zwischen Chile und Argentinien. Er liegt etwa 70 Kilometer östlich der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile. Größere Ascheausbrüche könnten sich durchaus auf diese auswirken und insbesondere für Störungen am internationalen Flughafen sorgen. Mit einer Höhe von rund 5.600 Metern zählt er zu den markanten Gipfeln der Region. Der Vulkan ist Teil eines komplexen Systems. Seine Eruptionen sind oft kurzlebig, aber potenziell explosiv.

Der letzte größere Ausbruch ereignete sich zwischen 1958 und 1961, als Lavaströme mehrere Kilometer weit flossen und Asche bis nach Argentinien verfrachtet wurde. Eine schwache Ascheemission wurde zuletzt 1986 registriert. Seither zeigt der Tupungatito immer wieder Phasen erhöhter Seismizität, die als Ausdruck seiner anhaltenden Aktivität gelten.