Erdbebenschwarm erschüttert Vesuv – erneut Erdbeben mit niedrigen Frequenzen detektiert
Am frühen Morgen des 7. April erschütterte ein kleiner Erdbebenschwarm den Schicksalsberg Neapels: Insgesamt wurden unter dem Gran Cono des Vesuv 18 Einzelbeben registriert, von denen die meisten Magnituden in den Bereich der Mikroseismizität fielen und damit für Menschen nicht spürbar waren. Das stärkste Ereignis erreichte eine Magnitude von 2,1 und blieb ebenfalls unterhalb der eigentlichen Wahrnehmbarkeitsgrenze, konnte in der näheren Umgebung aber aufgrund der geringen Herdtiefe verspürt werden. Diese betrug nur 400 m unter dem Meeresspiegel. Die Erdbeben stehen wahrscheinlich mit der andauernden, gravitativ bedingten Subsidenz des Gran Cono in Verbindung.

Solche Schwärme sind am Vesuv nicht völlig ungewöhnlich, sind aber auch nicht alltäglich. Sie entstehen meist durch Spannungsumlagerungen infolge der Subsidenz oder durch Bewegungen von Fluiden im Untergrund.
Auffällig ist hingegen, dass dieses aktuelle Ereignis zeitlich kurz nach der Beobachtung von Niederfrequenzerdbeben stattfand, wie aus dem soeben veröffentlichten INGV-Monatsbulletin hervorgeht: Am 3. März wurden demnach zwei normalerweise seltene Ereignisse registriert, die sich deutlich von den üblichen vulkanisch-tektonischen Beben unterschieden und von denen es in den letzten Monaten eine Häufung gab. Diese Signale zeigten dominante Frequenzen von 3 bis 4 Hz und hatten ihren Ursprung in einer Tiefe von mindestens fünf Kilometern. Im Gegensatz zu den heute beobachteten oberflächennahen Schwarmbeben deuten solche niederfrequenten Signale auf Prozesse in tieferen Bereichen des Vulkansystems hin, die mit den Bewegungen von magmatischen Fluiden im Zusammenhang stehen.
Trotz dieser interessanten Beobachtungen sehen die Forscher derzeit keinen Hinweis auf eine magmatische Unruhephase. Weder Bodenhebungen noch Veränderungen in der Gaszusammensetzung wurden festgestellt. Auch die Anzahl der Erdbeben bleibt insgesamt relativ konstant: Im letzten Monat wurden 87 Erschütterungen festgestellt.
Im bisherigen Jahresverlauf gab es 294 Erschütterungen. Im letzten Jahr waren es 794 Beben. Rechnet man die aktuelle Seismizität hoch, liegt sie statistisch betrachtet deutlich über Vorjahresniveau. Und auch die Häufung der Niederfrequenzerdbeben ist auffällig, wenn auch noch kein Grund für Alarmismus.