Vulkan Anak Krakatau: Ascheeruption am 3. Juli

Anak Krakatau eruptiert erneut – widersprüchliche Angaben zur Höhe der Aschewolke

Der indonesische Vulkan Anak Krakatau ist am Freitagvormittag erneut ausgebrochen. Nach Angaben des indonesischen Vulkanologischen Dienstes (PVMBG) ereignete sich die Eruption um 11:50 Uhr Ortszeit. Dabei wurde eine Aschewolke beobachtet, die 200 Meter über den Kraterrand aufstieg und damit eine Höhe von etwa 357 Metern über dem Meeresspiegel erreichte. Die Eruptionssäule wurde als grau bis braun beschrieben und driftete mit mäßiger bis dichter Intensität nach Westen und Nordwesten. Auf dem Seismogramm erreichte das Ereignis eine maximale Amplitude von 65 Millimetern und dauerte 32 Sekunden.

Anak Krakatau

Bemerkenswert ist allerdings, dass diese Angaben deutlich von den Informationen des VAAC Darwin abweichen, ein Phänomen, das bereits gestern aufgefallen ist. Das VAAC registrierte den Ausbruch anhand von Satellitendaten des Himawari-9. Dem Advisory zufolge erreichte die Vulkanasche eine Höhe von Flight Level 040, was einer Höhe von gut 1.200 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Die Aschewolke wurde mit einer Geschwindigkeit von 18 km/h westwärts transportiert und war auf Satellitenbildern klar identifizierbar.

Die Diskrepanz der Angaben zwischen beiden Behörden ist erstaunlich. Während das PVMBG lediglich eine 200 Meter hohe Eruptionssäule meldet, entspricht die VAAC-Angabe einer Wolkenobergrenze von etwa 1.050 Metern über dem Krater, also mehr als dem Fünffachen der offiziell in Indonesien angegebenen Höhe. Solche Unterschiede treten vermutlich auf, weil das PVMBG die Höhe der unmittelbar sichtbaren Eruptionssäule vom Boden aus bestimmt, während das VAAC satellitengestützt die maximale Ausdehnung der Aschewolke für die Luftfahrt bewertet. Dennoch bleibt die Größenordnung der Abweichung ungewöhnlich und wirft Fragen hinsichtlich der tatsächlichen Eruptionsintensität auf.

Die geophysikalischen Daten im Tagesbericht vom 2. Juli erwähnten die explosive Eruption von gestern. Darüber hinaus wurden 8 Hybriderdbeben, 7 vulkanotektonische Ereignisse und 4 Niederfrequenzerdbeben festgestellt. Sie deuten auf Bewegungen magmatischer Fluide im Untergrund hin. Der Höhepunkt der Seismizitätssteigerung wurde allerdings in der letzten Woche erreicht, als zeitweise bis zu 100 dieser vulkanisch bedingten Erdbeben registriert wurden.

Die aktuellen Beobachtungen deuten darauf hin, dass sich Anak Krakatau weiterhin in einer Phase gesteigerter Aktivität befindet, auch wenn die Stärke der einzelnen Explosionen derzeit vergleichsweise schwach bleibt.