Vulkan Anak Krakatau mit Aktivitätszunahmen am 8. Juli

Anak Krakatau stößt verstärkt Aschewolken aus – deutliche Zunahme des Tremors registriert

Der Vulkan Anak Krakatau ist weiterhin eruptiv aktiv und stößt regelmäßig Aschewolken aus. Dabei scheint die Intensität der Eruptionen leicht zuzunehmen. Am Morgen des 8. Juli wurde eine dunkelgraue Aschewolke beobachtet, die nach Angaben des VAAC Darwin bis auf etwa FL020 (rund 600 Meter über dem Meeresspiegel) aufstieg. Die Eruption wurde um 07:40 UTC gemeldet und durch Satellitenbeobachtungen bestätigt. Die Aschewolke driftete mit einer Geschwindigkeit von etwa 9 km/h in nordwestliche Richtung und breitete sich über dem nordwestlich des Vulkans gelegenen Gebiet aus. Auch Beobachtungen vor Ort bestätigten die anhaltende Eruptionsaktivität. Zudem nahm die Häufigkeit der Ausbrüche deutlich zu: Allein in der ersten Tageshälfte wurden sieben entsprechende seismische Eruptionssignale registriert.



Krakatau

Auf den Livecam-Aufnahmen sind die Aschewolken bei hervorragender Sicht gut zu erkennen. Sie erscheinen zunehmend dunkler und enthalten frische Vulkanasche, die bei der Fragmentation neu aufsteigenden Magmas entsteht. Dieses erstarrt teilweise bereits im oberen Bereich des Förderschlots und wird anschließend explosiv zerrissen. Noch in der vergangenen Woche waren die Aschewolken deutlich heller und überwiegend rotbraun gefärbt, was darauf hindeutete, dass hauptsächlich älteres Material aus dem Schlot ausgeworfen wurde. Inzwischen zeichnet sich jedoch eine Entwicklung hin zu einem verstärkten Magmenaufstieg ab, was sich heute auch in der seismischen Aktivität widerspiegelt.

Nachdem in den vergangenen Tagen kaum Erdbeben registriert worden waren, nahm die Seismizität gestern wieder deutlich zu. So wurden 33 Phasen harmonischen Tremors aufgezeichnet, wobei die längste Episode fast 25 Minuten andauerte. Besonders bemerkenswert ist zudem das erneute Auftreten hybrider beziehungsweise mehrphasiger Erdbeben. Gestern wurde ein entsprechendes Ereignis mit einer Amplitude von 7,1 Millimetern und einer Dauer von 24 Sekunden registriert. Solche Signale entstehen häufig durch das Zusammenspiel spröder Gesteinsbrüche und der Bewegung von Magma oder vulkanischen Fluiden innerhalb des Fördersystems und gelten als Hinweis auf Magmenmigration.

Derzeit gibt es keine Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende größere Eruption. Dennoch bleibt Anak Krakatau aufgrund seiner raschen Veränderungen unter intensiver Beobachtung. Der Vulkan entstand nach dem katastrophalen Krakatau-Ausbruch von 1883 und zählt aufgrund seines jungen Alters zu den dynamischsten Vulkanen Indonesiens. Die Kombination aus einer zunehmenden explosiven Ascheeruption und dem Wiederauftreten hybrider Erdbeben liefert wichtige Hinweise darauf, dass sich im Inneren des Vulkans derzeit magmatische Prozesse verstärken.