Vulkan Chiles-Cerro Negro zeigt erhöhter Erdbebenaktivität

Chiles-Cerro Negro bleibt unruhig – Erdbeben konzentrieren sich südlich des Gipfels

Der an der Grenze zwischen Kolumbien und Ecuador gelegene Vulkankomplex Chiles-Cerro Negro befindet sich weiterhin in einem Stadium erhöhter seismischer Aktivität. Wie aus dem aktuellen Wochenbulletin des kolumbianischen Geologischen Dienstes (SGC) für den Zeitraum vom 14. bis 20. Juli 2026 hervorgeht, wurden zahlreiche vulkanotektonische Erdbeben registriert, die auf Gesteinsbrüche im Untergrund zurückzuführen sind. Diese Beben entstehen durch Fluid bzw. Magmaaufstieg. Die seismische Aktivität ging gegenüber der Vorwoche zwar leicht zurück, konzentriert sich aber weiterhin auf bekannte Störungszonen südlich des Vulkans.

Chiles-Cerro Negro

Die stärksten Erschütterungen ereigneten sich in Tiefen zwischen 3,0 und 3,7 Kilometern südlich des Gipfels des Chiles und erreichten eine Magnitude von ML 1,6. Weitere, schwächere Beben mit einer Maximalmagnitude von ML 0,8 wurden in Entfernungen von bis zu 4,5 Kilometern südlich des Vulkans registriert. Die Hypozentren lagen dort in Tiefen zwischen 2,5 und 5,8 Kilometern. Keines der Erdbeben wurde von der Bevölkerung wahrgenommen.

Der Chiles-Cerro-Negro-Komplex besteht aus zwei eng benachbarten Stratovulkanen und liegt in den nördlichen Anden auf der Grenze zwischen den Provinzen Nariño in Kolumbien und Carchi in Ecuador. Seine Lava ist überwiegend andesitischer bis dazitischer Zusammensetzung. Historische Eruptionen sind nicht eindeutig belegt, doch besitzt der Vulkankomplex ein aktives hydrothermales System mit heißen Quellen und Fumarolen. Seit Ende 2013 kommt es immer wieder zu intensiven Erdbebenschwärmen und einer langsamen Hebung des Bodens, die auf Magmen- und Fluidbewegungen im Untergrund hindeuten.

Nach Angaben des SGC zeigen auch die geodätischen Messungen mittels GNSS, InSAR und Satellitenbeobachtungen weiterhin Deformationsprozesse im Vulkangebiet. Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Eruption ergeben sich daraus derzeit jedoch nicht. Der Alarmstatus bleibt auf Gelb, was einen aktiven Vulkan mit Veränderungen gegenüber seinem Grundzustand kennzeichnet. Die Entwicklung wird von den Vulkanologen weiterhin rund um die Uhr überwacht.