Paroxysmus am Fuego hält an – pyroklastische Ströme erreichen die Basis des Vulkans
Der guatemaltekische Vulkan de Fuego befindet sich weiterhin in einer äußerst intensiven paroxysmalen Eruptionsphase und generiert pyroklastische Ströme, die bis zur Basis des Vulkans vordringen. Nach Angaben der INSIVUMEH-Vulkanologen hält der Ausbruch bereits seit mehr als 23 Stunden an. Inzwischen ist die Nacht in Guatemala vorbei und es gibt Anzeichen, dass der Höhepunkt des Ausbruchs überschritten ist.

Seit Beginn der Eruption am 3. August um 08:30 Uhr Ortszeit registrieren die Vulkanologen einen anhaltend starken Ausstoß von Lava, Asche und Gasen aus dem Krater. Die seismischen Messwerte, insbesondere die durchschnittliche Amplitude des vulkanischen Tremors (RSAM), bewegen sich auf hohem Niveau und zeigen einen weiteren Anstieg. Gleichzeitig wird eine hohe Infraschallaktivität erfasst.
Besonders gefährlich sind pyroklastische Dichteströme, die in den vergangenen Stunden mehrfach durch die Schluchten Seca, Taniluyá, Ceniza, Las Lajas und Honda talwärts rasten. Die pyroklastischen Ströme können weiterhin alle Schluchten des Vulkans erreichen und Entfernungen von etwa 5 bis 7 Kilometern zurücklegen. Auf Livecam-Aufnahmen ist zu erkennen, dass sie teilweise den Fuß des Vulkans zu erreichen scheinen.
Die zunehmende Zahl und Stärke dieser Glutlawinen hat zu verstärktem Aschefall sowie zu schwefelhaltigen Gasgerüchen in den betroffenen Gebieten geführt. Besonders betroffen sind die Regionen westlich und südwestlich des Vulkans. Die Beobachtung der Aktivität wird dort allerdings durch dichte Bewölkung und große Mengen schwebender Asche erschwert.
Angesichts der gefährlichen Situation hat die Katastrophenschutzbehörde CONRED die lokalen und regionalen Behörden aufgefordert, Evakuierungspläne, Sicherheitszonen und Notfallrouten zu überprüfen. Gleichzeitig soll die Bevölkerung verstärkt über Schutzmaßnahmen informiert werden.
Bewohner und Besucher werden aufgefordert, Abstand zu den Schluchten des Vulkans zu halten, Schutzmaßnahmen gegen Aschebelastung zu ergreifen und einen vorbereiteten Notfallrucksack bereitzuhalten. Bei einer Verschärfung der Lage kann eine Evakuierung notwendig werden. Wie bereits berichtet, wurden nachts bereits besonders gefährdete Siedlungen geräumt.
Inzwischen gibt es Anzeichen dafür, dass der Zenith der Eruption überschritten ist und die Aktivität nachlässt. Dennoch ist ein Wiederaufleben der Tätigkeit nicht gänzlich auszuschließen, auch wenn das für Paroxysmen eher untypisch ist.
