Sakurajima mit mehreren Ascheeruptionen – Vulkanasche steigt bis 3,4 Kilometer Höhe auf
Der japanische Vulkan Sakurajima liegt im Süden der Insel Kyushu und hat seine explosive Aktivität am 30. August erneut verstärkt. Innerhalb weniger Stunden wurden mehrere Eruptionen registriert. Bei schönstem und fast windstillem Wetter stiegen Asche-Dampfwolken fast senkrecht auf und verursachten VONA-Warnungen für den Flugverkehr. Das VAAC Tokyo veröffentlichte bislang drei Vulkanasche-Warnungen. Die höchste Aschewolke wurde bei einer Eruption am Sonntagvormittag beobachtet und erreichte eine Höhe von 3,4 Kilometern über dem Meeresspiegel. Die Aschewolke war von Kagoshima aus gut sichtbar und wurde via Webcams dokumentiert.
Die stärkste Eruption ereignete sich um 10:30 Uhr Ortszeit (01:30 Uhr UTC). Das Tokyo VAAC meldete die Eruption 13 Minuten später und gab eine Höhe von FL110 an. Interessanterweise konnte die Aschewolke in den Satellitendaten von Himawari-9 anschließend nicht eindeutig identifiziert werden, was wahrscheinlich daran lag, dass sich die Eruptionswolke mit einer meteorologischen Wolke vermischte und nur einen geringen Ascheanteil besaß. Der Wind blies mit einer geringen Geschwindigkeit von etwa 4 km/h, was den fast senkrechten Aufstieg der Eruptionswolke begünstigte, die bei stärkerem Wind schnell verweht worden wäre.
Bereits kurz zuvor, um 09:58 Uhr Ortszeit, hatte eine weitere Explosion eine Aschewolke erzeugt, für die VAAC eine Höhe von etwa 3,0 Kilometern meldete. Später folgte eine dritte Eruption. Damit entwickelte sich am Sakurajima innerhalb weniger Stunden eine vergleichsweise dichte Folge explosiver Ereignisse.
Auch die Japan Meteorological Agency (JMA) registrierte am Nachmittag eine weitere Eruption am Minamidake-Gipfelkrater. Sie manifestierte sich um 15:24 Uhr Ortszeit und förderte eine Aschewolke 1.200 Meter über den Kraterrand.
Messdaten deuten oberflächennahe Magmenakkumulation an – stärkere Vulkanausbrüche wahrscheinlich
Obwohl die Eruptionen bisher ohne großen Druck ausgespien werden und nur wenig Asche enthalten, könnten sie den Auftakt für eine stärkere Eruptionsphase bilden. Grund zu dieser Annahme liefert der jüngste JMA-Bericht zum Status des Sakurajima für den Beobachtungszeitraum 24. bis 28. August. In dieser Periode wurden zwei kurzlebige Phasen oberflächennaher Bodenhebungen detektiert, die darauf hindeuten, dass frisches Magma in das flache Speichersystem des Sakurajima intrudierte.
Besonders auffällig ist auch die hohe Schwefeldioxidfreisetzung, die am 27. August mit 3.400 Tonnen SO₂ pro Tag freigesetzt wurde – laut JMA ein sehr hoher Wert. Gleichzeitig zeigen GNSS-Messungen seit Mai eine leichte Ausdehnung des Vulkangebäudes. Auch unter der Aira-Caldera im Norden der Kagoshima-Bucht wird eine langfristige Ausdehnung beobachtet.
Die JMA geht deshalb davon aus, dass die Eruptionsaktivität weiter anhalten wird. Die Vulkanwarnstufe 3 mit Einreisebeschränkungen bleibt bestehen.
