Sakurajima bleibt hochaktiv – Serie von Eruptionen mit kontinuierlichem Ascheausstoß sorgt für Aschefall und Flugwarnungen
Der japanische Vulkan Sakurajima ist weiterhin ungewöhnlich aktiv und erzeugt nicht nur explosive Eruptionen, sondern erzeugt auch Phasen mit kontinuierlichem Ascheausstoß. Daher gibt es seit gestern Abend 5 VONA-Warnungen vom VAAC Tokio, die den Flugverkehr vor Vulkanasche warnen. Die Japan Meteorological Agency (JMA) registrierte seit dem 24. Juli zahlreiche Eruptionen aus dem Minamidake-Gipfelkrater. Allein bis zum Nachmittag des 27. Juli (Ortszeit) wurden 15 Ausbrüche gezählt.
Die jüngste Ascheeruption ereignete sich am 27. Juli um 15:39 Uhr Ortszeit. Der Ausbruch erzeugte eine mittelstarke Eruptionswolke, die etwa 1.000 Meter über den Kraterrand aufstieg. Zuvor hatten sich bereits mehrere kräftigere Explosionen ereignet. Satellitendaten von Himawari-9 zeigten eine Aschewolke bis in rund 3.000 Meter Höhe über dem Meeresspiegel (Flugfläche FL100) und warnten, dass sich die Aschewolken Richtung Westen ausbreiteten. Vor allem im Umkreis des Vulkans kam es zu Ascheniederschlag.
Auf Livecams lässt sich das Geschehen gut aus der Ferne verfolgen, wobei die Aschewolken nicht aus jeder Perspektive gleich gut sichtbar sind. Close ups zeigen die Eruptionen, oft weniger gut als Totalen. Auf einer der Weitwinkeleinstellungen waren in den letzten Stunden langanhaltende Phasen nahezu kontinuierlichen Ascheausstoßes sichtbar, die einen Schirm aus Asche und Dampf erzeugten, der über der Vulkanhalbinsel schwebte und im Gegenlicht eine eigentümliche Lichtstimmung bedingte.
Bereits am Abend des 25. Juli hatte eine länger anhaltende Eruption zu erheblichem Ascheniederschlag geführt. In der Stadt Kagoshima auf der gegenüberliegenden Seite der Aira-Caldera wurde stellenweise mäßiger Ascheregen registriert, während weniger starker Ascheregen mehrere Gemeinden im Osten der Präfektur traf. Die Behörden empfahlen, beim Aufenthalt im Freien Masken und Regenschirme zu benutzen sowie im Straßenverkehr wegen der rutschigen Fahrbahnen vorsichtig zu fahren.
Trotz der regen Eruptionstätigkeit blieb die Zahl vulkanotektonischer Erdbeben vergleichsweise gering. Registriert wurde überwiegend vulkanischer Tremor im Zusammenhang mit den Ausbrüchen. Messungen des GNSS-Netzes zeigen weiterhin eine langsame Ausdehnung der Aira-Caldera. Sie gilt als Hinweis darauf, dass sich in größerer Tiefe langfristig Magma ansammelt. Gleichzeitig bleibt der Ausstoß von Schwefeldioxid erhöht: Täglich werden zwischen 2000 und 2800 Tonnen des vulkanischen Gases ausgestoßen. Ein Indiz für Magma, das nahe der Oberfläche entgast.
Die Alarmstufe 3 („Zutrittsbeschränkung“) bleibt daher unverändert in Kraft. Die JMA warnt u.a. vor großen vulkanischen Bomben und kleineren pyroklastischen Strömen in einem Umkreis von mehr als einem Kilometer um den Minamidake-Krater.
