Vulkan Sangay verstärkte seine Aktivität

Vulkan Sangay zeigt Anzeichen einer verstärkten Aktivitätsphase – mehr als 400 Explosionen an einem Tag

Der ecuadorianische Vulkan Sangay hat in den vergangenen Tagen eine Phase erhöhter Aktivität durchlaufen. Zwar verhinderten ungünstige Wetterbedingungen häufig die direkte Beobachtung des Vulkans, doch seismische Daten und Aschewarnungen deuten auf eine Intensivierung des Ausbruchs hin, der bereits seit 2019 andauert.

Das letzte wolkenfreie Foto vom 10. Juni zeigt den Sangay ohne Anzeichen seiner aktueller Aktivität, obwohl an diesem Tag 254 seismische Explosionssignale registriert wurden. Deutlich erkennbar sind jedoch die Spuren der vergangenen Jahre: Eine tiefe Scharte an der Vulkanflanke zeugt von den Lava- und pyroklastischen Strömen, die während der anhaltenden Eruptionsphase entstanden sind. Seit der Aufnahme haben sich sowohl die meteorologischen Bedingungen als auch die vulkanische Aktivität mehrfach verändert.

Im Tagesbericht des Geophysikalischen Instituts von Ecuador vom 11. Juni wurden innerhalb von 24 Stunden 344 Explosionen registriert. Zudem beobachteten die Überwachungskameras eine Gas- und Ascheemission, die bis in etwa 1.000 Meter Höhe über dem Krater aufstieg. Das Washington Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) meldete mehrere Aschewolken, die in nordöstlicher und südöstlicher Richtung verfrachtet wurden.

Am folgenden Tag nahm die Aktivität weiter zu. Im Berichtszeitraum vom 11. bis 12. Juni wurden 408 Explosionen erfasst – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vortag. Obwohl der Vulkan aufgrund dichter Bewölkung nicht sichtbar war, wurde die Oberflächenaktivität weiterhin als hoch eingestuft. Satelliten- und Kamerabeobachtungen waren an diesem Tag allerdings kaum möglich.

Auch am 13. Juni blieb der Sangay vollständig von Wolken verhüllt. Die Instrumente registrierten innerhalb eines Tages noch 81 Explosionen. Aussagen über die Höhe möglicher Ascheemissionen waren wegen der schlechten Sichtbedingungen nicht möglich. Zu diesem Zeitpunkt lagen zudem keine aktuellen VAAC-Meldungen vor.

Inzwischen hat sich die Situation ein weiteres Mal verändert: Das VAAC Washington veröffentlichte am 14. Juni eine Aschewarnung. Demnach wurde um 06:20 UTC eine Aschewolke festgestellt, die sich vom Krater aus etwa 25 Kilometer nach Westen erstreckte. Die Wolke erreichte Höhen von gut 6.100 Metern über dem Meeresspiegel, und wurde mit etwa 46 km/h nach Westen verfrachtet.

Obwohl es keine direkte visuelle Bestätigung der eruptiven Aktivität gibt, sprechen die seismischen Daten und Satellitenbeobachtungen dafür, dass der Sangay eine Phase gesteigerter Tätigkeit durchläuft. Zudem können starke Niederschläge jederzeit Lahare auslösen, die umliegende Flusssysteme beeinflussen könnten. Das IG beobachtet die Entwicklung des Vulkans weiterhin aufmerksam und informiert die Bevölkerung über jedwede Aktivitätsänderung.