Vulkan Ätna zeigt weiter Aktivität in der Voragine

Ätna mit frequenten Explosionen aus dem Voragine-Kraterkegel

Der Ätna auf Sizilien hat in den vergangenen Tagen seine Aktivität gesteigert und erzeugt schwache Explosionen, die Asche und glühende Tephra aus dem jüngsten Krater des neuen Kegels auswerfen, der sich in den letzten Jahren innerhalb der Voragine gebildet hat. Augenzeugen berichten von frequenten Explosionen im Abstand von drei bis vier Minuten, was auf eine deutliche Zunahme der Aktivität im Verlauf der vergangenen Tage hindeutet. Eine entsprechende Steigerung der Seismizität wurde bislang nicht registriert.

Ascheemission

Obwohl das Verhalten des Ätnas nur schwer vorherzusagen ist, zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, dass sich aus einer zunächst schwachen Aktivität durchaus kraftvolle Eruptionsphasen bis hin zu Paroxysmen entwickeln können. Zuletzt war dies Ende Dezember 2025 der Fall, als der Nordostkrater Paroxysmen erzeugte, die in eine mehrtägige effusive Eruption übergingen. Im Juni 2024 war es die Voragine, deren anfänglich schwache Aktivität sich zu einer Serie von Paroxysmen steigerte. Es gibt allerdings auch Beispiele, bei denen es bei schwachen Eruptionen blieb, die schließlich sang- und klanglos wieder nachließen. In den meisten Fällen hielt die anschließende Ruhephase jedoch nicht lange an.

Nach Angaben von Dr. Boris Behncke liefern die aktuellen geophysikalischen Daten des Ätnas keine Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende größere Eruption. Allerdings entzieht sich der Vulkan nicht selten entsprechenden Prognosen. Der INGV-Forscher weist darauf hin, dass die Ascheemissionen bräunlich gefärbt sind. Dies gilt als Indiz dafür, dass die Vulkanasche überwiegend aus älterem, fragmentiertem Material aus dem Schlotbereich besteht und nicht aus frisch aufgestiegenem Magma stammt. Dennoch befindet sich offenbar Magma im Fördersystem, da auch glühende Lavabrocken ausgeworfen werden, die auf den oberen Flanken des Kraterkegels niedergehen.

Neben dem Voragine-Kraterkegel zeigt auch der Nordostkrater eine schwache Aktivität. Diese beschränkt sich bislang auf tief im Schlot stattfindende Explosionen, ohne dass eruptiertes Material die Oberfläche erreicht. Dennoch sind gelegentlich rot illuminierte Gaswolken zu beobachten, die aus dem Krater aufsteigen.

Update: Aufgrund der Ascheemissionen hat das INGV den Alarmcode für den Flugverkehr auf „Gelb“ erhöht.