Episode 42 am Kilauea: Bis zu 400 m hohe Lavafontänen und enorm hohe Förderrate
Am Kilauea auf Hawaii ist die 42. Lavafontänen-Episode im Gang und es wird noch eine gut 100 m hohe Lavafontäne gefördert. Die Eruption begann gestern Abend um 23:50 UTC (13:50 Uhr HST) und förderte während ihrer Hochphase bis zu 350 m hohe Lavafontänen. Durch den Impakt der gewaltigen Gesteinsmassen auf den Boden des Halema‘uma‘u-Kraters wurde eine gewaltige Staubwolke aus Tephra aufgewirbelt, die bis auf eine Höhe von über 10.500 m aufstieg und eine VONA-Warnung auslöste. Die Aktivität ist auf den Halemaʻumaʻu-Krater im Hawaii-Volcanoes-Nationalpark begrenzt.

Der Ausbruch begann diesmal relativ spät, am Ende des vom HVO prognostizierten Zeitraums zwischen dem 11. und dem 15. Februar. Die Eruption kündigte sich konkret dann auch erst seit dem 14. Februar mit mehreren Lavaüberläufen an den beiden Schloten an. Am 15. Februar setzte sich diese Aktivität fort. Gegen 13:08 Uhr HST (alle weiteren Angaben in Hawaiizeit) gingen die Überläufe in eine anhaltende Lavaförderung über, begleitet von erhöhter Seismizität und Änderungen der Hangneigung, wie es für die episodischen Eruptionen typisch ist. Um 13:50 Uhr begann die Fontänenphase.
Zunächst erreichten die Lavafontänen im nördlichen Krater eine Höhe von etwa 100 Metern, im südlichen waren es gut 50 Meter. Innerhalb einer Stunde stiegen die Höhen deutlich an. Am frühen Nachmittag lagen sie im südlichen Krater bei 300 bis 350 Metern, im nördlichen etwas darunter. Kurzzeitig wurden am südlichen Schlot über 400 Meter hohe Lavafontänen beobachtet. Die maximale Ausstoßrate betrug gegen 14:00 Uhr ungefähr 770 Kubikmeter pro Sekunde. Ein extremer Wert, wie er an anderen Vulkanen kaum erreicht wird. Damit einher geht ein anderer Kilauea-Superlativ: Ein gewaltiger Schwefeldioxidausstoß von bis zu 100.000 Tonnen während einer Episode.
Im weiteren Verlauf nahmen die Fontänenhöhen wieder ab. Am Abend lagen sie bei etwa 200 Metern (Südkrater) beziehungsweise 170 Metern (Nordkrater). Insgesamt wurden bis dahin mehr als acht Millionen Kubikmeter Lava gefördert. Etwa 40 Prozent des Kraterbodens waren von frischer Lava bedeckt. So füllt sich der Halema‘uma‘u-Krater in Windeseile nach seinem Kollaps in 2018 wieder auf.
Parallel zur Eruption registrierten die Messgeräte eine deutliche Deflation des Gipfels. Der Neigungsmesser UWD zeigte eine Absenkung von insgesamt 27 Mikroradian, was auf einen Abfluss von Magma aus dem flachen Speichersystem hindeutet.
Die Eruptionswolke erreichte laut Nationalem Wetterdienst eine Höhe von bis zu 10.670 Metern über dem Meeresspiegel. Bodennah wehten die Winde aus Nordost, sodass Gase und Partikel in Richtung Südwesten transportiert wurden. Da die Eruptionswolke über den Ozean hinweg zog, wurde kein nennenswerter Ascheneiderschlag gemeldet.
