Anhaltende Ascheeruption am Popocatépetl – Eruptionswolke steigt bis auf 6.100 Meter Höhe
Der mexikanische Vulkan Popocatépetl hat in den vergangenen Tagen seine Explosivität deutlich gesteigert und mehrere teils kräftige Ascheeruptionen erzeugt. Besonders am Morgen des 30. Mai kam es zu einer länger anhaltenden Eruption, bei der eine dichte Aschewolke bis auf Flughöhe FL200 (rund 6.100 Meter über dem Meeresspiegel) aufstieg. Unter dem Einfluss starker Höhenwinde driftete die Wolke in südwestliche Richtung und war über weiten Teilen Zentralmexikos sichtbar.

Bereits um 7:00 Uhr registrierten die Überwachungskameras des Nationalen Zentrums für Katastrophenprävention (CENAPRED) eine starke Ascheemission. Nur wenige Minuten später, um 7:07 Uhr, folgte eine deutlich stärkere Explosion. Aus dem Krater schoss eine dunkle Aschesäule empor, die rasch an Höhe gewann und sich zu einer ausgedehnten Eruptionswolke entwickelte. Der Ausbruch wurde unter anderem von der Afar-TV-Livecam aufgezeichnet und dokumentierte, dass die Explosion zu den stärkeren Ereignissen der vergangenen Tage gehörte. Es liegt die Vermutung nahe, dass die Explosionen dazu beitragen, den Lavadom zu zerstören, der sich während der Phase geringerer Explosivität in den vergangenen Wochen am Kraterboden gebildet hatte.
Am Wochenende wurden die geophysikalischen Daten von den CENAPRED-Forschern leider nicht aktualisiert. In den 24 Stunden vor dem Ausbruch registrierte das Vulkanbeobachtungsinstitut insgesamt 267 Exhalationen sowie 24 Minuten vulkanischen Tremors. Dies gilt als Hinweis auf anhaltende Bewegungen von Gasen und Magma im Untergrund. Der Popocatépetl, von den Einheimischen auch „Don Goyo“ genannt, zählt zu den aktivsten Vulkanen Nordamerikas und zeigt seit Jahren eine wiederkehrende explosive Aktivität.
Trotz der markanten Ascheeruption beließen die Behörden die Warnstufe auf Gelb Phase 2. Diese Stufe signalisiert eine erhöhte vulkanische Aktivität mit möglichen Explosionen, Ascheemissionen und dem Auswurf glühender Gesteinsfragmente. Die Bevölkerung wird weiterhin aufgefordert, den Kraterbereich nicht zu betreten und die bestehende Sperrzone von zwölf Kilometern strikt einzuhalten.