Vulkanausbruch am Shiveluch mit hochaufsteigenden Aschewolken

Shiveluch in Kamtschatka bleibt hochaktiv – Aschewolken erreichen 12 Kilometer Höhe und gefährden Flugverkehr

Der Vulkan Shiveluch setzt im äußersten Osten Russlands seine intensive explosive Tätigkeit fort und fördert hoch aufsteigende Aschewolken, die eine Gefahr für den Flugverkehr über dem Nordpazifik darstellen. Das Vulkanologische Überwachungszentrum KVERT erhöhte die Luftfahrt-Warnstufe auf Rot – die höchste Warnstufe für den Flugverkehr.

Shiveluch Archiv

Der auf der Halbinsel Kamtschatka gelegene 3283 m hohe Stratovulkan zeigt weiterhin eine anhaltende explosive-extrusive Eruption mit starkem Wachstum des Lavadoms und wiederkehrenden Ascheeruptionen. Besonders hervorzuheben ist das Wachstum eines neuen Blocks im nördlichen Sektor des Lavadomes. Dieser Prozess wird von starken Gas- und Dampfemissionen begleitet. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 zeigen eine ausgeprägte thermische Anomalie am Vulkan, ein Hinweis auf anhaltenden Zustrom heißen Magmas. Am Dom kommt es immer wieder zu Explosionen und Kollapsereignissen, die neben hoch aufsteigenden Aschewolken pyroklastische Ströme erzeugen, eine der größten Gefahren des Vulkanismus.

Am Abend des 9. Juli ereignete sich gegen 21:43 UTC eine besonders kräftige Explosion, bei der eine Aschewolke bis auf 10,5 Kilometer Höhe über dem Meeresspiegel aufstieg. Der Ascheausstoß erzeugte eine mehrere hundert Kilometer lange Eruptionswolke, die sich zunächst gut 280 Kilometer in süd-südwestliche Richtung ausbreitete. Weitere Messungen des Tokyo Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) bestätigten eine kontinuierliche Aschewolke, die bis Flughöhe 400 erreichte. Das entspricht einer Höhe von 12.100 Metern über Normalnull.

Die Aktivität ist nicht auf ein einzelnes Ereignis beschränkt. Zwischen dem 3. und 9. Juli registrierte KVERT mehrere starke explosive Phasen. Dabei stiegen Aschewolken öfters bis in Höhen von etwa 12 Kilometern auf. Die ausgestoßenen Aschewolken wurden über weite Distanzen verfolgt und breiteten sich in verschiedene Richtungen aus. Die Eruptionswolken entfernten sich dabei bis zu 1500 Kilometern vom Shiveluch, bis sie sich auflösten und nicht weiter verfolgt werden konnten.

Für den internationalen und regionalen Flugverkehr stellen die Eruptionen des Shiveluch eine Gefahr dar. Vulkanasche kann Triebwerke beschädigen, Navigationssysteme beeinträchtigen und zu gefährlichen Situationen für Flugzeuge führen. Die Behörden warnen daher, dass jederzeit weitere Explosionen mit Ascheausstoß bis in große Höhen möglich sind.

Der Shiveluch zählt damit weiterhin zu den gefährlichsten und aktivsten Vulkanen Kamtschatkas. Solange der Lavadom weiter wächst und der Druck im Fördersystem hoch bleibt, besteht die Möglichkeit weiterer explosiver Eruptionen.