Anak Krakatau mit anhaltender Ascheemission – Vulkan bleibt auf Warnstufe 3
Der indonesische Vulkan Anak Krakatau zeigt weiterhin eine erhöhte Aktivität. Am 10. Juli 2026 registrierte das Vulkanasche-Warnzentrum Darwin eine anhaltende Ascheemission, die auf Satellitenbildern des japanischen Wettersatelliten Himawari-9 deutlich identifiziert werden konnte. Die Aschewolke stieg bis in eine Höhe von etwa 3.000 Fuß (rund 900 Meter) über dem Meeresspiegel auf und driftete unter dem Einfluss schwacher Winde in südwestliche Richtung.

Nach Angaben des VAAC Darwin setzte die Aschefreisetzung bereits kontinuierlich ein. Die Wolke erstreckte sich über mehrere Kilometer südwestlich des Vulkans und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 18 km/h. Prognosen zufolge sollte die Aschewolke in den folgenden Stunden weiterhin in geringer Höhe über dem Vulkanbereich verbleiben, wobei eine Ausbreitung in Richtung Südwesten erwartet wurde.
Anak Krakatau liegt in der Sundastraße zwischen den indonesischen Inseln Java und Sumatra und entstand nach dem katastrophalen Kollaps des ursprünglichen Krakatau-Vulkans im Jahr 1883. Der junge Inselvulkan erhebt sich heute noch 157 Meter über dem Meeresspiegel, nachdem es 2018 zu einem weiteren Kollaps gekommen war, bei dem die junge Vulkaninsel mehr als die Hälfte ihrer Höhe verlor. Anak befindet sich auf den Resten des alten Krakatau-Kegels in einer tektonisch besonders aktiven Zone, wo die Indisch-Australische Platte unter die Eurasische Platte abtaucht.
Auch die lokalen Vulkanologen des indonesischen Zentrums für Vulkanologie und geologische Gefahrenüberwachung (PVMBG) meldeten eine gesteigerte Aktivität. Am 9. Juli wurden mehrere vulkanische Ereignisse registriert, darunter eine Eruption mit einer seismischen Amplitude von 53 Millimetern und einer Dauer von 34 Sekunden. Zusätzlich wurden Signale starker Entgasungen, harmonische Tremorereignisse, hybride Erdbeben und kontinuierlicher Tremor aufgezeichnet.
Der Vulkan befindet sich weiterhin auf Warnstufe III („Siaga“). Besucher und Fischer dürfen sich dem aktiven Krater innerhalb eines Radius von drei Kilometern nicht nähern. Damit ist praktisch ein großer Teil der fischreichen Gründe des Archipels off limits. Trotz der erhöhten vulkanischen Aktivität sehen Vulkanologen derzeit kein vergleichbares Tsunami-Risiko wie beim Ereignis von 2018. Da Anak Krakatau heute deutlich niedriger ist als vor dem Kollaps, wird die Gefahr eines ähnlichen Szenarios aktuell als geringer eingeschätzt.