Vulkanausbruch Merapi: 2 pyroklastische Ströme gefördert

Vulkan Merapi auf Java weiterhin aktiv – Abgänge von 2 pyroklastischen Strömen dokumentiert

Der indonesische Vulkan Gunung Merapi ist weiterhin effusiv aktiv und fördert Lava, die im Gipfelkrater austritt und den südwestlichen Lavadom wachsen lässt. Gestern kam es dabei zweimal zu Kollapsereignissen am Dom, die pyroklastische Ströme hervorgebracht haben. Im Fokus stand das zweite Ereignis, da es via LiveCam aufgrund guter Sichtbedingungen dokumentiert werden konnte.

Der „Awan Panas Guguran“, wie pyroklastische Dichteströme auf Indonesisch genannt werden, manifestierte sich um 19:20 Uhr WIB und zog eine 2000 m lange Bahn glühender Gesteinsbrocken in westlicher Richtung entlang des Kali Sat/Putih. Das Ereignis verursachte ein seismisches Signal von über zwei Minuten Dauer und erreichte eine maximale seismische Amplitude von gut 68 mm, was auf eine vergleichsweise starke Energieentladung hindeutet.

Bereits im Verlauf des Tages war der Vulkan wiederholt aktiv geworden. Beobachter von der Behörde „Badan Geologie“ meldeten insgesamt 25 Abgänge von Lava- und Gesteinsmaterial in Richtung derselben Flusssysteme, ebenfalls mit einer maximalen Reichweite von rund 2.000 Metern. Der Gipfelbereich war zeitweise klar sichtbar, wurde jedoch mehrfach durch Nebel verdeckt, weshalb der zweite pyroklastische Strom nicht visuell dokumentiert wurde.

Insgesamt wurden 149 sogenannte seismische Signale von Lavalawinenabgängen und Steinschlägen registriert. Sie wurden von 49 Hybridbeben sowie mehreren vulkanisch-tektonischen Ereignissen begleitet. Zusätzlich trat ein fernes tektonisches Beben auf. Diese Daten bestätigen, dass weiterhin Magma in das Fördersystem nachströmt und das Potenzial für weitere explosive oder kollapsbedingte Ereignisse besteht.

Die Behörden warnen daher eindringlich vor Aufenthalten in den ausgewiesenen Gefahrenzonen, insbesondere entlang der Flusstäler im Südwesten und Südosten des Vulkans. Dort können pyroklastische Ströme und Lavaschutt Entfernungen von mehreren Kilometern erreichen, während bei explosiven Ausbrüchen auch der Gipfelbereich im Umkreis von bis zu drei Kilometern gefährdet bleibt. Zusätzlich wird auf die Gefahr von Laharen bei Regenfällen sowie auf mögliche Aschebelastungen in umliegenden Siedlungen hingewiesen.