Zahlreiche Erdbeben entlang des südlichen Pazifischen Feuerrings

Hohe Seismizität am Pazifischen Feuerring – Indonesien, Tonga und Neuseeland im Fokus der Erdbeben

Datum: 06.06.2026 | Zeit: 14:09:46 UTC | Koordinaten: -17.598 ; -172.335 | Tiefe:  6 km | Mw 5,3

Entlang des südlichen Pazifischen Feuerrings – vor allem im Bereich der australischen Plattengrenze – gibt es aktuell eine besonders hohe Seismizität, die von Dutzenden moderater Erdbeben geprägt ist. Die stärkste Erschütterung hatte eine Magnitude von 5,3 und ereignete sich um 14:09:46 UTC in der nördlichen Tonga-Region. Die Herdtiefe betrug lediglich sechs Kilometer. Weitere Erdbeben konzentrierten sich entlang des Kermadec-Grabens sowie im Norden der neuseeländischen Nordinsel, wo in der Bay of Plenty der Inselvulkan White Island liegt. Er steht auf Alarmstufe 2, zeigte in den vergangenen Wochen jedoch nur geringe Aktivität.

Pazifischer Feuerring. © EMSC/Leaflet

Blickt man nach Papua-Neuguinea, erkennt man eine Reihe von Erdbeben entlang des Highland Fold and Thrust Belt, aber auch an der Nordküste. Das stärkste Beben erreichte hier eine Magnitude von 4,8. Im Bereich der Bismarcksee und des Titan-Ridge-Vulkans wurden keine stärkeren Erschütterungen registriert. Aufgrund des nur schwach ausgebauten seismischen Messnetzes ist jedoch nicht davon auszugehen, dass alle schwächeren Beben erfasst werden. Der submarine Vulkan bleibt weiterhin aktiv und erzeugt neben Dampfwolken auch thermische Signale.

In Indonesien manifestierten sich entlang des Sundabogens zahlreiche Erschütterungen. Auffällig ist ihre Häufung vor der Küste Zentraljavas, wo der Vulkan Merapi liegt, der ebenfalls aktiv bleibt. Auch in der Balisee sowie im Gebiet der Molukken bis hin zu den Philippinen kam es häufig zu Erdbeben. Auf den Molukken gibt es mehrere aktive Vulkane, von denen der Dukono vielen noch gut in Erinnerung sein dürfte. Nach seinem verheerenden Ausbruch im Mai wurde der Aufstieg zum Krater gesperrt. Das gleiche Schicksal ereilte nun vorsorglich auch den Nachbarvulkan Ibu – ganz so, wie ich es vorausgesagt hatte. Angesichts des ausufernden Vulkantourismus in Indonesien ist dies einerseits eine sinnvolle Maßnahme, andererseits jedoch ein Schlag ins Gesicht für ernsthafte Vulkanbeobachter.

Australien scheint derzeit unter erheblichen tektonischen Spannungen zu stehen, sodass es auch auf dem Kontinent selbst zunehmend zu Erdbeben kommt. In den vergangenen 24 Stunden wurden drei Erschütterungen registriert. Die stärkste erreichte eine Magnitude von 3,1.

Der Pazifische Feuerring ist ein etwa 40.000 Kilometer langer Gürtel aus Vulkanen und Erdbebenzonen, der den größten Teil des Pazifischen Ozeans umschließt. Er erstreckt sich von Neuseeland über Indonesien, die Philippinen, Japan, die Aleuten, Alaska sowie die Westküsten Nord- und Südamerikas bis nach Chile.

Der Feuerring entsteht überwiegend an Plattengrenzen, an denen ozeanische Erdplatten unter andere Platten abtauchen (Subduktion). Dabei werden starke Spannungen aufgebaut, die häufig Erdbeben auslösen. Gleichzeitig schmilzt Gestein in der Tiefe auf, wodurch Magma entsteht und Vulkane gespeist werden.

Rund 75 Prozent aller aktiven Vulkane der Erde und etwa 90 Prozent aller Erdbeben ereignen sich im Bereich des Pazifischen Feuerrings. Deshalb gilt er als die geologisch aktivste Region unseres Planeten.