Vulkan Ambae auf Vanuatu weiterhin aktiv

Ambae bleibt aktiv: Lavastrom, Aschewolken und nächtliches Vulkanglühen in Vanuatu

Der Inselvulkan Ambae liegt im Archipel von Vanuatu und zeigt weiterhin eine anhaltende eruptive Aktivität. Nach Angaben des Vanuatu Meteorology and Geo-Hazards Department befindet sich der Vulkan Manaro Voui seit dem 23. Februar auf Warnstufe 3. Die jüngste Analyse der Überwachungsdaten vom 3. Juni 2026 bestätigt, dass der Vulkanausbruch anhält und sich überwiegend auf den Bereich des Voui-Sees innerhalb der Gipfelcaldera konzentriert. Dabei zeigen Satellitendaten, dass es Anfang Juni zu einer Eskalation der Eruption kam: Es entstand eine ausgeprägte Wärmeanomalie im Krater und es stiegen Asche-Dampf-Wolken bis auf 3000 m Höhe auf.

Ambae ist ein großer Schildvulkan im Norden Vanuatus. Seine Gipfelcaldera beherbergt drei Kraterseen: den zentral gelegenen Manaro Voui, den westlich gelegenen Manaro Ngoru und den größten See, Manaro Lakua, im Osten. Ein Vergleich von Copernicus-Sentinel-2-Satellitenbildern vom 31. Juli 2025 und 27. Mai 2026 zeigt deutliche Veränderungen im Kraterbereich. Der Wasserstand des Manaro-Voui-Sees ist deutlich zurückgegangen und inzwischen praktisch trockengefallen. Zudem sind auf den aktuellen Aufnahmen rötliche Bereiche erkennbar, die auf starke Wärmeabstrahlung und aktive vulkanische Prozesse hinweisen.

Vergleichsfoto von Ambae im Juli 2025 und Mai 2026. © Copernicus/Sentinel-2

Seismische Messungen registrierten zunächst einen starken vulkanischen Tremor sowie zahlreiche vulkanotektonische Erdbeben. Satellitenaufnahmen vom 2. Juni zeigen, dass im Voui-Krater ein kontinuierlicher Lavastrom aktiv ist, der eine starke Wärmeanomalie erzeugt, die auf Satellitenaufnahmen in den SWIR-Bändern sichtbar ist. Eine Zunahme der Thermie wurde bereits seit dem 29. Mai festgestellt. Gleichzeitig werden mäßige bis sehr hohe Mengen Schwefeldioxid freigesetzt, ein deutliches Zeichen fortgesetzter Entgasungsprozesse.

Webcambilder der vergangenen Tage dokumentieren einen ständigen Ausstoß von Eruptionswolken. Diese enthalten je nach Bedingungen Vulkanasche (im Bericht passend als Sand bezeichnet), vulkanische Gase und Wasserdampf und erreichen unterschiedliche Höhen über dem Krater. Nachts ist über dem Gipfelbereich ein dauerhaftes Vulkanglühen sichtbar.

Die internationale Luftraumüberwachung verfolgt die Entwicklung aufmerksam. Das Wellington Volcanic Ash Advisory Centre meldete am 3. Juni eine anhaltende Eruption mit einer Aschewolke, die bis etwa 3.000 Meter Höhe aufstieg und mit dem Wind nach Südwesten driftete. Diese Eruptionswolken können eine Gefahr für niedrig fliegende Flugzeuge darstellen, wie sie zwischen den Inseln Vanuatus regelmäßig verkehren.

Für die Bevölkerung bleibt insbesondere die Gefahrenzone im Umkreis von drei Kilometern um den Krater gesperrt. Dort können jederzeit vulkanische Bomben, Gesteinsbrocken, Asche und Lavaströme auftreten. Behörden warnen zudem vor möglichem Ascheregen, verschmutzten Wasserquellen und Schlammlawinen bei starken Niederschlägen. Bewohner der Insel Ambae und benachbarter Inseln müssen weiterhin mit sichtbaren Aschewolken und dem nächtlichen Leuchten des Vulkans rechnen.