Starkes Erdbeben erschüttert den Zentralen Mittelatlantischen Rücken zwischen Südamerika und Afrika
Datum: 18.06.2026 | Zeit: 18:56:58 UTC | Koordinaten: -0.468 ; -20.042 | Tiefe: 10 km | Mw 6,6
Mitten im Nirgendwo des zentralen Mittelatlantiks zwischen Brasilien und der Elfenbeinküste manifestierte sich am 17. Juni 2026 um 18:56 UTC ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,6. Das Epizentrum befand sich auf der Spreizungszone des Mittelatlantischen Rückens bei den Koordinaten 0,468° Süd und 20,042° West. Das Epizentrum befand sich rund 1.250 Kilometer süd-südwestlich von Freetown in Sierra Leone. Das Hypozentrum lag in einer Tiefe von 10 Kilometern. Heute Nacht gab es 2 Nachbeben der Magnituden 5,5 und 5,1.

Tektonisch ist das Beben als Teil der anhaltenden Dehnungsprozesse entlang des Mittelatlantischen Rückens einzuordnen. Hierbei handelt es sich um eine der bedeutendsten divergenten Plattengrenzen der Erde, entlang derer die Lithosphärenplatten auf beiden Seiten des Atlantiks kontinuierlich auseinanderdriften. Im Bereich des Bebens trennen sich die Afrikanische und die Südamerikanische Platte mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei bis drei Zentimetern pro Jahr.
Der Mittelatlantische Rücken bildet eine gewaltige untermeerische Gebirgskette, die sich über eine Länge von mehr als 16.000 Kilometern erstreckt. Entlang seiner zentralen Riftzone steigt heißes Mantelgestein auf. Durch Druckentlastung schmilzt ein Teil des Gesteins, Magma entsteht und dringt in die Kruste ein. Beim Erstarren bildet es neue ozeanische Kruste. Dieser Prozess wird als Seafloor-Spreading bezeichnet und sorgt dafür, dass der Atlantische Ozean langsam breiter wird. Da die Erde nicht größer wird, verschwindet besonders entlang des Pazifiks ozeanische Kruste entlang der Subduktionszonen, die man als Gegenpart der Riftzonen verstehen kann. Vermutlich haben wir es den Kräften, die auch die Plattentektonik antreiben, zu verdanken, dass auf der Erde Leben möglich ist.
Erdbeben am Mittelatlantischen Rücken entstehen überwiegend durch die Dehnung und Zerbrechung der jungen ozeanischen Kruste sowie entlang von Transformstörungen, die einzelne Rückenabschnitte miteinander verbinden. Die geringe Herdtiefe von 10 Kilometern spricht für einen Bruch innerhalb der spröden oberen Ozeankruste, wie er für divergente Plattengrenzen typisch ist.