Über Vulkanfilmer Marc Szeglat und die Vulkanvideos
Vulkanfilmer und Journalist Marc Szeglat zeigt hier Videos über Vulkanausbrüche und bietet Footage zur Lizenzierung an. Hier findet ihr eine Auswahl der interessantesten Videoclips aus dem umfangreichen Videoarchiv von vulkane.net. Weitere Videos findet ihr bei den entsprechenden
Vulkanbeschreibungen, oder auf meinen Video-Channels auf Youtube und Vimeo.
Vulkanausbrüche filmen und fotografieren
Vulkanausbrüche zu filmen ist eine anspruchsvolle Aufgabe und ein Spezialgebiet des Naturfilms: Man muss nicht nur über entsprechende filmische und fotografische Kenntnisse verfügen und die richtige Kameraausrüstung zusammenstellen, sondern sich auch mit dem Vulkanismus gut auskennen. Schließlich gilt es, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein ‐ und die Aktion auch zu überleben.
Generell ist beim Filmen und Fotografieren die Nähe zum Objekt seiner Begierde durch nichts zu ersetzen. Dennoch muss der richtige Abstand zur Eruption eingehalten werden, um nicht in Lebensgefahr zu geraten. Viele Vulkankrater liegen zudem in hochalpinen Regionen, sodass Vulkanfilmer über entsprechende bergsteigerische Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen müssen.
Darüber hinaus ist es wichtig, sich den unterschiedlichsten klimatischen und kulturellen Gegebenheiten anzupassen. Denn man bekommt es nicht nur mit praktisch allen Klimazonen der Erde zu tun, sondern auch mit verschiedensten Menschen, die einem vor Ort möglicherweise helfen können. Neben guter Kondition sind auch mentale Stabilität und eine hohe Frustrationstoleranz gefragt, denn nicht immer ist man von Erfolg gekrönt.
Last but not least benötigt man ausreichend finanzielle Reserven, denn Vulkanreisen sind teuer. Selbst wenn man das Glück hat, seine Aufnahmen verkaufen zu können, muss man in der Regel in Vorkasse für die Produktionen gehen. Allerdings ist der Markt für Vulkanaufnahmen aufgrund der weiten Verbreitung von LiveCams und filmenden Smartphones umkämpft, sodass die Konkurrenz groß und die Erträge vergleichsweise gering geworden sind. Hinzu kommen wachsende Bürokratie und eine zunehmende Verbotsmentalität, die die Arbeit eines Vulkanfilmers erschweren.
Erfreulich ist, dass die Ausrüstung eines Vulkanfilmers bzw. Fotografen in den letzten Jahren deutlich leichter geworden ist: Seit die sogenannten spiegellosen Systemkameras immer höhere Auflösungen, Lichtempfindlichkeit und Dynamik aufweisen, ist es eher eine Frage des Objektivsystems, auf welches Fabrikat man setzt. Während große Sensoren für Nachtaufnahmen lichtschwacher Erscheinungen bei Vollmond weiterhin unerlässlich sind, reichen Kameras mit kleineren Sensoren und leichteren Objektiven für Aufnahmen in der Dämmerung aus. Tagsüber genügen häufig sogar Smartphones. Bei Nachtaufnahmen neigen diese an Vulkanen allerdings noch dazu, Bilddetails zu erfinden oder stark zu rauschen. Besonders im Telebereich ab 200 mm kommt man jedoch um eine Systemkamera mit entsprechendem Objektiv und einem stabilen Stativ nicht herum.
Drohnen bieten in der Vulkanfilmerei fantastische Möglichkeiten, nahe heranzukommen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, und erschließen Perspektiven, die auf herkömmliche Weise kaum erreichbar wären. Dennoch gilt es zu bedenken, dass Drohnengesetze weltweit meist verbieten, außer Sichtweite und höher als 120 Meter zu fliegen. Darüber hinaus befinden sich viele Vulkane in Nationalparks oder in Flugverbotszonen in großen Höhenlagen. Im Falle spektakulärer Ausbrüche oder Katastrophen besteht häufig ein generelles Drohnenflugverbot. Wenn man sich nicht daran hält und erwischt wird, drohen hohe Geldstrafen von bis zu 50.000 Euro ‐ teilweise sogar Gefängnisstrafen.