Vulkane.net

  • News
    • Eruptionen
    • Erdbeben
    • Katastrophen
    • Bildberichte
    • Forschungsberichte
    • WIKI-Lexikon
    • Startseite Blog
  • Schüler
    • Vulkane Schüler
    • Erdbeben Schüler
    • Geologie
    • Dinosaurier
    • Alle Schülerseiten anzeigen
  • Reportagen
    • Fogo
    • Sinabung
    • Kamtschatka 2012
    • Batu Tara
    • Nyiragongo 2011
    • Merapi 2010
    • Eyjafjallajökull
    • Soufrière Hills
    • Anak Krakatau
    • Erta Alé 2002
    • Alle Reportagen anzeigen
  • Regionen
    • Afrika
    • Kanarische Inseln
    • Riftvalley
    • Europa
    • Italien
    • Island
    • Vulkaneifel
    • Pazifischer Feuergürtel
    • Guatemala
    • Hawaii
    • Indonesien
    • Japan
    • Vanuatu
    • Alle Vulkanregionen anzeigen
  • Vulkane
    • Ätna
    • Campi Flegrei
    • Erta Alé
    • Fuego
    • Kilauea
    • Krakatau
    • Merapi
    • Ol Doinyo Lengai
    • Piton Fournaise
    • Sakurajima
    • Stromboli
    • Vesuv
    • Yellowstone
    • Alle Vulkane anzeigen
  • Vulkanologie
    • Beobachtung
    • Geysire
    • Krater
    • Magma & Lava
    • Hot Spot
    • Pyroklastische Ströme
    • Supervulkane
    • Vulkan
    • Vulkanausbruch
    • Vulkanische Blitze
    • Vulkanische Gase
    • Vulkangefahren
    • Vulkanismus
    • Alles zur Vulkanologie anzeigen
  • Mehr
    • Erdbeben & Seismologie
    • Naturkatastrophen
    • Vulkankatastrophen
    • Vulkanreisen
    • Weltblick

Vulkane und Erdbeben in Australien

Australien gilt als einer der tektonisch stabilsten Kontinente der Erde. Der gesamte Kontinent liegt im Inneren der Indo-Australischen Platte, weit entfernt von aktiven Plattengrenzen wie Subduktionszonen oder Spreizungsrücken, und ist von ozeanischer Kruste umgeben, die mit dem Kontinent verbunden ist. Entsprechend fehlen die typischen Erscheinungen aktiver Plattentektonik: Starke Erdbeben und große Vulkanketten explosiver Stratovulkane oder mächtige Schildvulkane wie den Mauna Loa sucht man hier vergebens. Dennoch ist Australien keineswegs geologisch "tot". Über den Kontinent verteilt finden sich mehrere Vulkanregionen bzw. Vulkanfelder, die überwiegend durch Intraplattenprozesse entstanden sind und sich durch Mantelmaterial formten, das durch lokale Schwächezonen in der Erdkruste aufgestiegen ist. Diese Vulkanfelder sind meistens alt und oft stark erodiert, aber in einigen Fällen geologisch betrachtet überraschend jung.

Ein wesentlicher Grund für die geologische Stabilität Australiens liegt in seinen ausgedehnten Kratonen - uralten Kernen der Erdkruste, die seit Milliarden Jahren kaum verändert wurden. Zu den wichtigsten zählen der Pilbara-Kraton und der Yilgarn-Kraton, deren Gesteine bis zu etwa 3,5-3,8 Milliarden Jahre alt sind und damit zu den ältesten "echten" Gesteinen der Erde gehören. Noch älter sind winzige Zirkon-Kristalle aus den Jack Hills, die ein Alter von bis zu 4,4 Milliarden Jahren erreichen und Hinweise auf eine sehr frühe Erdkruste liefern. Diese uralten Krustenbereiche sind besonders dick und stabil und wurden im Gegensatz zu jüngeren Plattenrändern nicht durch Subduktion recycelt. Da Australien seit sehr langer Zeit keine intensiven Gebirgsbildungsprozesse mehr erlebt hat, blieben diese Strukturen weitgehend erhalten. So bildet der Kontinent heute ein geologisches "Archiv" der frühen Erdgeschichte.

Erdbeben in Australien

Auch wenn Australien als geologisch stabil gilt, treten vereinzelt Erdbeben auf. Der Kontinent liegt im Inneren der Indo-Australischen Platte und ist weit von aktiven Plattengrenzen entfernt. Die meisten Beben sind daher intraplattenbedingt und entstehen durch Spannungen, die sich über lange Zeit in der Erdkruste aufbauen und entlang millionen Jahre alter Störungszonen entladen. Diese Erdbeben sind meist schwach, können aber gelegentlich auch Magnituden im Sechserbereich erreichen. Ein bekanntes Beispiel ist das Beben von Newcastle im Jahr 1989, das mit einer Magnitude von 5,6 vergleichsweise große Schäden verursachte und 13 Menschen das Leben kostete.

Im Gegensatz zu klassischen Vulkanregionen stehen Erdbeben und Vulkanismus in Australien meist nicht in direktem Zusammenhang, sondern sind Ausdruck unterschiedlicher Prozesse innerhalb der stabilen Kontinentalplatte. Gemeinsam zeigen sie jedoch, dass der Kontinent trotz seiner ruhigen Lage weiterhin von inneren Kräften geprägt ist und geologisch keineswegs vollständig inaktiv ist.

Vulkane auf dem australischen Festland

australien karte

Den Überblick über die Vulkanregionen Australiens beginnen wir nicht mit den bekannten Vulkaninsel des politischen Australien, wie jenen im Randbereich der Antarktis, sondern mit den bei uns wenig bekannten Vulkanprovinzen des Festlandes.

Südostaustralien - Newer Volcanics Province

Die bedeutendste und jüngste Vulkanregion des Kontinents ist die Newer Volcanics Province, die in den Bundesstaaten Victoria und South Australia liegt. Die Provinz ist auch unter dem Namen der ansässigen Aborigines vom Stamm der Gunditjmara bekannt. Auf einer Fläche von rund 15.000 km² verteilen sich hier mehr als 400 einzelne Vulkane. Anders als bei klassischen Vulkanketten handelt es sich nicht um ein zentrales System, sondern um ein Vulkanfeld mit vielen kleinen Eruptionszentren, und es erinnert an die Vulkaneifel in Deutschland.
Tatsächlich begann die eruptive Aktivität wahrscheinlich im späten Miozän, mit einer pliozänen Hauptphase, reicht aber bis ins Holozän: Die jüngsten Ausbrüche ereigneten sich vor etwa 5.000 Jahren. Somit gilt der Vulkanismus in dieser Region noch als aktiv, die Vulkane ruhen nur und sind nicht erloschen, wobei viele der hier anzutreffenden Vulkanformen monogenetisch sind. Typisch sind Schlackenkegel, Maare und Tuffringe sowie ausgedehnte, relativ dünnflüssige Lavaflüsse. Die Eruptionen waren meist kleinvolumig und wenig explosiv, können aber lokal markante Landschaften schaffen - etwa Kraterseen wie den Blue Lake.

Zu den bekanntesten Vulkanen gehören Mount Gambier - bei dem es sich eigentlich um ein System aus Maaren und Schlackenkegeln handelt - und Mount Schank, ein ca. 120 m hoher Schlackenkegel, der vermutlich strombolianisch aktiv war und eine der jüngsten vulkanischen Manifestationen des Areals darstellt.
Diese Region zeigt eindrucksvoll, dass selbst ein stabiler Kontinent noch vor kurzer geologischer Zeit vulkanisch aktiv war und prinzipiell auch wieder aktiv werden könnte, wenn auch ohne konkrete Hinweise auf eine baldige Eruption.

Ostaustralien - erodierte Vulkanprovinzen

Entlang der Ostküste Australiens finden sich zahlreiche ältere Vulkanstrukturen, die heute stark erodiert sind. Ein markantes Beispiel ist Mount Warning, der Rest eines großen Schildvulkans. Auch Mount Canobolas gehört zu dieser Gruppe und ist etwa 12-13 Millionen Jahre alt, also etwa doppelt so alt wie das Newer-Vulkanfeld.
Diese Vulkane sind Teil einer Kette, die sich entlang der Ostküste erstreckt und vermutlich durch die Bewegung des Kontinents über einen stationären Mantelaufstrom ("Hotspot", bzw. "Mantelplume") entstanden ist. Im Laufe von Millionen Jahren wurde die ursprüngliche Vulkanlandschaft stark abgetragen, sodass heute meist nur noch die widerstandsfähigen Kerne der Schlotfüllungen sichtbar sind, ähnlich wie beim "Strombolicchio" in Süditalien.

Nordost-Australien - Lavafelder der McBride Volcanic Province

undara-caveIn Queensland befinden sich mehrere ausgedehnte basaltische Lavafelder die zur McBride Volcanic Province gehören. Besonders bekannt ist hier der Undara Volcano, der im Undara Volcanic National Park geschützt ist. Der Undara prägte das Umland durch eine gewaltige Eruption vor etwa 190.000 Jahren, bei der enorme Mengen Baslatlava gefördert wurden. Zum Höhepunkt der Eruption betrug der Förderrate 1000 Kubikmeter pro Sekunde.Bei dieser Eruption entstanden einige der längsten bekannten Lavaröhren (Lavatubes) der Erde, die ursprünglich über 100 Kilometer lang waren. Diese bilden sich, wenn die Oberfläche eines Lavaflusses erstarrt, während darunter weiterhin flüssige Lava abfließt und schließlich Hohlräume hinterlässt. In Undara erreichen diese Röhren -von denen die bekannteste die Bayliss Cave ist- heute noch Längen von mehreren Kilometern und zählen zu den eindrucksvollsten vulkanischen Strukturen Australiens.
Die Vulkanaktivität in Queensland war überwiegend ruhig und basaltisch, mit großflächigen Lavaflüssen statt explosiver Ausbrüche. Auch diese Region ist heute inaktiv, zeigt aber deutlich, dass Australien in der jüngeren Erdgeschichte starke vulkanische Phasen durchlebt hat.

Ursachen des australischen Vulkanismus

Da Australien fernab aktiver Plattengrenzen liegt, ist sein Vulkanismus nicht plattengrenzengebunden. Stattdessen spielen folgende Faktoren eine Rolle:
  • Mantelplumes oder Hotspots, über die sich der Kontinent hinwegbewegt
  • lokale Schwächezonen in der Kruste, durch die Magma aufsteigen kann
  • geringe, aber vorhandene Dehnung und Spannungen innerhalb der Platte
Das Ergebnis sind verstreute Vulkanfelder ohne klare lineare Anordnung, oft mit langen Ruhephasen zwischen einzelnen Eruptionsereignissen.

Vulkanismus außerhalb des Festlands

Die einzigen derzeit aktiven Vulkane im australischen Hoheitsgebiet liegen weit entfernt vom Kontinent selbst, im südlichen Indischen Ozean. Die wichtigsten sind auf Heard Island und den McDonald Islands zu finden.
Auf Heard Island erhebt sich der Vulkan Big Ben mit dem Gipfel Mawson Peak, der regelmäßig aktiv ist und zu den wenigen dauerhaft aktiven Vulkanen Australiens zählt. Auch die McDonaldinseln haben in jüngerer Zeit Eruptionen erlebt, insbesondere zwischen den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren.
Diese Inseln unterscheiden sich deutlich vom Festland: Sie liegen näher an tektonisch aktiveren Zonen des Südozeans und zeigen kontinuierliche vulkanische Aktivität, während das australische Festland selbst seit Jahrtausenden keine Eruption mehr erlebt hat.

Fazit

Australien erscheint auf den ersten Blick als geologisch ruhiger Kontinent, doch ein genauerer Blick zeigt eine vielfältige vulkanische Vergangenheit. Von den jungen Vulkanfeldern im Südosten über die erodierten Vulkane der Ostküste bis hin zu den ausgedehnten Lavafeldern im Norden reicht ein Spektrum, das die intraplatten Dynamik der Indo-Australischen Platte widerspiegelt. Ergänzt wird dieses Bild durch aktive Vulkane auf abgelegenen Inseln im Südozean.

Erdbeben und Vulkane sind nicht die einzigen Naturphänomene Australiens, die Naturkatastrophen auslösen können. Der Kontinent wird häufig von wetter- und klimabedingten Phänomenen heimgesucht, die sich nicht selten zu Katastrophen entwickeln.

Online seit 2026. Bild: Archway-Cave. © JulieMay54/KI-bearbeitet. Lizenz der CC. Map: KI-generiert

Steckbriefe Vulkane Australiens

Newer Volcanics Province - Lage: -37.65, 143.93, Höhe: 745 m, Art: Vulkanfeld

Undara Volcano - Lage: -18.201111, 144.596111, Höhe: 1020 m, Art: Schildvulkan

Mount Warning - Lage: -28.39, 153.27, Höhe: 1.159 m, Art: Schildvulkan

Big Ben - Lage: -53.1, 73.516667, Höhe: 2745 m, Art: Komplexvulkan


Links

» News Australien

© vulkane.net. All rights reserved. Created by Marc Szeglat.

  • Cookie-Richtlinien
  • Datenschutz
  • Impressum