Australien: Erdbeben Mb 4,5 im zentralen Outback

Mittelstarkes Erdbeben im Zentrum Australiens – rohstoffreiche Deformationszone im Outback erschüttert

Datum: 05.05.2026 | Zeit: 00:16:51 UTC | Koordinaten: -26.000 ; 130.744 | Tiefe: 5 km | Mb 4,5

Ein Erdbeben der Magnitude 4,5 hat am 5. Mai 2026 eine abgelegene Region im Zentrum Australiens erschüttert. Das Beben ereignete sich um 00:16:51 UTC in geringer Tiefe von nur fünf Kilometern – ein Hinweis darauf, dass die Ursache in der spröden oberen Erdkruste liegt. Das Epizentrum lag an der Grenze zwischen dem Northern Territory und South Australia, rund 100 Kilometer südlich von Yulara.

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Im globalen Maßstab gilt ein Beben dieser Stärke als moderat. Für Australien ist es jedoch durchaus bemerkenswert: Der Kontinent liegt vollständig innerhalb der Australischen Platte und zählt zu den tektonisch ruhigeren Regionen der Erde. Insbesondere das Outback gilt als seismisch stabil, da es den alten Kontinentkern (Kraton) Australiens bildet. Die meisten registrierten Erdbeben bleiben unter Magnitude 4. Ereignisse darüber sind seltener, können aber auftreten und sind dann lokal deutlich spürbar. Im aktuellen Fall verstärkte die geringe Herdtiefe die Wahrnehmbarkeit des Bebens zusätzlich, wenngleich dem EMSC keine Wahrnehmungsmeldungen vorliegen.

Geologisch betrachtet ereignete sich das Beben in einer uralten Deformationszone südlich des Amadeus Basin im Einflussbereich der Musgrave Ranges. Diese Region wurde bereits vor über 500 Millionen Jahren während der Petermann-Orogenese geformt. Damals wurden Gesteinsschichten entlang großräumiger Störungen gefaltet und angehoben. Die heute sichtbaren, oft ost-west verlaufenden Bergrücken sind stark erodierte Reste dieser gebirgsbildenden Prozesse.

Alte Störungszonen spielen eine zentrale Rolle für die heutige Seismizität Australiens. Obwohl die ursprüngliche Gebirgsbildung längst abgeschlossen ist, wirken weiterhin Spannungen innerhalb der Platte. Diese können die alten Schwächezonen reaktivieren und Erdbeben auslösen – wie es vermutlich auch im aktuellen Fall geschehen ist.

Auch wirtschaftlich ist die Region von Interesse. Die Musgrave-Region beherbergt bedeutende Rohstoffvorkommen, darunter Nickel-, Kupfer- und Platingruppenmetalle. Projekte wie das Nebo-Babel-Vorkommen zeigen, dass selbst in abgelegenen Gebieten des australischen Binnenlands erhebliche mineralische Ressourcen lagern. Im nördlich gelegenen Amadeus Basin befindet sich nicht nur der bekannte Uluru (Ayers Rock), sondern es gibt dort auch Erdöl- und Gaslagerstätten sowie Evaporite, die große Salzseen bilden.

Das aktuelle Beben manifestierte sich zwar im besonders stabilen Kern des fünften Kontinents, ist jedoch kein isoliertes Ereignis, sondern Ausdruck der geologischen Vergangenheit Australiens, die man durchaus als bewegt bezeichnen kann.

Zunahme der Seismizität in Australien?

In den letzten Tagen taucht Australien immer öfter in den Erdbebenmeldungen auf und auf der – extra weiter gefassten – Shakemap erkennt man, dass es in den letzten 24 Stunden zwei weitere Erdbeben gab. Subjektiv wahrgenommen gibt es eine Häufung von Erdbeben, wissenschaftlich bewiesen ist das aber nicht. Entlang der Plattengrenze gab es sehr viele Erschütterungen und die Vermutung liegt nahe, dass sich ein Teil der Spannungen an den Rändern des Kontinents auch auf sein Zentrum überträgt.

Australien: Schwaches Erdbeben im Süden

Schwaches Erdbeben Mb 2,7 im Westen von New South Wales registriert – tektonische Spannungen im Inneren Australiens

Gestern wurde im Westen des australischen Bundesstaates New South Wales ein schwaches Erdbeben der Magnitude 2,7 registriert. Das Erdbeben ereignete sich am 26. April um 15:12:14 UTC. Sein Hypozentrum lag in etwa 10 km Tiefe bei den Koordinaten 30,650°S / 141,224°E, rund 148 km nordnordwestlich von Broken Hill -wo es bekannte Erzlagerstätten gibt -und etwa 535 km nordnordöstlich von Adelaide. Aufgrund der geringen Magnitude war das Beben für die Bevölkerung wahrscheinlich nicht spürbar gewesen und wurde ausschließlich von seismischen Messstationen erfasst. Dennoch ist es von geologischem Interesse und liefert mir Gelegenheit, etwas über Tektonik und Vulkane Australiens zu schreiben.

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Das Erdbeben manifestierte sich im Inneren der Indo-Australischen Platte, weit entfernt von aktiven Plattengrenzen des Pazifiks. Erdbeben in dieser Region entstehen nicht durch Kollisionen zwischen Platten, sondern durch die Reaktivierung alter, tiefreichender Störungszonen in der als stabil geltenden kontinentalen Kruste. Der Bereich um Broken Hill ist Teil eines sehr alten kristallinen Grundgebirges, das über Milliarden Jahre hinweg mehrfach deformiert wurde, wobei sich Nord-Süd-verlaufende Störungen entwickelten. Diese Strukturen wirken heute als Schwächezonen, in denen sich die durch die Plattenbewegung erzeugten Spannungen gelegentlich entladen.

Solche intraplatten Erdbeben sind in Australien selten, ihr gelegentliches Auftreten gilt nicht als besorgniserregend. Die Spannungen resultieren aus Fernkräften der Plattenränder, insbesondere der Kollision im Norden Richtung Indonesien sowie komplexen Spannungsfeldern im Südwestpazifik.

Erdbeben unweit australischer Vulkanzone

Im weiteren regionalen Kontext ist Australien zudem geologisch keineswegs vollständig inaktiv. Im Südosten des Kontinents und in relativer Nähe des Epizentrums liegt die sogenannte „Newer Volcanics Province“, ein ausgedehntes Vulkanfeld mit rund 400 kleinen Vulkanen. Dieses Feld umfasst Mount Gambier und Mount Schank und ist geologisch betrachtet sehr jung – die jüngsten Eruptionen ereigneten sich vor etwa 5.000 Jahren im Holozän. Der Vulkanismus äußerte sich überwiegend in Form kleiner Schlackenkegel, Maare und Lavaflüsse und war nur wenig explosiv. Die Newer-Vulkanprovinz ähnelt dem Vulkanfeld der deutschen Westeifel und weist sogar jüngere Aktivität auf und könnte eines Tages wieder ausbrechen.

Erdbeben und Vulkane im Inneren Australiens zeigen, dass der Kontinent trotz seiner tektonischen Stabilität weiterhin von inneren Spannungs- und Mantelprozessen geprägt ist.

Australien: Rekordniederschläge im Süden

Regen der Superlative – extremer Starkregen überflutet Teile von Australien

Australien durchlebt in diesen Tagen ein außergewöhnliches Niederschlagsereignis, dessen Stärke von Meteorologen als ein Ereignis eingeordnet wird, das „einmal pro Generation“ auftritt. Besonders betroffen sind die südlichen Bundesstaaten South Australia, Victoria und New South Wales, die für ihr trockenes Klima bekannt sind. Innerhalb weniger Tage fielen in manchen Regionen Regenmengen, wie sonst in einem ganzen Jahr.

Nach Angaben des Bureau of Meteorology führte eine ungewöhnlich feuchte tropische Luftmasse in Kombination mit einem langsam ziehenden Tiefdrucksystem zu anhaltenden und intensiven Niederschlägen. Der leitende Meteorologe Dean Narramore – der im australischen Fernsehen auftrat – beschrieb die Luft in normalerweise trockenen Wüstenstädten als „aktuell unglaublich feucht“ und verglich sie mit tropischen Standorten Australiens wie Darwin oder Cairns.

In South Australia wurden historische Niederschlagswerte gemessen. In Loxton waren es 56 mm in 24 Stunden, was einen neuen Rekord für den Monat März aufstellt. In Yunta waren es 129 mm. In den Flinders Ranges kam es zu schweren Überschwemmungen, als ansonsten fast trockene Flüsse massiv über die Ufer traten. Berichten zufolge gab es mindestens ein Todesopfer.

Auch im Nordwesten Victorias erreichten die Niederschläge extreme Dimensionen. In Mildura wurden bis zum Morgen des 2. März 83 mm gemessen, was ebenfalls einen neuen Rekord darstellte. Es war der nasseste Märztag seit Beginn der Aufzeichnungen. Innerhalb einer Woche summierten sich die Mengen regional auf 140 bis 150 mm.

Im Südwesten von New South Wales, insbesondere in der Region Riverina, traten lokal 40 bis 70 mm in nur sechs Stunden auf, stellenweise bis zu 100 mm. Viele Böden waren mit Nässe gesättigt, wodurch die Hochwassergefahr trotz inzwischen nachlassenden Regens hoch bleibt.

Für uns Europäer sind diese Werte nicht unbedingt alltäglich, stellen aber bei Unwettern keine außergewöhnlichen Rekorde dar. In sonst ariden Gegenden reagieren Mensch und Natur auf solche Niederschlagsmengen sensibler.

Als mögliche Ursachen für die ungewöhnliche Wetterlage gelten mehrere Faktoren: Ein stationäres Tief transportierte kontinuierlich feuchte Luft aus dem tropischen Norden Australiens in den ariden Südosten. Zweitens begünstigten ungewöhnlich warme Meeresoberflächen höhere Verdunstungsraten und damit größere Feuchtemengen in der Atmosphäre. Drittens kann der langfristige Klimawandel Extremniederschläge verstärken, da wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Zusammengenommen führten diese Bedingungen zu einem Ereignis mit dramatischen Folgen für Infrastruktur, Landwirtschaft und Bevölkerung.

Auch im benachbarten Indonesien kam es gestern zu Starkregen, der am Vulkan Merapi im Süden Zentraljavas zu überlaufenden Flüssen und Laharabgängen führte.

Australien: Extreme Bodentemperaturen gemessen

Neue Satellitendaten bestätigen extreme Bodentemperaturen während Hitzewelle in Australien

Australien erlebte Anfang Januar eine außergewöhnliche Hitzewelle, die nicht nur neue Lufttemperatur-Rekorde hervorbrachte, sondern auch extrem hohe Bodentemperaturen, die von Satelliten aus gemessen wurden. Heute veröffentlichte Daten des europäischen Copernicus-Programms dokumentieren Landoberflächentemperaturen von bis zu 60 Grad Celsius, die in Teilen des trockenen Binnenlands von New South Wales und South Australia auftraten. In Orten wie Willcania und Broken Hill heizte sich der Boden auf Werte auf, die selbst für australische Verhältnisse extrem sind und die Intensität der Hitzewelle hervorheben. Barfußlaufen ist da weniger empfehlenswert.

australien
Australien. © Copernicus

Die Hitzewelle ist nicht nur von akademischem Interesse, sondern wirkte sich auch auf die Gesundheit der Bevölkerung aus und ließ kreislaufbedingte Notfälle in die Höhe schnellen. Vorläufige Zahlen gehen von bis zu 50 Hitzetoten aus, weswegen man die Hitzewelle als Naturkatastrophe betrachten kann. Zudem kam es zu lokal begrenzten Stromausfällen, da die Stromnetze durch Klimaanlagen auf Volllast überfordert wurden.

Die Extremtemperaturen betreffen nicht nur die Luft, sondern auch die Oberfläche von Böden und versiegelten Flächen. Dennoch stehen sie in enger Beziehung zu den gemessenen Lufttemperaturen. Während des Höhepunkts der Hitzewelle kletterten diese vielerorts auf knapp 50 Grad Celsius. Eine über Tage hinweg ortsstabile Hochdruckwetterlage mit starker Sonneneinstrahlung führten dazu, dass sich die Erdoberfläche deutlich stärker aufheizt als die darüberliegende Luft. Die extremen Bodentemperaturen bewirken dabei eine verstärkende Rückkopplung: Sie geben besonders nachts Wärme an die Atmosphäre ab, erschweren dadurch die Abkühlung und treiben die Temperaturen auf Extremwerte. Die Hitzewelle erhöht die gesundheitliche Belastung ebenso wie das Risiko von Buschbränden.

Weitere Copernicus-Daten korrelieren mit den Extrembedingungen in Australien und stellen einen globalen Kontext her: Gemeint sind die Temperaturen der Ozeane, die auch 2025 deutlich über dem langjährigen Mittel lagen. Auswertungen des Copernicus Marine Service und von Mercator Ocean International zeigen weit verbreitete marine Hitzewellen und eine unterdurchschnittliche Meereisausdehnung, die sogar trotz eher kühlend wirkenden La-Niña-Bedingungen auftraten. Tatsächlich war 2025 das wärmste La-Niña-Jahr seit Beginn moderner Ozeanmessungen.

Diese warmen Ozeane spielen eine zentrale Rolle für das Geschehen über Land. Sie speichern den Großteil der überschüssigen Wärme im Klimasystem und beeinflussen großräumige Zirkulationsmuster der Atmosphäre. Im australischen Raum begünstigen sie stabile Hochdrucklagen mit geringer Bewölkung und eine anhaltende Trockenheit. Die extreme Erwärmung der australischen Landoberfläche ist damit Ausdruck eines Klimasystems, das insgesamt mehr Energie enthält – mit spürbaren Folgen für Mensch, Umwelt und Infrastruktur.

Australien: Hitzewelle nach Überflutungen

Zwischen Hitze und Flut – Australien fest im Griff der Wetterextreme

Australien erlebte in den letzten Tagen einen schnellen Wechsel extremer Wetterereignisse: Während Queensland erst vor wenigen Tagen mit starken Überschwemmungen kämpfte, hat nun eine Hitzewelle das Land im Griff und es drohen neue Waldbrände. Die Kombination aus Hitze und Starkregen scheint auf den ersten Blick widersprüchlich zu sein, doch Wissenschaftler warnen, dass beide Phänomene Symptome eines sich rasant verändernden Klimas sind.

Hitzewelle
Hitzewelle Australien

In den vergangenen Wochen stiegen die Temperaturen in weiten Teilen Australiens auf Rekordwerte von bis zu 49 Grad Celsius an. Städte wie Melbourne und Adelaide verzeichneten Hitzeextreme, die für Menschen und Infrastruktur eine große Belastung darstellen. Parallel dazu richteten die heftigen Regenfälle in Queensland vor wenigen Tagen massive Schäden an. Flüsse traten über die Ufer und ganze Gemeinden wurden überschwemmt. Obwohl das Hochwasser inzwischen zurückging, dauern die Aufräumarbeiten noch an.

Wie lassen sich diese scheinbaren Gegensätze erklären? Klimaforscher machen den menschengemachten Klimawandel als übergeordneten Auslöser für extreme Wetterereignisse verantwortlich. Durch die globale Erderwärmung kann die Atmosphäre deutlich mehr Feuchtigkeit speichern. Der Wert liegt bei rund sieben Prozent pro Grad Celsius Erwärmung. Das führt dazu, dass Starkregenereignisse intensiver werden und länger andauern können. Gleichzeitig sorgt der Temperaturanstieg für ein gehäuftes Auftreten von Hitzewellen. Aufgrund langanhaltender und weitestgehend ortsstabiler Hochdruckgebiete werden extreme Temperaturen generiert.

Die globale Verstärkung der Wetterextreme ist eng mit der Erwärmung der Meere verbunden, wodurch die Atmosphäre mit zusätzlicher Energie und Wasserdampf versorgt wird, ähnlich wie wir es in den letzten Tagen auch im Mittelmeerraum erlebten.

Die Folgen für Bevölkerung und Umwelt sind ernst zunehmen: Hitzeperioden erhöhen das Risiko für gesundheitliche Schädigungen, während Überschwemmungen Existenzen bedrohen. Ökosysteme geraten unter Druck und erleiden große Schäden.

Besonders gefährdet sind Menschen aus sozial schwächere Bevölkerungsgruppen, weil sie oft weniger Schutz vor den Folgen solcher Extremereignisse haben und finanzielle Rückschläge nur schwer überwinden können.

Politik und Gesellschaft stehen vor der Herausforderung, effektive Strategien zur Anpassung an die Klimaveränderungen und Risikominimierung im Fall von Extremwetterereignissen zu entwickeln. Neben Maßnahmen zum besseren Katastrophen- und Klimaschutz sind vor allem schnellere Schritte zur Reduktion des Treibhausgasausstoßes notwendig, um die Erderwärmung einzudämmen. Dabei ist eine globale Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung: Der Kampf einzelner Staaten bringt wenig, wenn die globalen Player wie die USA und Russland nicht mitziehen. Auch das Mitwirken der bevölkerungsreichsten Länder, Indien und China, ist von großer Bedeutung.

Australien: Sturzfluten reißen Autos mit

Sturzfluten verwüsten Südküste von Australien – Great Ocean Road gesperrt

Ein ungewöhnlich starkes Unwetter hat den australischen Bundesstaat Victoria erschüttert und entlang der berühmten Great Ocean Road schwere Verwüstungen angerichtet. Innerhalb weniger Stunden fielen in Teilen der Südküste außergewöhnlich hohe Regenmengen, die zu abrupten Sturzfluten führten. Besonders betroffen waren die Orte Wye River, Lorne und Kennett River, wo Bäche und kleine Flüsse über die Ufer traten und sich reißende Wassermassen ihren Weg Richtung Meer bahnten. Dabei wurden mehrere Fahrzeuge in den Ozean gespült.

Die Great Ocean Road, eine der bekanntesten Küstenstraßen Australiens und eine wichtiger touristischer Attraktion, musste vollständig gesperrt werden, da die Fahrbahnen nicht nur überflutet waren, sondern auch durch umgestürzte Bäume und Erdrutsche blockieren wurden und sie und unpassierbar machten. In mehreren Abschnitten riss das Wasser Teile der Straße fort und unterspült sie.

Besonders dramatisch waren die Szenen in Küstennähe: Mehrere Autos wurden von den Fluten erfasst und ins Meer gespült. Auch Wohnwagen, Zelte und Campingausrüstung aus nahegelegenen Ferienanlagen wurden mitgerissen und zerstört. Augenzeugen berichteten von Wassermassen, die innerhalb von Minuten Parkplätze und Campingplätze überfluteten. Nach bisherigen Angaben kamen keine Menschen ums Leben; die Behörden gehen davon aus, dass sich in den weggeschwemmten Fahrzeugen keine Personen befanden.

Die Einsatzkräfte des State Emergency Service, der Feuerwehr und der Polizei waren die ganze Nacht im Dauereinsatz. Menschen wurden aus überfluteten Häusern gerettet, einige suchten auf Dächern oder höher gelegenem Gelände Schutz. In mehreren Caravan-Parks ordneten die Behörden vorsorgliche Evakuierungen an. Zusätzlich kam es zu Stromausfällen, die Tausende Haushalte betrafen.

Meteorologen sprechen von einem extrem intensiven Gewitterereignis, wie es in dieser Stärke nur selten vorkommt. Innerhalb weniger Stunden fielen mehr als 170 mm Niederschlag, was in etwa die doppelte Monatsmenge entspricht. Die Behörden warnen, dass weitere Regenfälle nicht ausgeschlossen sind und sich die Lage erneut verschärfen könnte. Während Aufräumarbeiten beginnen, wird bereits über die wachsende Häufigkeit solcher Extremwetterereignisse in Australien diskutiert und über die Frage, wie gut die Infrastruktur darauf vorbereitet ist.

Australien hat sich zum Ziel gesetzt, seinen CO₂-Ausstoß bis 2030 um 43% gegenüber 2005 zu senken, und hat es bisher geschafft, den Ausstoß um etwa 28% zu reduzieren. Überwiegend durch den Ausbau der erneuerbaren Energien. Man darf aber nicht vergessen, dass Australien einer der weltgrößten Kohlförderer ist ca. 80% seiner Kohle nach China, Indien, Japan und Südkorea exportiert.

Australien: Hochwasser in Queensland

Hubschrauber im Dauereinsatz: Schweres Hochwasser trifft Clermont im australischen Queensland

Obwohl Australien ein vergleichsweise trockener Kontinent ist, kommt es in den feuchteren Regionen des Ostens immer wieder zu Überflutungen. Aktuell wird Clermont in Zentral-Queensland von einem der schwersten Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre heimgesucht. Nach extremen Regenfällen, ausgelöst durch die Überreste des Ex-Tropenzyklons Koji, sind weite Teile der Region überflutet. Am Montagabend wurden dramatische Bilder veröffentlicht, die das Ausmaß der Überschwemmungen und laufende Hubschrauber-Rettungseinsätze eindrucksvoll dokumentieren.

Besonders betroffen ist das ländliche Gebiet rund um die Lawpark-Property nahe Clermont. Dort stieg das Wasser innerhalb kurzer Zeit so stark an, dass Menschen und Tiere von der Außenwelt abgeschnitten waren. Einsatzkräfte mussten bis in die Abendstunden hinein mit Helikoptern ausrücken, um Bewohner aus überfluteten Häusern und von isolierten Grundstücken zu retten. Aus der Luft zeigen die Aufnahmen riesige Wasserflächen, wo sich zuvor Weideland und Zufahrtsstraßen befanden – einzelne Farmen wirken wie kleine Inseln in einem braunen Meer.

Nach Angaben der Behörden fielen in der Region örtlich rund 200 Millimeter Regen innerhalb weniger Stunden. Flüsse und Creeks, darunter der Sandy Creek, traten rasch über die Ufer. Zahlreiche Straßen wurden unpassierbar, Clermont war zeitweise nur noch aus der Luft erreichbar. Mindestens 20 Wohnhäuser wurden direkt von den Fluten betroffen, weitere Anwesen standen unter Beobachtung.

Der State Emergency Service (SES), Feuerwehr und spezialisierte Wasserrettungsteams arbeiten unter Hochdruck. Neben der Evakuierung von Menschen lag ein Schwerpunkt auch auf der Rettung von Nutztieren, die in der weitläufigen Agrarregion eine zentrale wirtschaftliche Rolle spielen. Stromausfälle und beschädigte Infrastruktur erschweren die Einsätze zusätzlich.

Die Region liegt im Bowen Basin, einer sehr flach reliefierten Sedimentbecken-Landschaft. Geringe Höhenunterschiede führen dazu, dass Regenwasser nur langsam abfließt und sich großflächig ausbreitet. Außerdem dominieren in der Gegen tonhaltige Böden, die Wasserundurchlässig sind, so dass es schnell zu Überschwemmungen kommt.

Die Behörden riefen die Bevölkerung in tiefer gelegenen Gebieten dazu auf, Warnungen ernst zu nehmen und sich auf mögliche weitere Evakuierungen vorzubereiten. Auch wenn der Regen inzwischen nachgelassen hat, bleibt die Lage angespannt: Gesättigte Böden und volle Flusssysteme erhöhen das Risiko weiterer Überschwemmungen.

Australien: ungewöhnliche Schneefälle in Queensland

Ungewöhnlich starker Schneefall in Australien – bis zu 50 Zentimeter Schnee in New South Wales und Queensland

Ein ungewöhnlich starker Wintereinbruch hat am Wochenende Teile von Australien unter einer dichten Schneedecke begraben. Besonders betroffen waren die nördlichen Hochebenen von New South Wales sowie angrenzende Regionen im Südosten von Queensland. Es waren auch Gegenden betroffen, in denen Schnee nur extrem selten fällt. so selten, dass einige jüngere Anwohner zum ersten Mal Schnee in ihrem Leben sahen. In einigen Orten erreichten die Schneemengen Rekordwerte, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr gemessen wurden.

Laut dem australischen Wetterdienst fielen am Samstag in Teilen von New South Wales bis zu 40 Zentimeter Schnee, mancherorts sogar bis zu 50 Zentimeter. Auch in Teilen von Queensland setzte am Nachmittag Schneefall ein. Dort war es das erste nennenswerte Ereignis dieser Art seit rund zehn Jahren. Insgesamt handelte es sich um die stärksten Schneefälle in dieser Region seit Mitte der 1980er-Jahre.

Der New South Wales State Emergency Service meldete, dass bis zu 100 Fahrzeuge auf schneebedeckten Straßen in den nördlichen Hochebenen festsaßen. Zusätzlich kam es im gesamten Bundesstaat zu mehr als 1.400 witterungsbedingten Notfalleinsätzen. Zehntausende Haushalte waren zeitweise ohne Strom, zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden. In Armidale, Guyra und Umgebung waren selbst die Rasenflächen von Golfclubs tief verschneit.

Begleitet wurde der Wintereinbruch von kräftigem Regen, stürmischen Böen mit Geschwindigkeiten von über 90 Stundenkilometern und gesteigerter Hochwassergefahr. In einigen Regionen traten Flüsse über die Ufer. Der Peel River und der Namoi River verursachten mittelstarke Überschwemmungen. Für Teile von New England wurde eine Evakuierungsanordnung ausgesprochen. Es wurde vor glatten Straßen gewarnt und empfohlen, unnötige Fahrten zu vermeiden.

Schnee ist in Australien zwar nicht gänzlich unbekannt, tritt aber fast ausschließlich in höher gelegenen Regionen im Südosten des Landes auf. In Queensland kommt er nur äußerst selten vor und gilt dort als meteorologische Ausnahmeerscheinung. Laut Meteorologinnen und Meteorologen war eine ungewöhnlich starke Kaltfront für das aktuelle Wetterereignis verantwortlich. Diese transportierte kalte Luft vom Südpol weit nach Norden und traf auf feuchte Luftmassen. Hierbei handelt es sich um eine Kombination, die in dieser Form nur selten vorkommt und durch einen schwächelnden Jetstream verursacht werden kann.

Australien: Hochwasser der Superlative im Südosten

Rekordhochwasser in New South Wales – Zehntausende Australier von der Außenwelt abgeschnitten

Sydney, 21.05.2025 – Ein außergewöhnlich starkes Hochwasser hat große Teile der Nordküste von New South Wales (NSW) lahmgelegt. Mehr als 48.800 Menschen in der Region sind derzeit von der Außenwelt abgeschnitten. Ursache ist ein extrem starkes Hochwasser am Manning River der über die Ufer trat und historische Pegelstände erreicht hat. In Taree überstieg der Fluss mit 6,4 Metern den bisherigen Rekord von 1929.

Andrew Gissing, CEO von Natural Hazards Research Australia, bezeichnete das Hochwasser als historisch: Es hat Dimensionen angenommen, wie sie nur alle 500 Jahre einmal vorkommen. Die Medien haben dementsprechend ein 500-Jahre-Hochwasser daraus gemacht. Tatsächlich ist es nicht nur wegen des rekordbrechenden Pegelhöchststandes ein Hochwasser der Superlative, denn es flutete bereits mehr als 23.000 Gebäude. Zudem fielen binnen 48 Stunden örtlich bis zu 449 Millimeter Regen, wast etwa dem Fünffachen des durchschnittlichen Monatsniederschlags im Mai entsprich. Die Folge waren massive Überschwemmungen und Sturzfluten, die ganze Ortschaften wie Taree, Wingham und Glenthorne unter Wasser setzten. Viele Häuser und Geschäfte wurden überflutet, Menschen harrten teils auf Dächern aus, während Rettungskräfte mit Booten und Hubschraubern versuchten, sie zu evakuieren.

Der NSW State Emergency Service (SES) hat seit Beginn der Flutkatastrophe über 890 Notrufe entgegengenommen und mehr als 130 Menschen gerettet. Insgesamt wurden 109 Hochwasserwarnungen ausgesprochen, 19 davon auf der höchsten Stufe. In mehreren Orten wurden Evakuierungsanordnungen erlassen.

Auch die Infrastruktur jenseits von Gebäuden ist stark betroffen: Der Pacific Highway musste an mehreren Stellen gesperrt werden, zahlreiche Haushalte sind ohne Strom. Die Behörden raten den Bewohnern, sich auf längere Isolationen vorzubereiten und Vorräte an Medikamenten, Wasser und Lebensmitteln anzulegen.

Meteorologen prognostizieren für die kommenden Tage weitere starke Niederschläge. In einigen Gebieten könnten nochmals bis zu 200 Millimeter Regen fallen. Eine Entspannung der Lage wird frühestens am Wochenende erwartet.

Während die Rettungskräfte rund um die Uhr im Einsatz sind, wächst die Sorge vor weiteren Schäden. Viele der betroffenen Orte waren bereits 2021 und 2022 von schweren Überschwemmungen betroffen. In Hochrisikogebieten ist der Anteil versicherter Haushalte gering, was die finanziellen Folgen der aktuellen Katastrophe zusätzlich verschärfen dürfte.

Die Katastrophe fiel nicht völlig überraschend über die Menschen der Region her, denn bereits vor 2 Tagen warnten die Wetterdienste vor heranziehenden Unwettern nebst Starkregen, von denen auch die Hauptstadtmetropole Sydney betroffen sein sollte.

Die Regenzeit dauert in der Region normalerweise zwischen Oktober und April, es handelt sich also um extreme Niederschläge außerhalb der eigentlichen Regensaison.