
Spürbares Erdbeben Mb 3,1 bei Krýsuvík auf Island – Epizentrum weiter südlich als sonst
In den letzten Wochen berichtete ich bereits öfters über die Erdbebentätigkeit bei Krýsuvík, die mit der beschleunigten Subsidenz zusammenhängt, die infolge der vorherigen Bodenhebung stattfindet: Zwischen 2022 und 2023 hatte sich der Boden infolge einer Magmenintrusion gehoben, doch seitdem die eruptive Tätigkeit vom Fagradalsfjall nach Sundhnúkur shiftete, ließ der steigende Druck bei Krýsuvík nach und der Boden begann, sich zu senken. Besonders betroffen war eine Region nordöstlich vom Kleiftarvatn. Das Erdbeben heute manifestierte sich aber südlich der üblichen Erdbebenzone. Das Epizentrum wurde 1 Kilometer nördlich des Bauernhofes Krýsuvík verortet, nach dem das gesamte Gebiet benannt wurde, und lag südlich des Thermalgebietes Setlún.
Ob das Beben auf einen Regimewechsel in der Gegend hindeutet, ist ungewiss, doch wahrscheinlich ereignete es sich ebenfalls infolge der Subsidenz. Es folgte ein kleiner Schwarm weiterer Beben, so dass auf der Shakemap ein kleiner Bebencluster zu erkennen ist.
Auf der Reykjanes-Halbinsel gab es in den letzten Tagen insgesamt 51 Beben, die aber nicht nur bei Krýsuvík ausgemacht wurden, sondern auch an anderen Spaltensystemen einschließlich dem Offshore-Bereich bei Reykjanestá. Auch am Fagradalsfjall gab es einige Beben.
Auf ganz Island wurden 137 Erschütterungen festgestellt. 26 der Beben wurden im Bereich des Mýrdalsjökull lokalisiert und die meisten der Beben lagen unter dem subglazialen Vulkan Katla. Das stärkste Beben hier hatte eine Magnitude von 2,2.
Der Erdbebenschwarm nahe des Grotjarvatn bei Borganes hält weiterhin an und es gibt täglich einige schwache Erschütterungen. Bodendeformationen werden momentan aber nicht mehr gemessen.
Dies gibt es nach wie vor im Svartsengisystem, wo alle verfügbaren GPS-Messstationen eine Bodenhebung infolge von Magmeninflation anzeigen. Die Zone der Bodenhebung erstreckt sich in Ost-West-Richtung dabei von der Eldvörp-Kraterreihe bis zum Ostrand des Fagradalsfjall. Am schnellsten hebt sich der Boden im Bereich der Blauen Lagune, die sich weiterhin im Zentrum der Bodenhebung befindet.