Taal erzeugte heute 2 kleine phreatische Eruptionen – Gasausstoß vergleichsweise niedrig
Auf den Philippinen sind nicht nur Mayon und Kanlaon aktiv, sondern auch der Taal: Heute manifestierten sich dort zwischen 07:11 und 07:15 Uhr Lokalzeit zwei kleine phreatische Eruptionen im Kratersee von Volcano Island. Die Explosionen erzeugten schlammige Fontänen und ließen Dampf aufsteigen. Eine VONA-Warnung gab es nicht, was darauf hindeutet, dass kein frisches Magma an der Eruption beteiligt gewesen war.
Direkte Warnzeichen in Form von Tremor gab es diesmal nicht, allerdings war der Schwefeldioxidausstoß in den letzten Tagen sehr niedrig. Er erhöhte sich allerdings bereits vor den Explosionen wieder. So wurden gestern 160 Tonnen des vulkanischen Gases emittiert. Zudem registriert das seismische Netzwerk 3 vulkanotektonische Erschütterungen. Das Vulkangebäude des Inselvulkans innerhalb der Taal-Caldera zeigt weiterhin Anzeichen der Inflation: Auch wenn aktuell kein Magma an der Eruption beteiligt war, befindet sich im flachen Magmenspeicher unter dem Vulkan Schmelze. Sie ist für die Erdwärme verantwortlich, die Grundwasser explosionsartig verdampfen lässt, wodurch die phreatischen Eruptionen entstehen.
Seit einem Jahr sind die geophysikalischen und geochemischen Messgrößen am Taal generell rückläufig. Phreatische Eruptionen können auch verstärkt während Abkühlungsphasen auftreten und müssen nicht zwingend an ein Aufheizen eines Vulkansystems gekoppelt sein. Daher bleibt unklar, ob der Taal aktuell zu einer größeren Eruption befähigt ist, die über phreatomagmatische Explosionen hinausgeht.
Mit der Alarmstufe „1“ hält PHILVOLCS den Alarmstatus des Vulkans niedrig. Es gilt eine 2-Kilometer-Sperrzone um den Krater auf Volcano Island und die Insel darf nicht betreten werden. Es gilt auch ein Überflugverbot in geringer Höhe. Passagiermaschinen sind hiervon aber nicht betroffen.
Der Mayon hingegen steigerte in den letzten Tagen seine Aktivität signifikant. Hier könnte sich ein lohnendes Ziel für Vulkanspotter entwickeln, besonders falls es wie bei den beiden vorangegangenen Eruptionsserien zu Paroxysmen kommen sollte. Stay tuned!
Lavaströme im Valle del Bove weiterhin aktiv – Lavafront am Ätna bei 1900 Höhenmeter
Der Ätna auf Sizilien ist weiterhin aktiv und eruptiert Lava, die sich im Bereich des Monte Simone im Valle del Bove bewegt. Die vorderste Lavafront ist indes dabei, abzukühlen, und stagniert seit 3 Tagen. Die neuen Lavafronten bewegen sich in einem Höhenbereich von ca. 1900 m und liegen scheinbar außer Sicht der Thermal-LiveCam des INGV. Dafür beobachteten INGV-Forscher die Aktivität bei ihrer Feldarbeit. Die Gipfelkrater blieben währenddessen still, entgasten aber stark.
Ein recht kalter Ätna
In einem heute Mittag veröffentlichten INGV-Bericht heißt es, dass entlang der am 1. Januar entstandenen Eruptionsspalten im Valle del Bove weiterhin mäßig viel Lava gefördert wird. Mehrere aktive Lavaströme sind im Bereich des Monte Simone zu beobachten. Die am weitesten vorgedrungenen Lavafronten liegen knapp unterhalb von 1900 bzw. 2000 m Höhe, während die weiter talabwärts gelegenen Bereiche des Lavafeldes inzwischen zum Stillstand gekommen sind und abkühlen. Nächtliche Kamerabeobachtungen zeigen anhaltende Leuchterscheinungen entlang der Spalten, was auf eine kontinuierliche Förderung hinweist.
Die Amplitude des vulkanischen Tremors schwankt seit dem 8. Januar zwischen niedrigen und mittleren Werten, wobei die Tremorquelle im Bereich des Nordostkraters lokalisiert ist.
Besondere Bedeutung kommt den gemessenen Strain-Änderungen zu. Das Dehnungsmessgerät DRUV registrierte ab dem 7. Januar eine Phase rascher Kompression von rund 20 Nanodehnungen, gefolgt von einer langsamen Dekompression und einem derzeit oszillierenden Verhalten. Diese Kompression wird als Ausdruck einer Druckentlastung des magmatischen Speichersystems interpretiert. Durch den anhaltenden Abfluss von Magma über die Eruptionsspalten verliert das Reservoir Volumen, wodurch das umgebende Gestein leicht nach innen reagiert. Die fehlenden Veränderungen im GNSS-Netz unterstreichen, dass es sich um eine moderate, lokal begrenzte Deflation handelt. Insgesamt deuten die Daten auf eine stabile effusive Phase hin, ohne Hinweise auf eine bevorstehende Intensivierung der Aktivität.
Auf dem Sentinel-Satellitenfoto vom 8. Januar ist im Thermalspektrum keine Anomalie feststellbar, wobei der Monte Simone von Wolken verdeckt war. MIROVA registrierte heute Mittag eine moderate Wärmestrahlung, die auch von der sich abkühlenden Lava stammen kann. Meiner Einschätzung nach kann es sich nur noch um eine geringe Menge Lava handeln, die eruptiert wird bzw. heute Morgen eruptiert wurde.
Streik der Vulkan- und Naturführer
Aufgrund der zu streng erscheinenden Sicherheitsmaßnahmen, in deren Zuge auch die Hauptstraße Richtung Refugio Citelli kurz hinter Milo gesperrt wurde, protestierten die Vulkan- und Naturführer des Ätnas und streikten gestern. Der uns gut bekannte, deutschstämmige INGV-Vulkanologe, dessen Namen ich diesmal nicht nennen möchte, solidarisierte sich in einem privaten Facebookpost mit den Bergführern (und indirekt auch mit uns Vulkanspottern), indem er die strengen Maßnahmen kritisierte. Das rief den leitenden Direktor des INGV auf den Plan, der sich seinerseits von dem Post des Vulkanologen distanzierte und auf die Seite der Bürgermeister der betroffenen Kommunen stellte. Meiner bescheidenen Meinung nach arbeiten beim INGV hervorragende Geowissenschaftler und Techniker, doch die politische Leitung des Vereins kann man getrost in der Pfeife rauchen!
Ich kritisiere insbesondere nicht nur die überzogenen Sicherheitsmaßnahmen, sondern das Fehlen jedweder Prognosen im Vorfeld einer Eruption. Sollte man tatsächlich keine Ahnung haben, was als Nächstes kommt? Warum werden wöchentliche Bulletins eingestellt, sobald der Vulkan 3 Monate nicht ausgebrochen ist? Und noch dringender die Frage: Warum werden sie nicht wieder aufgenommen, wenn selbst Vulkanspotter erkennen, dass sich eine Eruption zusammenbraut? Hat man Sorge, die Bevölkerung zu beunruhigen? Wenn man auf der Flanke eines aktiven Vulkans lebt, sollte man sich der potenziellen Gefahr, in der man sich befindet, permanent bewusst sein!
Die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen wären nur im Falle einer großen Flankeneruption gerechtfertigt, wie es sie Anfang des Jahrtausends zweimal gegeben hat. Vielleicht noch im Anfangsstadium des Ausbruchs, als nicht klar war, wie groß die Eruption sein wird. Aber kurz vor deren deutlichen Abschwächung Straßensperren zu errichten und den Zugang zum Eruptionsgebiet signifikant einzuschränken, zeugt schlichtweg von eins: massiver Inkompetenz! Oder sollte man davon ausgehen, dass sich ein weitaus stärkerer Ausbruch zusammenbraut? Daten hierzu wurden jedenfalls nicht offengelegt.
Bodendeformation bei Svartsengi auf Island beschleunigte sich – weiterhin geringe Seismizität
Auf der isländischen Reykjanes-Halbinsel hat sich die Bodenhebung bei Svartsengi in diesem Jahr wieder etwas beschleunigt. Ende Dezember zeigten die GNNS-Messwerte kurzzeitig eine Subsidenz an, wobei es sich wahrscheinlich ein weiteres Mal um Messungenauigkeiten gehandelt haben dürfte. Zeitgleich beschleunigte sich die Ostkomponente des horizontalen Versatzes, die auch jetzt noch erhöht ist. Das alles, bei weiterhin geringer Seismizität, was etwaige Prognosen zu einem möglicherweise bevorstehenden Vulkanausbruch erschwert.
Wir wissen, dass sich im flachen Untergrund weiterhin magmatische Fluide ansammeln, die den Druck im Speichersystem erhöhen, womit die Wahrscheinlichkeit für eine Eruption oder Gangintrusion ansteigt. Seit dem Ende der letzten Eruption im August haben sich fast 20 Millionen Kubikmeter neue Schmelze unter Svartsengi akkumuliert. Bei der Eruption entleerte sich aber nicht die gesamte Schmelze i flachen Speichersystem, so dass die tatsächlich vorhandene Magmamenge deutlich höher sein durfte und meinen Schätzungen nach bei 25 Millionen Kubikmetern liegen dürfte – eine der größten Magmaakkumulationen des Eruptionszyklus, der im November 2023 mit der Gangintrusion unter Grindavik begann.
Eigentlich sollte man erwarten, dass die Eruption bald beginnt, doch da bei den meisten vorangegangenen Ausbrüchen ein immer höherer Druck im Speichersystem vorhanden sein musste, als es zuvor der Fall war, damit eine Eruption startet und sich der Druckaufbau insgesamt verlangsamt zu habe scheint, lässt sich der Zeitraum des erwarteten Eruptionsbeginn nicht mehr eingrenzen.
Die IMO-Vulkanologen veröffentlichten am 6. Januar eine neue Gefahreneinschätzung, die sich gegenüber der vorherigen aber nicht geändert hat. Die größte Gefahr besteht entlang der Sundhnukur-Kraterreihe und es gilt die Empfehlung sich von diesem Gebiet Gebiet fern zu halten. Für das Kraftwerk Svartsengi, die Blaue Lagune und Grindavik gilt nur ein mittelstarkes Gefahrenpotenzial.
Erweitert man die Betrachtungen zu Svarstengi weiter aus und schaut auf die benachbarten Spaltensysteme, stellt man fest, dass es auch im Krysuvik-System eine deutliche Veränderung in der Ostkomponente der horizontalen Bodendeformation gibt. Während des Sommers war hier eine deutliche Subsidenz aufgetreten, die zu zahlreichen Erdbeben geführt hat. In der letzten Woche zeigen die Messwerte eine deutliche Inflation, wobei noch unklar ist, ob die Messungen korrekt sind.
Wintersturm beeinträchtigt in Teilen Deutschlands das öffentliche Leben – Schulschließungen und Unfälle
Sturmtief Elli sorgt in weiten Teilen Deutschlands für winterliche Extrembedingungen und bringt Schnee, Eisregen und kräftigen Wind. Der Deutsche Wetterdienst rechnet regional mit starken Verkehrsbehinderungen, glatten Straßen und Schneeverwehungen. Besonders betroffen sind der Norden sowie die östliche Mitte des Landes, während im Süden verbreitet gefrierender Regen fällt und Blitzeis entstehen könnte. In Küstennähe treten teils schwere Sturmböen auf, die auf den Nordseeinseln Orkanstärke erreichen könnten. In 25 Landkreisen wurde die zweithöchste Wetterwarnstufe „Rot“ ausgerufen: Es besteht Gefahr für Leib und Leben.
Winter in Deutschland
In der Nacht kam es bereits zu ersten Glätteunfällen, unter anderem rutschte in Baden-Württemberg ein Bus einen Hang hinunter, mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Insgesamt meldeten die Lagezentren der Bundesländer zunächst einen vergleichsweise ruhigen Verlauf. Dennoch wurde der Verkehr vorsorglich eingeschränkt. Zahlreiche Bahnverbindungen fallen aus oder sind verspätet. Im Regional- und S-Bahn-Verkehr Norddeutschlands wurde der Betrieb teilweise ganz eingestellt. Auch viele Buslinien fahren nicht mehr, insbesondere in Niedersachsen und angrenzenden Regionen.
Der Wintereinbruch wirkt sich zudem auf den Alltag aus. In mehreren Bundesländern fällt der Präsenzunterricht aus, Schulen wechseln auf Distanzunterricht oder bieten Notbetreuung an. Kommunen warnen vor Problemen bei der Müllabfuhr und bitten Bürger, Wege freizuhalten und Tonnen zugänglich zu platzieren. Krankenhäuser bereiten sich auf eine erhöhte Zahl an Unfallverletzten vor und verschieben planbare Eingriffe. Gleichzeitig wird in einigen Städten die Winternothilfe für Obdachlose ausgeweitet, da die Kälte ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt.
Flughäfen wie der in Frankfurt haben sich gut auf den Schnee vorbereitet und haben zahlreiche Spezialfahrzeuge im Einsatz um den Flugbetrieb aufrecht zu halten. Probleme gab es bis jetzt in erster Linie bei der Anfahrt zum Flughafen mit der Bahn.
Parallel zur Wetterlage sorgt die öffentliche Bewertung des Sturmtiefs für Diskussionen. Während einige Meteorologen die Warnungen angesichts der komplexen Wetterkonstellation für notwendig halten, warnen andere vor einer Überdramatisierung, die langfristig die Akzeptanz ernsthafter Unwetterwarnungen schwächen könnte. Unstrittig ist jedoch, dass Elli vielerorts zu signifikanten Einschränkungen führt und erhöhte Vorsicht erforderlich macht.
Das Problem liegt meiner Meinung nach auch darin begründet, dass einige Medienvertreter aus Gründen des Clickbaits frühe Wettermodelle aufschnappen und von diesen die „Worst-Case-Szenarien“ als offizielle Prognosen verbreiten. In einigen Berichten wurde so überdramatisiert, dass sogar von Temperaturen jenseits der -20 Grad die Rede war. Tatsächlich waren es heute Nacht in den betroffenen Gebieten -7 Grad. Bei mir in Oberhausen blieb die letzte Nacht frostfrei und der Schnee vergangener Tage ist geschmolzen.
Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten meiner Jugend, als so ein Winterwetter typisch war und wegen Blitzeis und Schnee oft die Schule ausfiel. Damals sprach man noch von einer bevorstehenden kleinen Eiszeit, das war, bevor der Klimawandel die Erde verbrennen ließ. Nun ist zu lesen, dass sogar Geheimdienste einen Zusammenbruch des Atlantischen Golfstroms propagandieren: In der Folge befürchtet man, dass die Durchschnittstemperaturen in Mitteleuropa um 10 Grad fallen könnten. Na dann, viel Spaß mit der Wärmepumpe!
Piton de la Fournaise unter Druck: Magma bleibt in Bewegung und bereitet Vulkanausbruch vor
Der Piton de la Fournaise zeigt weiterhin klare Anzeichen innerer Unruhe, die von aufsteigendem Magma verursacht wird. Nach mehreren magmatischen Intrusionen in den letzten Wochen hält die erhöhte Aktivität unter dem Gipfel an. Seismische Messungen und Deformationsdaten deuten darauf hin, dass das oberflächennahe Magmareservoir weiter unter Druck gerät: ein Zustand, der in einem Ausbruch gipfeln kann.
Bereits im Dezember 2025 hatte sich eine entsprechende Entwicklung abgezeichnet. Am 14. Dezember 2025 endete eine mehrjährige Phase relativer Ruhe und der Piton Fournaise begann, sich aufzublähen. Die Inflation gilt als Zeichen dafür, dass Magma in flache Speicherzonen aufsteigt und dort Druck aufbaut. Der Prozess kulminierte schließlich in mehrere Intrusionen, eine erst zu Jahresbeginn, bei der Magma in das Fördersystem eindrang, ohne jedoch die Oberfläche zu erreichen.
Seitdem registrieren die Überwachungsstationen eine anhaltende seismische Aktivität. Im Durchschnitt werden rund dreißig flache vulkanotektonische Erdbeben pro Tag registriert. Sie liegen in Tiefen zwischen 1,5 und 2,2 Kilometern und konzentrieren sich unter dem nördlichen und südlichen Rand des Dolomieu-Kraters. Diese Beben spiegeln Spannungsbrüche im Gestein wider, verursacht durch das Eindringen und Umlagern von Magma.
Parallel dazu bleibt auch eine tiefere, wenn auch schwache Seismizität bestehen. Ein einzelnes vulkanotektonisches Erdbeben konnte in rund neun Kilometern Tiefe unter dem nordwestlichen Gipfelbereich lokalisiert werden. Solche Signale gelten als Hinweis darauf, dass weiterhin Magma aus tieferen Zonen in das flache System nachgeliefert wird.
Die anhaltende Aufblähung des Gipfelbereichs bestätigt dieses Bild: Der Druck im oberflächennahen Reservoir nimmt nicht ab. Erfahrungsgemäß kann eine solche Phase Tage, Wochen oder sogar Monate dauern. Ob es letztlich zu einem Ausbruch kommt, hängt davon ab, ob das „Dach“ des Reservoirs nachgibt – oder ob der Druck wieder abgebaut wird, ohne dass Magma austritt.
Derzeit gilt weiterhin die Warnstufe „Wachsamkeit“ Die Situation bleibt dynamisch, und Schwankungen der seismischen Aktivität sind typisch für diese Phase.