Sol: Neue Koronale Löcher und Sonnenstürme am 13.01.2026

2 neue Löcher in der Sonnenatmosphäre – starke Sonnenstürme detektiert

Die Sonne wirkt ruhig, doch hinter dieser scheinbaren Gelassenheit verbirgt sich derzeit eine dynamische und für die Erde spürbare Phase erhöhter Aktivität. In den vergangenen Tagen haben sich zwei außergewöhnlich große koronale Löcher auf der Sonnenoberfläche geöffnet. Sie sind beide so ausgerichtet, dass ihre Strahlungsstürme direkt in Richtung der Erde weisen. Astronomen sprechen von einem anhaltenden solaren Druck, nicht von einem einzelnen Ereignis.

Sonnenstürme

Koronale Löcher sind keine echten Löcher, sondern Regionen, in denen das Magnetfeld der Sonne offen ist. Dort kann heißes Plasma ungehindert ins All entweichen. Das Ergebnis ist ein schneller Sonnenwind, der Geschwindigkeiten von über 500 bis 700 Kilometern pro Sekunde erreichen kann. Trifft dieser Strom auf das Magnetfeld der Erde, gerät es ins Schwingen und es entstehen geomagnetische Stürme, die in Polarlichtern, aber auch in Störungen von Satelliten und dem Stromsystem gipfeln können.

Eines der beiden koronalen Löcher hat bereits geomagnetische Aktivität ausgelöst. Messstationen registrierten erhöhte Störwerte, die mit leichten bis moderaten geomagnetischen Stürmen übereinstimmen. Das zweite Loch, noch größer und nahe des Sonnenäquators gelegen, rotiert nun vollständig in Erdposition. Seine Lage ist entscheidend: Äquatornahe koronale Löcher koppeln besonders effizient mit dem Magnetfeld der Erde und können ihre Wirkung über mehrere Tage entfalten.

Hinzu kommt, dass diese Phase nicht isoliert auftritt. Zeitgleich wurden koronale Massenauswürfe (CMEs) beobachtet, die aber nicht auf die Erde gerichtet waren. Hierbei handelt es sich um riesige Wolken aus geladenen Teilchen, die von der Sonne abgestoßen werden. Treffen CMEs auf einen bereits beschleunigten Sonnenwind aus koronalen Löchern, können sich die Effekte verstärken. Fachleute sprechen dann von einer „Stacking“-Wirkung: Die Erde wird nicht einmal, sondern wiederholt und anhaltend getroffen.

Größenabschätzungen anhand von EUV-Sonnenbildern zeigen, dass diese koronalen Löcher mehrere hunderttausend Kilometer breit sind – vielfach größer als die Erde. Es sind gewaltige Strukturen, die eindrucksvoll verdeutlichen, wie aktiv unsere Sonne derzeit ist.