Flugwarncode am Ätna auf Orange gesenkt – Flughafen Catania öffnet wieder
Die Ascheemissionen am Ätna haben deutlich nachgelassen, und das INGV senkte am Morgen die Warnstufe für den Flugverkehr von Rot auf Orange. Der Flughafen Fontanarossa teilte mit, dass der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Flugreisende sollten sich dennoch auf weitere Einschränkungen einstellen, denn der zuvor gesunkene Tremor beginnt aktuell wieder anzusteigen.

Der Vulkanausbruch aus dem Voragine-Krater hat sich seit gestern Abend deutlich abgeschwächt. Dies zeigte sich zunächst am sinkenden Tremor und inzwischen auch an den nachlassenden Ascheemissionen. Dennoch kommt es weiterhin zu strombolianischen Explosionen, die heiße Tephra fördern, was sich an der Thermalsignatur der Wärmebildkamera erkennen lässt.
Das INGV hat die Ascheemissionen inzwischen für beendet erklärt und den Flugwarncode von Rot auf Orange gesenkt. Meiner Einschätzung nach könnte dieser Schritt etwas verfrüht gewesen sein. Nachdem der Tremor in der Nacht gefallen war, steigt er derzeit wieder steil an. Während des gesamten Rückgangs bewegte er sich zudem im roten Bereich und erreichte am Tiefpunkt etwa das Niveau, das während der ersten effusiven Phase der Eruption registriert wurde.
Der vergleichsweise hohe Tremor lässt vermuten, dass die ungewöhnliche Lavastromtätigkeit im Kraterbereich noch nicht beendet ist und sich weiterhin Lava aus der Spalte an der Nordflanke des Voragine-Kraterkegels in den tiefer gelegenen Nordostkrater ergießt. Diese Aktivität war besonders spektakulär, da sich dabei ein Lavafall gebildet hatte.
Die Spalte an der Nordflanke des Kraterkegels öffnete sich im Laufe des Sonntagvormittags, als sich die Ascheemissionen deutlich verstärkten und heftige Explosionen einsetzten. Ob der Lavastrom bereits zu diesem Zeitpunkt zu fließen begann, ist allerdings unklar. Erste Spekulationen darüber kamen in den Diskussionen unter den Mitgliedern unseres Vulkanvereins auf, als mit Beginn der Abenddämmerung Feuerschein über dem Nordostkrater sichtbar wurde.
Die Aktivität hielt jedenfalls bis gestern Abend an und wurde von beeindruckenden strombolianischen Eruptionen bzw. einer kleinen Lavafontäne begleitet. Der aktuelle Tremoranstieg könnte auf eine erneute Intensivierung der Aktivität hindeuten, bei der auch wieder größere Mengen Asche ausgestoßen werden könnten.