Ätna: Flughafen Catania wegen Vulkanausbruch gesperrt

Wegen Vulkanausbruch am Ätna bleibt der Flughafen Catania bis mindestens 12 Uhr gesperrt

Der Vulkanausbruch am Ätna sorgt aufgrund des anhaltenden starken Ascheausstoßes für Wirbel im Luftverkehr über Sizilien und verursachte letztendlich die Schließung des Flughafens von Catania, die vorerst bis heute Mittag 12 Uhr angesetzt ist. Flüge fallen entweder aus oder werden auf andere Flughäfen auf Sizilien umgeleitet. Da die Aktivität des Vulkans weiter anhält, könnte die Schließung des Flughafens über den Mittag hinaus verlängert werden.

Ätna und Flughafen Catania. © Leroy Szeglat

Gestern kämpfte man noch darum, den Flugverkehr zumindest eingeschränkt aufrecht zu erhalten und schloss zunächst nur die von der Asche am meisten betroffene Luftraumsektoren. Das schränkte die Landungen in Catania stark ein und vor der Sperrung konnten nur noch 5 Maschinen pro Stunde landen. Zahlreiche Flugzeuge wurden nach Palermo oder Trapani umgeleitet. Ryanair kommunizierte heute, dass Passagiere die heute Morgen von Catania aus starten wollten eigenständig nach Trapani im Westen Siziliens reisen müssen. Für viele Pauschaltouristen ein NoGo. Hier würde man Shuttlebusse für die ca. Vierstündige Fahrt erwarten. Das zeigt, dass billig fliegen teuer werden kann! Tatsächlich sind die Fluggesellschaften, nicht der Flughafen Catania für den Transport ihrer Fluggäste verantwortlich!

Der Vulkan selbst zeigt sich völlig unberührt von den Nöten der Urlauber, von denen viele nach Sizilien reisen um auch ihn einen Besuch abzustatten. Doch den legendäre Ätna kümmert das nicht und speit weiter Asche in die Luft. Nachts sah man sehr schön die damit einhergehenden Feuergarben rotglühender Lava, die mehrere hundert Meter hoch in die Luft geschleuderter wurde.

Meine gestern aufgestellte Hypothese, dass sich eine kurze Eruptionsspalte innerhalb der Krater geöffnete haben könnte, wurde während der Dunkelheit indirekt bestätigt, als sich zeitweilig ein richtiggehender Lavavorhang bildete der von der Voragine bis zum Nordostkrater reichte. Zumindest haben sich mehrere Förderschlote gebildet, die einer Spalte folgen.

MIROVA zeigt eine sehr hohe Thermalstrahlung von bis zu 869 MW Leistung an, die gestern Abend gemessen wurde Das deutet auf eine größere Magmaansammlung in den beiden involvierten Kratern hin. Möglicherweise auch in Form eines Intrakrater-Lavastroms.

Heute Morgen gibt es einen langsamen Rücksetzer des Tremors, dennoch hält der starke Ascheausstoß an. Der VONA-Alarmcode steht weiterhin auf Rot und die Asche wird bis auf 4500 m Höhe ausgespien. Das ist deutlich niedriger als gestern, was aber an stärkerem Wind liegen könnte, der die Aschewolke stark nach Süden verdriftet. Sie reicht bis zur Südspitze Siziliens.

Update: Dr. Boris Behncke vom INGV bestätigte die Öffnung einer Eruptionsspalte, die von der Voragine bis in den Nordostkrater reicht. Entlang der Spalte sind 6 bis 7 Schlote aktiv. Der Ascheausstoß verringerte sich bis jetzt nur unwesentlich.