Erhöhte Aktivität am Vulkan Ambae: Aschewolken und Gase bedrohen Süden der Insel
Der Vulkan Ambae, auch als Manaro Voui bekannt, zeigt dieses Jahr eine deutliche Zunahme seiner Aktivität. Nach Angaben des Vanuatu Meteorology and Geo-Hazards Department (VMGD) ist die seismische Aktivität seit dem 20. Februar angestiegen. Webcams dokumentieren dichte Aschewolken, die am 21. Februar bis auf rund 2.800 Meter über dem Meeresspiegel aufstiegen – mehr als 1.300 Meter über den Gipfel des Vulkans. Bewohner berichten von Explosionsgeräuschen aus dem Kraterbereich.
Ambae liegt im Nordosten des Inselstaates Vanuatu und besteht nahezu vollständig aus dem massiven Schildvulkan. Im Gipfelbereich befinden sich mehrere Kraterseen, die bei eruptiver Aktivität schnell destabilisiert werden können. Zudem kann es bei Kontakt zwischen Magma und Wasser zu phreatomagmatischen Explosionen kommen, wobei es sich um eine besonders starke eruptive Aktivität handelt. Derzeit werden größere Mengen an Gas, Dampf und vulkanischer Asche freigesetzt. Satellitenmessungen zeigen weiterhin sehr hohe bis extrem hohe Schwefeldioxid-Konzentrationen sowie thermische Anomalien, was auf eine größere Menge Magma im oberen Fördersystem des Vulkans hindeutet. Allerdings veröffentlichte das VMGD keine genauen Daten zu den Emissionen, so dass wir den Einschätzungen der Vulkanologen vertrauen müssen.
Die Vulkanwarnstufe bleibt auf Stufe 2. Die Gefahrenzone mit einem Radius von etwa drei Kilometern um den Gipfel ist weiterhin gesperrt. Durch schwache Nordwinde sind besonders Dörfer im Süden der Insel von Gasen und Vulkanascheregen (Anmerkung: Die Vulkanologen vom VMGD schreiben wörtlich von „vulkanischem Sand“, was treffender ist als der Begriff „Vulkanasche“) betroffen. In Kombination mit Starkregen kann es zu Schlammströmen (Laharen) und Verschmutzung von Wasserquellen kommen. Auch benachbarte Inseln können je nach Windrichtung Ascheniederschläge abbekommen.
Zu den letzten größeren Eruptionsphasen zählt die Serie heftiger Ausbrüche in den Jahren 2017 und 2018, die massive Ascheemissionen verursachten und zeitweise Evakuierungen großer Teile der Bevölkerung notwendig machten. Seitdem zeigt Ambae immer wieder Phasen erhöhter Unruhe mit Gas- und Ascheausstoß. Die aktuellen Entwicklungen unterstreichen, dass der Vulkan weiterhin aktiv bleibt und eine anhaltende Gefahr für die Inselbevölkerung darstellt.
In Vanuatu ist noch der Yasur aktiv, ansonsten ist es um das Archipel in den letzten Jahren relativ ruhig geworden, besonders, seitdem die Lavaseen auf Ambrym verschwunden sind.