Sturzfluten verwüsten Südküste von Australien – Great Ocean Road gesperrt
Ein ungewöhnlich starkes Unwetter hat den australischen Bundesstaat Victoria erschüttert und entlang der berühmten Great Ocean Road schwere Verwüstungen angerichtet. Innerhalb weniger Stunden fielen in Teilen der Südküste außergewöhnlich hohe Regenmengen, die zu abrupten Sturzfluten führten. Besonders betroffen waren die Orte Wye River, Lorne und Kennett River, wo Bäche und kleine Flüsse über die Ufer traten und sich reißende Wassermassen ihren Weg Richtung Meer bahnten. Dabei wurden mehrere Fahrzeuge in den Ozean gespült.
Die Great Ocean Road, eine der bekanntesten Küstenstraßen Australiens und ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt, musste vollständig gesperrt werden. Überflutete Fahrbahnen, Geröll, umgestürzte Bäume und Erdrutsche blockieren sie und machen ein Passieren unmöglich. In mehreren Abschnitten riss das Wasser Teile der Straße fort und unterspült sie oder übersähte sie mit Trümmern und sorgte für Blockaden.
Besonders dramatisch waren die Szenen in Küstennähe: Mehrere Autos wurden von den Fluten erfasst und ins Meer gespült. Auch Wohnwagen, Zelte und Campingausrüstung aus nahegelegenen Ferienanlagen wurden mitgerissen und zerstört. Augenzeugen berichteten von Wassermassen, die innerhalb von Minuten Parkplätze und Campingplätze überfluteten. Nach bisherigen Angaben kamen keine Menschen ums Leben; die Behörden gehen davon aus, dass sich in den weggeschwemmten Fahrzeugen keine Personen befanden.
Die Einsatzkräfte des State Emergency Service, der Feuerwehr und der Polizei waren die ganze Nacht im Dauereinsatz. Menschen wurden aus überfluteten Häusern gerettet, einige suchten auf Dächern oder höher gelegenem Gelände Schutz. In mehreren Caravan-Parks ordneten die Behörden vorsorgliche Evakuierungen an. Zusätzlich kam es zu Stromausfällen, die Tausende Haushalte betrafen.
Meteorologen sprechen von einem extrem intensiven Gewitterereignis, wie es in dieser Stärke nur selten vorkommt. Innerhalb weniger Stunden fielen mehr als 170 mm Niederschlag, was in etwa die doppelte Monatsmenge entspricht. Die Behörden warnen, dass weitere Regenfälle nicht ausgeschlossen sind und sich die Lage erneut verschärfen könnte. Während Aufräumarbeiten beginnen, wird bereits über die wachsende Häufigkeit solcher Extremwetterereignisse in Australien diskutiert und über die Frage, wie gut die Infrastruktur darauf vorbereitet ist.
Australien hat sich zum Ziel gesetzt, seinen CO₂-Ausstoß bis 2030 um 43% gegenüber 2005 zu senken, und hat es bisher geschafft, den Ausstoß um etwa 28% zu reduzieren. Überwiegend durch den Ausbau der erneuerbaren Energien. Man darf aber nicht vergessen, dass Australien einer der weltgrößten Kohlförderer ist ca. 80% seiner Kohle nach China, Indien, Japan und Südkorea exportiert.
