Merapi mit drei pyroklastischen Strömen in Folge – der letzte änderte Richtung
Am Merapi auf Java hat sich die Aktivität in den vergangenen Tagen leicht verstärkt. Zwischen dem 10. und 12. August gingen an drei aufeinanderfolgenden Tagen pyroklastische Dichteströme vom Dom im Gipfelkrater ab. Besonders bemerkenswert ist dabei eine Veränderung der Fließrichtung: Während die ersten beiden Ereignisse nach Südwesten abgingen, erreichte der jüngste Strom erstmals den Bereich der südlichen Abflussrinne Kali Boyong.

Am 10. August registrierte das BPPTKG einen pyroklastischen Dichtestrom mit einer Reichweite von 2.000 Metern. Das zugehörige seismische Signal erreichte eine maximale Amplitude von 66,31 Millimetern und dauerte 134,77 Sekunden. Am folgenden Tag wurde ein Abgang mit einer Reichweite von 2.000 Metern registriert: Der Strom lief ebenfalls nach Südwesten in Richtung Kali Sat und Kali Putih. Am 12. August folgte um 08:50 Uhr ein dritter Dichtestrom, der 1.800 Meter weit bis in die Oberläufe von Kali Krasak und Kali Boyong glitt. Die maximale Signalamplitude betrug 49,58 Millimeter bei einer Dauer von 82,61 Sekunden.
Die neue Fließrichtung ist für die Gefahreneinschätzung relevant. Für den Kali Boyong gilt ein Gefahrenbereich von fünf Kilometern ab dem Gipfel, während für Kali Bedog, Krasak und Bebeng bis zu sieben Kilometer angegeben werden.
Hintergrund der Aktivität ist das anhaltende Wachstum des Lavadoms. Eine Drohnenvermessung vom 1. August ergab für den südwestlichen Dom ein Volumen von rund 4,04 Millionen Kubikmetern. Gegenüber der vorherigen Vermessung nahm das Volumen um etwa 18.400 Kubikmeter zu. BPPTKG geht weiterhin von einer anhaltenden Magmazufuhr aus. Das neu aufsteigende Material wird am Dom abgelagert und anschließend durch die Schwerkraft und Instabilität teilweise wieder in Form von Schuttlawinen und pyroklastischen Strömen abgetragen.
Auch die Seismizität zeigt eine leichte Zunahme. Am 12. August wurden 76 Hybrid-/Mehrphasenbeben und 11 flache vulkanotektonische Beben registriert. Hinzu kamen 86 Schuttlawinenbeben. Insgesamt wurden an diesem Tag sieben Lavaabgänge mit einer maximalen Reichweite von 1.900 Metern beobachtet.
Der Merapi bleibt auf Alarmstufe III (Siaga). Die aktuelle Entwicklung spricht für eine weiterhin aktive Magmazufuhr und eine leicht intensivierte Domkollaps-Aktivität, liefert allerdings keinen Hinweis auf eine unmittelbar bevorstehende große explosive Eruption.











