Mexiko: Erdbeben Mw 6,5 am 02.01.2026

Starkes Erdbeben Mw 6,5 erschüttert Urlaubsregion im Süden Mexikos

Datum: 02.01.2026 | Zeit: 13:58:18 UTC | Koordinaten 16.902 ; -99.303 | Tiefe: 35 km | Mw 6,5

Heute manifestierte sich ein Erdbeben der Magnitude 6,5 im Bundesstaat Guerrero im Süden Mexikos. Der Erdstoß ereignete sich um 13:58 UTC und hatte ein Epizentrum, das vom EMSC 15 km nördlich von San Marcos verortet wurde. Das bekanntere Acapulco liegt 65 km entfernt. Die Herdtiefe betrug 35 km. Schäden sind möglich, wurden bis jetzt aber nicht gemeldet, dafür liegen aber zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen vor, die den Erdstoß als stark beschreiben.

Mexiko. © EMSC/Leaflet

Die Region Guerrero liegt an der Pazifikküste Mexikos und wird von der Subduktionszone des Mittelamerikagrabens (Middle America Trench) geprägt. Hier taucht die Kokosplatte mit einer Geschwindigkeit von etwa 6–7 cm pro Jahr unter die Nordamerikanische Platte ab. Dieser Prozess ist die Hauptursache für starke Erdbeben entlang der mexikanischen Südküste.

Das Hypozentrum in 35 km Tiefe spricht für ein sogenanntes interplattiges Subduktionsbeben, also ein Erdbeben, das durch ruckartiges Gleiten an der Kontaktfläche zwischen den beiden Platten ausgelöst wurde. Genau diese Art von Beben ist typisch für Guerrero und verantwortlich für viele der historisch zerstörerischsten Erschütterungen in Mexiko.

Besonders bekannt ist die Region zudem für das sogenannte „Guerrero-Seismische-Gap“ – ein Abschnitt der Subduktionszone, in dem sich über Jahrzehnte hinweg Spannungen aufbauen können. Zwar ereignen sich dort auch langsame, „stille“ Erdbeben (Slow Slip Events), doch starke klassische Beben wie dieses zeigen, dass die Spannungsfreisetzung weiterhin unvollständig ist.

Mit einem Epizentrum rund 65 km ostnordöstlich von Acapulco und in relativer Nähe zu San Marcos war das Beben in weiten Teilen der Pazifikküste deutlich spürbar. Die Tiefe von 35 km begünstigt eine weiträumige Wahrnehmbarkeit, reduziert aber im Vergleich zu sehr flachen Beben das extreme Schadenspotenzial direkt über dem Epizentrum.

Vulkane in der Nähe?

Direkt im Bundesstaat Guerrero gibt es keine aktiven Vulkane. Dennoch steht das Erdbeben indirekt im Zusammenhang mit dem mexikanischen Vulkanismus, denn derselbe Subduktionsprozess speist weiter nördlich den Transmexikanischen Vulkangürtel.

Die nächstgelegenen bekannten aktiven Vulkane sind:

  • Popocatépetl (aktiv, häufig explosive Eruptionen)
  • Colima (Volcán de Fuego), einer der aktivsten Vulkane Mexikos

Diese liegen jedoch mehrere hundert Kilometer nordöstlich bzw. nordwestlich des Epizentrums. Ein direkter Zusammenhang zwischen diesem Erdbeben und akuter vulkanischer Aktivität ist daher nicht gegeben. Solche Subduktionsbeben können langfristig Spannungsänderungen im Plattensystem bewirken, lösen aber in der Regel keine unmittelbaren Eruptionen aus.

Zusammenfassend handelt es sich um ein typisches starkes Subduktionsbeben an der Pazifikküste Mexikos, verursacht durch die fortschreitende Kollision der Kokosplatte mit der Nordamerikanischen Platte. Die Region bleibt aufgrund ihrer tektonischen Lage dauerhaft hochgefährdet – sowohl seismisch als auch langfristig im Zusammenhang mit dem Vulkanismus des Landes.

Update 18:00 Uhr: Inzwischen gibt es erste Schadensmeldungen aus Orten in Nähe des Epizentrums. Es gab mindestens 2 Todesopfer.

Japan: Erdbeben Mw 6,0 am 31.12.2025

Erdbeben der Magnitude 6,0 vor Japans Nordostküste – keine Tsunamiwarnung

Ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,0 hat am Dienstagabend, 31. Dezember 2025, die Küstenregionen im Nordosten Japans erschüttert. Nach Angaben internationaler und japanischer Erdbebendienste ereignete sich das Beben um 23.26 Uhr Ortszeit (14.26 Uhr UTC) vor der Ostküste der Hauptinsel Honshū.

Japan. © EMSC/Leaflet

Das Epizentrum lag rund 120 Kilometer ostsüdöstlich von Hachinohe und etwa 89 Kilometer nordöstlich von Miyako in der Präfektur Iwate. Die Herdtiefe betrug etwa 21 Kilometer, was das Beben in weiten Teilen der Küstenregion spürbar machte. Bewohner berichteten von deutlich wahrnehmbaren Erschütterungen, vereinzelt kam es zu kurzzeitigen Strom- und Verkehrsunterbrechungen.

Die Japanische Meteorologische Behörde (JMA) gab keine Tsunamiwarnung heraus. Auch internationale Stellen stuften das Tsunamirisiko als gering ein. Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen bis zum späten Abend nicht vor. Die Behörden überprüften vorsorglich Infrastruktur, Häfen und Küstenanlagen.

Seismologen ordnen das Ereignis als typisches Subduktionsbeben entlang des Japan-Grabens ein, wo die Pazifische Platte unter die Nordamerikanische Platte abtaucht. Die Region zählt zu den aktivsten Erdbebenzonen der Welt und wird regelmäßig von teils starken Beben erschüttert. Erst in den vergangenen Wochen war es in Nordostjapan zu mehreren spürbaren Erdstößen gekommen.

Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, aufmerksam zu bleiben und sich auf mögliche Nachbeben einzustellen. Japan verfügt über eines der weltweit dichtesten Frühwarn- und Katastrophenschutzsysteme, dennoch erinnern Ereignisse wie dieses an die anhaltende seismische Gefährdung des Landes.

Island: Erdbeben am Kleifarvatn

Erdbeben Mb 3,3 beim Kleifarvatn – erhöhte Aufmerksamkeit an der Sundhnúkur-Kraterreihe

Ein Erdbeben der Magnitude 3,3 hat in der Nacht zum Samstag die Region um den Kleifarvatn des Kysuvik-Spaltensystems im Südwesten Islands erschüttert. Das Beben ereignete sich kurz vor 2 Uhr Ortszeit und war in mehreren Ortschaften deutlich zu spüren, darunter in Hafnarfjörður und Akranes. Das Epizentrum lag in einem bekannterweise tektonisch aktivem Gebiet, in dem es regelmäßig zu Erdbeben kommt.

Erdbeben

Nach Angaben des Isländischen Wetterdienstes (IMO) folgte dem Hauptbeben ein Nachbebenschwarm. Bekanntermaßen kommt es hier zu Bodendeformationen, die mit unterirdischen Fluidbewegungen im Zusammenhang stehen könnten.

Geowissenschaftler betonen, dass das Ereignis für diese Region nicht außergewöhnlich ist und nicht direkt mit vulkanischer Aktivität in Verbindung steht. Gerade weil sich das Erdbeben in relativer Nähe zu besiedelten Gebieten ereignete, wurde es von vielen Menschen wahrgenommen und sorgte für Aufmerksamkeit.

Während das Beben bei Kleifarvatn als normales Ereignis eingestuft wird, richtet sich der Blick der Forscher weiterhin auf die Lage an der Sundhnúkur-Kraterreihe nahe Svartsengi. Dort hält die langsame, aber stetige Ansammlung von Magma an. Der Prozess der Magmenakkumulation lässt die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Vulkanausbruchs weiter ansteigen.

Nach Einschätzung des IMO verläuft die Magmaansammlung derzeit ruhig und ohne deutliche Beschleunigung. Gerade diese langsame Entwicklung erschwert jedoch genaue Prognosen: Je gleichmäßiger sich Magma ansammelt, desto größer ist die Unsicherheit über den Zeitpunkt einer möglichen Magmaintrusion oder eines Ausbruchs. Diese Unsicherheit kann sich über mehrere Monate erstrecken.

Die seismische Aktivität im Bereich Sundhnúkur bleibt derweil gering. In den vergangenen Wochen wurden nur wenige, überwiegend schwache Erdbeben registriert. Die offizielle Gefahreneinschätzung wurde daher nicht geändert, und die bisherige gilt weiterhin.

Taiwan: Erdbeben Mw 6,6 vor der Nordostküste

Starkes Erdbeben erschüttert Nordost-Taiwan – keine schweren Schäden gemeldet

Ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,6 hat am späten Samstagabend, dem 27. Dezember 2025, die Nordostküste Taiwans erschüttert. Das Beben ereignete sich um 23:05 Uhr Ortszeit (15:05 Uhr UTC) vor der Küste nahe Yilan und war in weiten Teilen der Insel deutlich zu spüren – bis hin zur Hauptstadt Taipei.

Taiwan. © EMSC

Nach Angaben internationaler Erdbebenüberwachungsstellen lag das Epizentrum rund 33 Kilometer östlich von Yilan und etwa 58 Kilometer südöstlich von Keelung. Das Hypozentrum befand sich in einer Tiefe von rund 69 Kilometern. Aufgrund dieser vergleichsweise großen Tiefe fielen die Auswirkungen an der Oberfläche weniger zerstörerisch aus, als es bei einem flacheren Beben ähnlicher Stärke der Fall gewesen wäre.

Augenzeugen berichteten von stark schwankenden Gebäuden, klappernden Fenstern und kurzzeitiger Panik in Wohnhäusern und Einkaufszentren. In mehreren Städten verließen Menschen vorsorglich ihre Wohnungen. Vereinzelt fielen Gegenstände aus Regalen, und es kam lokal zu kurzen Stromunterbrechungen. Schwere Schäden an Gebäuden oder Infrastruktur wurden jedoch zunächst nicht gemeldet, ebenso wenig bestätigte Berichte über Todesopfer.

Auch große Unternehmen reagierten vorsorglich. Der taiwanesische Halbleiterkonzern TSMC teilte mit, dass in einigen Produktionsstätten Mitarbeitende kurzzeitig evakuiert wurden, um Sicherheitsprotokolle einzuhalten. Der Betrieb konnte nach ersten Kontrollen jedoch weitgehend fortgesetzt werden.

Eine Tsunami-Warnung wurde von den zuständigen Behörden nicht ausgegeben. Dennoch riefen die taiwanesischen Katastrophenschutzstellen die Bevölkerung dazu auf, aufmerksam zu bleiben und sich auf mögliche Nachbeben einzustellen – ein in der Region nicht ungewöhnliches Szenario nach stärkeren Erschütterungen.

Taiwan liegt an der Nahtstelle zwischen der Eurasischen Platte und der Philippinischen Seeplatte und gehört zum sogenannten Pazifischen Feuerring. Erdbeben sind dort häufig, teils mit erheblichen Folgen. Das aktuelle Beben zählt zu den stärkeren Ereignissen des Jahres, blieb jedoch nach bisherigen Erkenntnissen glimpflich.

Die Behörden setzten ihre Lagebeobachtung fort und kündigten an, weitere Informationen zu veröffentlichen, sobald umfassendere Schadensanalysen vorliegen.

Island: Erdbeben Mb 3,3 bei Hrafntinnusker

Blick von Hrafntinnusker in Richtung Katla. © Marc Szeglat

Erdbeben Mb 3,3 erschüttert Islands Hochland bei Hrafntinnusker – geologisch sensible Region in der Torfajökull-Caldera

In der Nacht zum 20. Dezember registrierten seismische Messstationen im südlichen Hochland Islands ein Erdbeben der Magnitude 3,3 mit einer Herdtiefe von nur 100 Metern. Das Epizentrum lag bei Hrafntinnusker, etwa acht Kilometer südwestlich von Landmannalaugar, innerhalb der Torfajökull-Caldera. Nach Angaben der isländischen Meteorologiebehörde folgten mehrere kleinere Nachbeben. Meldungen über spürbare Erschütterungen in bewohnten Gebieten liegen nicht vor.

Erdbeben dieser Stärke kommen in der Region immer wieder vor, sind aber nicht an der Tagesordnung. Zuletzt ereignete sich dort im Juli 2023 ein vergleichbarer Erdstoß. Die Beben spiegeln die komplexe geologische Struktur der Gegend wider, die ich für eine der faszinierendsten Islands halte.

Die Torfajökull-Caldera unterscheidet sich deutlich von den meisten isländischen Vulkansystemen. Während Island überwiegend von basaltischem Vulkanismus geprägt ist, dominiert hier rhyolithisches, stark kieselsäurereiches Gestein. Diese Magmen sind zähflüssiger und potenziell explosiver. Gleichzeitig beherbergt die Caldera eines der aktivsten Hochtemperatur-Geothermiegebiete des Landes. Die Wechselwirkung von unterirdischen Magmaakkumulationen, zirkulierendem Grundwasser und stark zerklüftetem Gestein führt regelmäßig zu Spannungsumlagerungen, was ein häufiger Auslöser lokaler Erdbeben ist.

Tektonisch liegt das Gebiet entlang des Ostarms der isländischen Hauptstörungszone, die den Mittelatlantischen Rücken an Land fortsetzt. Hier driften die nordamerikanische und die eurasische Platte auseinander, begleitet von Dehnung, Bruchbildung und magmatischer Intrusion. Diese Struktur macht das südliche Hochland besonders anfällig für seismische Aktivität.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält das Beben durch die relative Nähe zum Katla-Vulkansystem, einem der aktivsten und potenziell gefährlichsten Vulkane Islands. Zwar besteht nach Einschätzung der Vulkanologen kein direkter Zusammenhang zwischen dem aktuellen Erdbeben und einer möglichen Aktivitätszunahme der Katla, doch verdeutlicht das Ereignis die enge Verzahnung tektonischer und vulkanischer Prozesse in dieser Region.

Das markanteste Merkmal von Hrafntinnusker ist der kleine Gletscher, der teilweise ein Geothermalfeld bedeckt. Das Zusammenspiel von Erdwärme und Eis hat faszinierende Eishöhlen geschaffen, aus denen dampfende Fumarolen austreten. Hrafntinnusker ist nur über einen ganztägigen Fußmarsch von Landmannalaugar aus erreichbar. Der Weg führt durch die bunte Rhyolith-Landschaft von Brennisteinsalda durch die Torfajökull-Caldera und eröffnet an klaren Tagen beeindruckende Blicke auf den Mýrdalsjökull mit der Katla.

Enmedio: Schwarmbeben zwischen Teneriffa und Gran Canaria

Schwarmbeben im Bereich des submarinen Kanarenvulkans Enmedio zwischen Teneriffa und Gran Canaria

In der Meerenge zwischen den Kanareninseln Teneriffa und Gran Canaria wurden in den letzten 3 Tagen 15 Beben registriert. Das stärkste hatte eine Magnitude von 2,0 und einen Erdbebenherd in 11 Kilometern Tiefe. Viele der Beben lagen noch tiefer und somit im Grenzbereich der unteren Erdkruste zur Asthenosphäre. Die Epizentren wurden größtenteils wenige Kilometer westlich des Unterwasservulkans Enmedio verortet. Die Erdbeben manifestieren sich aber an einer bekannten Störungszone, die vermutlich auch als Aufstiegsweg magmatischer Fluide dient. So könnten die Beben durch Spannungsänderungen infolge von Fluidbewegungen ausgelöst werden. Dass es auf absehbare Zeit zu einem submarinen Vulkanausbruch kommt, ist eher unwahrscheinlich.

Enmedio

Bevor der Enmedio ausbricht, könnte es am Pico del Teide zu einer Eruption kommen, doch auch hier muss man langfristig denken. Bis jetzt steht die Vulkanwarnampel weiterhin auf „Grün“, obgleich es Anzeichen für einen langsamen Aufheizungsprozess des als aktiv eingestuften Vulkans gibt. Diese Anzeichen manifestieren sich in schwachen Erdbeben und CO₂-Emissionen sowie in einer leichten Inflation (Aufblähung) des Vulkangebäudes, die momentan aber zu stagnieren scheint.

Aus dem wöchentlichen INVOLCAN-Bericht geht hervor, dass sich im Bereich von Teneriffa in der letzten Woche 25 Erdbeben ereigneten. Dazu zählen auch Beben zwischen den beiden Inseln Teneriffa und Gran Canaria. Gegenüber den Vorwochen ging die Anzahl der Beben zurück. Die stärkste Erschütterung hatte eine Magnitude von 2,0.

Die übrigen Inseln des Archipels zeigen ein ruhiges Bild. Die vulkanischen Ampeln von El Hierro, Lanzarote und Gran Canaria stehen ebenfalls auf Grün, sodass dort normale Aktivitäten ohne Einschränkungen möglich sind. Eine Ausnahme bleibt weiterhin La Palma: Mehr als drei Jahre nach dem Ende der Eruption von 2021 haben sich die geophysikalischen und geochemischen Parameter noch nicht vollständig normalisiert. Entsprechend verbleibt die Insel auf der gelben Warnstufe, was eine erhöhte Aufmerksamkeit und die kontinuierliche Beobachtung der offiziellen Mitteilungen des Katastrophenschutzes erforderlich macht.

Insgesamt registrierte das kanarische Messnetz in der vergangenen Woche 35 schwache Erdbeben. Das stärkste erreichte eine Magnitude von 2,7 und ereignete sich am 5. Dezember rund 60 Kilometer westlich von Fuerteventura. Insgesamt wurde im Archipel eine seismische Energie von 0,09 Gigajoule freigesetzt. Die meisten Erschütterungen traten auf Teneriffa, Gran Canaria und La Palma auf, wobei die Seismizität auf La Palma weiterhin deutlich unter den während des Ausbruchs im Jahr 2021 beobachteten Werten liegt.

Island: Erdbeben unter Vatnajökull nehmen zu

Erdbeben auf Island:  Mb 3,4 unter Bárðarbunga – Mb 3,0 am Hamarin

Nach einigen Tagen mit geringer Erdbebenaktivität unter Island nimmt diese seit dem Wochenende wieder zu. Der zuvor beobachtete Rückgang der Seismizität könnte allerdings auf schlechtes Wetter zurückzuführen sein, da unter solchen Bedingungen vor allem stärkere Erdbeben von den Seismometern registriert werden.

Erdbeben Island. © IMO

Seit Sonntag traten unter dem Vatnajökull zwei Erdbeben mit Magnituden im Dreierbereich auf. Am Sonntagabend ereignete sich ein Erdstoß der Magnitude Mb 3,0 am Hamarin, der sich nahe dem Westrand des Gletschers befindet. Das Beben war Teil eines Schwarmbebens mit insgesamt zwölf Erschütterungen, das bis heute anhält. Das stärkere Ereignis erhielt keinen grünen Stern. Hamarin wird dem Bárðarbunga-System zugeordnet, liegt jedoch außerhalb der Caldera. Zwischen Juni und November wurde dort eine Bodenhebung von etwa fünf Zentimetern gemessen, die inzwischen stagniert.

Gestern Mittag kam es direkt unter der Bárðarbunga-Caldera zu einem weiteren Erdstoß der Magnitude Mb 3,4 mit einer sehr geringen Herdtiefe von nur rund 100 Metern. Eine öffentlich zugängliche GNSS-Messstation direkt an der Bárðarbunga existiert nicht, doch die Stationen am Rand des Gletschers zeigen leichte Bodendeformationen. Den dort gemessenen Werten ist jedoch stets mit einer gewissen Skepsis zu begegnen. Laut den Vulkanologen des IMO wird allerdings bereits seit längerer Zeit eine Bodenhebung detektiert, was darauf hindeutet, dass sich der Vulkan weiterhin auf seine nächste Eruption vorbereitet.

Insgesamt wurden unter dem Vatnajökull innerhalb von 48 Stunden 34 Erdbeben registriert.

Auf dem Reykjanes Ridge vor der gleichnamigen Halbinsel im Südwesten Islands ereignete sich gestern ein Erdbeben der Magnitude 3,2. Das Hypozentrum lag in etwa zehn Kilometern Tiefe, das Epizentrum rund elf Kilometer südwestlich von Eldeyjarboði. Auf der Halbinsel selbst wurden nur wenige Erschütterungen registriert, obwohl die Wetterbedingungen am Morgen nicht optimal vorhergesagt waren.

Die jüngsten GNSS-Messungen bei Svartsengi deuten auf eine leichte Subsidenz hin, die jedoch möglicherweise erneut auf Messunsicherheiten zurückzuführen ist. Insgesamt hat sich die Geschwindigkeit der Bodenhebung, insbesondere in den Randbereichen der Hebungszone, deutlich verlangsamt. Es scheint derzeit weniger Magma aus dem tiefen Speichersystem in flachere Bereiche aufzusteigen als noch im Sommer. Zunehmend stellt sich daher die Frage, ob der Druck im Magmaspeicher diesmal noch ausreichen wird, um eine neue Eruption auszulösen.

Azoren: Anhaltende Erdbebenaktivität auf Terceira Mitte Dezember

Spürbare Erdbeben erschüttern Terceira – Anhaltende seismovulkanische Unruhe auf den Azoren

Zwei Erdbeben innerhalb weniger Stunden haben am 14. und 15. Dezember die Azoreninsel Terceira erschüttert und die anhaltende seismovulkanische Unruhe erneut in den Fokus gerückt. Nach Angaben des Azores Seismic and Volcanic Information and Surveillance Center (CIVISA) stehen die Ereignisse im Zusammenhang mit der seit Juni 2022 andauernden Krise auf der Insel, in deren Zuge die Vulkansysteme im Westen von Terceira aufheizen.

Terceira

Das stärkere der beiden Beben ereignete sich heute Mittag um 12:25 Uhr Ortszeit. Es erreichte eine Magnitude von 2,9 und hatte sein Epizentrum rund vier Kilometer südwestlich von Altares im Nordwesten der Insel. Das Erdbeben war in zahlreichen Ortschaften deutlich zu spüren. In Altares, Serreta, Raminho und Biscoitos erreichte die Intensität IV bis V auf der Modifizierten Mercalli-Skala, was von vielen Bewohnern als kräftiges Rütteln wahrgenommen wurde. Auch in weiteren Gemeinden im Raum Angra do Heroísmo und Praia da Vitória meldeten Anwohner spürbare Erschütterungen.

Bereits in der Nacht zuvor, am 14. Dezember um 23:46 Uhr, registrierte CIVISA ein weiteres, deutlich schwächeres Ereignis. Das Erdbeben erreichte eine Magnitude von 1,5 und lag mit seinem Epizentrum etwa drei Kilometer östlich von Serreta. Es wurde dort mit einer maximalen Intensität von II bis III verspürt und blieb ohne Schäden oder besondere Auswirkungen.

Nach Einschätzung von CIVISA sind beide Erdbeben Teil der anhaltenden seismisch-vulkanischen Aktivität, die Terceira seit über zwei Jahren prägt. Die Insel liegt in einem tektonisch komplexen Bereich der Azoren, wo mehrere Erdplatten auseinanderdriften. Diese geologischen Bedingungen begünstigen wiederkehrende Erdbebenschwärme, die häufig mit magmatischen oder hydrothermalen Prozessen in der Erdkruste in Verbindung stehen.

Die aktiven Vulkansysteme der Insel, darunter Santa Bárbara und Pico Alto, befinden sich weiterhin auf Alarmstufe Gelb (Stufe 2). Diese Stufe weist auf eine erhöhte Aktivität über dem Normalniveau hin, bedeutet jedoch keine unmittelbare Eruptionsgefahr. Die Behörden betonen, dass die Lage fortlaufend überwacht wird und derzeit kein Anlass für besondere Schutzmaßnahmen besteht.

Erdbeben in Deutschland: Mb 2,6 bei Biberbach

Erdbeben in Deutschland – Katastrophenschützer in Oberschwaben ziehen Lehren aus Übung und Realität

Ein schwaches Erdbeben hat am Montagvormittag die Region südlich von Ulm erschüttert. Das Beben erreichte eine Magnitude von 2,6 und hatte sein Epizentrum rund 28 Kilometer süd-südwestlich von Ulm, unweit von Biberach an der Riß. In etwa 22 Kilometern Tiefe entstanden, blieb das Ereignis nach bisherigen Erkenntnissen ohne Schäden und wurde nur bestenfalls vereinzelt wahrgenommen. Dennoch reiht es sich in eine Serie jüngerer seismischer Aktivitäten im südwestdeutschen Raum ein.

Bereits in der vergangenen Woche war es im Raum Filderstadt und Reutlingen zu einem stärkeren Erdbeben mit einer Magnitude von 3,0 gekommen, das vielerorts deutlich spürbar war. Auch wenn beide Ereignisse schadenlos verliefen, verdeutlichen sie, dass Erdbeben in Baden-Württemberg kein rein theoretisches Risiko darstellen.

Vor diesem Hintergrund erhält eine kürzlich durchgeführte Katastrophenschutzübung im Zollernalbkreis besondere Bedeutung. Die Landkreise Zollernalb, Ortenau und Biberach simulierten gemeinsam ein schweres Erdbebenszenario. Nach der Alarmierung durch die Integrierte Leitstelle Zollernalb arbeiteten die Führungsstäbe im Feuerwehrhaus Hechingen unter realitätsnahen Bedingungen zusammen. Mehr als 50 Teilnehmende waren in die Übung eingebunden.

Dass der Landkreis Biberach in das Szenario einbezogen wurde, hat möglicherweise auch geologische Gründe. In der Region wurde ein sogenannter miozäner Seismit nachgewiesen – ein bis zu 15 Meter tiefer sedimentärer Gang, der entstand, als bei einem prähistorischen Erdbeben Sande und Mergel der Oberen Süßwassermolasse verflüssigt und durch Spalten nach oben gepresst wurden. Die Entstehung dieser Struktur wird mit dem Meteoriten­einschlag im heutigen Steinheimer Becken in Verbindung gebracht, der vermutlich ein starkes lokales Erdbeben auslöste. Der Befund gilt als Beleg dafür, dass die Region bereits in der Erdgeschichte erheblichen Erschütterungen ausgesetzt war, die sich in dieser Stärke tektonisch bedingt allerdings kaum wiederholen dürften.

Im Mittelpunkt der Übung standen die überregionale Koordination, belastbare Entscheidungsprozesse und die Sicherstellung der Einsatzfähigkeit über längere Zeiträume hinweg. Die Verantwortlichen zogen ein positives Fazit und kündigten an, die Zusammenarbeit im Katastrophenschutz weiter zu vertiefen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der jüngsten realen Erdbeben.