Costa Rica: Explosionen am Rincón de la Vieja

Bereits in der letzten Woche ereigneten sich einige leichtere Explosionen im Krater des Vulkans. Das ergab die Auswertung seismischer Daten. Wahrscheinlich handelte es sich um kleine phreatische Eruptionen, denn der Krater ist mit einem See gefüllt.
Zuletzt brach der Rincón de la Vieja vor 14 Jahren aus.

vulkane.net: in eigener Sache

Liebe Leser, an dieser Stelle 2 News bezüglich vulkane.net:

Der neue Bildband von Martin Rietze und Marc Szeglat ist nun im Buchhandel erhältlich: „Vulkane – Schöpfung und Zerstörung“. Terra Magica, ISBN: 978-3724310457, 170 Seiten, 150 Fotos. Preisempfehlung 49,99 €

Hier im Blog wurde eine neue Kommentarseite eingerichtet, wo freie Themen diskutiert werden können, zu denen es keine Meldung im Blog gibt.

Vulkane weltweit: Kilauea, Ätna, Katla & El Hierro

Kilauea: der Vulkan auf Hawaii zeigt sich von seiner aktiven Seite. In einem Gebiet zwischen den Kratern Halema`uma`u Kraters und Pu`u `O`o ereigneten sich Schwarmbeben. Die stärksten Erschütterungen hatten eine Magnitude größer als 4. Inflation wurde registriert. Möglicherweise könnte sich eine neue Fraktur öffnen und ein neuer Vulkanausbruch beginnen. Der Lavasee-Spiegel im Schlot des Halema`uma`u stieg an. Südwestlich des Pu`u `O`o wurden Lavaströme gesichtet.

Ätna: am Südost-2-Krater manifestierten sich wieder einige leichte strombolianische Eruptionen. Diese werden als Vorläufer des nächsten Paroxysmus interpretiert. Wann dieser stattfinden wird ist indes noch ungewiss.

Katla: hier kam es in den vergangenen Tagen wieder zu Schwarmbeben. Leichter Tremor wurde registriert.

El Hierro: hier bleibt die Aktivität gering und ich vermute langsam geht dem submarinen Vulkan tatsächlich die Puste aus. Gelegentlich wird ein schwach entgasender Jacuzzi beobachtet, die Erdbebentätigkeit hat wieder nachgelassen.

El Hierro: Aktivität gering

Die Aktivität am submarinen Vulkan vor der Südküste der Kanareninsel El Hierro bewegt sich auf niedrigem Niveau. Der Tremor ist minimal, die Erdbebentätigkeit ist moderat (heute bisher 6 Beben), ein leichter Trend zur Inflation (Magmazufluss im Untergrund) besteht. Laut Berichten auf earthquake-report.com waren gestern Entgasungen an der Wasseroberfläche über dem Förderschlot sichtbar (Jacuzzi).

Merapi: Seismik nimmt zu.

Nun hat es auch der Leiter des PVMGB Surono bestätigt: der Merapi ist nach einer ungewöhnlich kurzen Ruhephase dabei zu erwachen. Gestern wurden 35 niederfrequente Erdbeben registriert, die darauf hindeuten, dass sich Magma im Untergrund des Vulkans bewegt. Ich denke es ist nur noch eine Frage von Tagen, bis der Alarmstatus erhöht wird.

Beim letztenVulkanausbruch im November 2010 starben am Merapi 350 Menschen. 5 Dörfer wurden zerstört. Die Bewohner sind noch mit den Wiederaufbau beschäftigt.

Vulkane Indonesiens: Merapi, Semeru, Kawah Ijen & Galunggung

Merapi: am indonesischen Vulkan, der zuletzt im November 2010 ausbrach, wird nun eine erhöhte Seismik registriert. Die Zahl der mehrphasigen Beben stieg in den letzten Wochen kontinuierlich an: von anfänglichen 2 – 3 Beben pro Tag Ende Januar, auf 63 Beben am 12 Februar. Zudem ereigneten sich einige flache vulkanische Beben und es gab seismische Signale von Lawinenabgängen. Diese Anzeichen deuten darauf hin, dass im Krater des Vulkans ein neuer Dom wächst. Der Alarmstatus bleibt allerdings zunächst auf „grün“. Unmittelbar rechnet man dort nicht mit einem gefährlichen Vulkanausbruch.

Semeru: am Vulkan in Ostjava wurde der Alarmstatus auf „orange“ erhöht. Dies geschah nachdem man 3 kleine pyroklastische Ströme beobachtet hatte, die ca. 500 m weit den Hang hinabflossen. Zudem wächst ein Lavadom, aus dem auch 2 kurze zähflüssige Lavaströme austreten sollen. Die Seismik ist ebenfalls erhöht.

Kawah Ijen: dort hat die erhöhte seismische Aktivität nachgelassen und der Alarmstatus wurde auf „gelb“ zurückgestuft. Der Zugang zum Krater ist nun auch für Touristen wieder frei.

Galunggung: der Vulkan in Westjava zeigt Anzeichen erhöhter Aktivität. Die Wassertemperatur des Kratersees stieg sprunghaft von 27 Grad auf 40 Grad an. Der Alarmstatus wurde auf „gelb“ gesetzt.

Vulkane Weltweit: Ätna, El Hierro & Hekla

Ätna: heute Morgen kam es laut den Kollegen von „Etna Walk“ zu einer Ascheemission aus dem Südost-2-Krater. Dieser produzierte nach über 4 Wochen Ruhe seinen letzten Paroxysmus am 9. Februar. Sollten die neuen Ascheemissionen Vorläufer eines weiteren Paroxysmus sein, würde sich der Rhythmus wieder deutlich verkürzen.

El Hierro: der Tremor ist auf Flatline, dafür nimmt die Erdbebentätigkeit weiter zu. Gestern ereigneten sich 23 Beben, heute bereits 9. Ich halte es für wahrscheinlich, dass die Eruption nicht zu Ende ist, sondern nur pausiert.

Hekla: unter dem isländischen Vulkan gab es ein einzelnes Erdbeben. Dieses ist zwar noch nicht als Anzeichen für einen baldigen Vulkanausbruch zu interpretieren, allerdings warten Wissenschaftler schon seit Monaten auf einen Ausbruch des Vulkans, da hohe Inflation (Magmazufluss im Untergrund) gemessen wurde.

El Hierro: neue Tiefenmessungen

Update 16.30 Uhr: heute ereigneten sich bereits 16 Erdbeben, was für dieses Jahr schon einen neuen Rekord darstellt. Allerdings waren es vor der eigentlichen Eruption mehrere hundert Erdbeben (453 Spitzenwert) pro Tag. Leser berichten, dass per LiveCam wohl auch wieder ein Jacuzzi beobachtet wurde.

—–

Gestern veröffentlichte das IEO neue Tiefenmessungen des intern „El Discreto“ genannten submarinen Vulkans vor El Hierro, die in der letzten Woche vom Forschungsschiff Ramon Margalef gemacht wurden. Demnach befindet sich der Krater des Hauptkegels in einer Wassertiefe von 125 m. Zudem wurde ein neuer Kegel entdeckt, der etwa 75 m hoch sein soll. Sein Krater befindet sich noch 350 m unter der Wasseroberfläche. Die Tiefenangaben sind mit Vorsicht zu genießen, da verschiedene Quellen andere Zahlen veröffentlichten, was wahrscheinlich auf Übersetzungsfehler zurück zu führen ist.
Den neuen Daten zu Folge liegt der Krater aktuell 5 m tiefer als zuvor gemessen. Das kann durch Kollaps bedingt sein. Wenn in den letzten Wochen ein neuer Kegel an der Seite des Hauptkegels gewachsen ist erklärt dies, warum die Insel nicht auftaucht, obwohl der submarine Vulkanausbruch nun bereits seit viereinhalb Monaten anhält.
Heute ist der Tremor nahe der Flatline und es werden weder Wasserverfärbungen, noch Gasaustritte beobachtet. Dafür nimmt die Zahl der Erdbeben deutlich zu, was auf entsprechenden Druck in der Magmakammer hindeutet. Wahrscheinlich geht die Aktivität am „El Discreto“ bald weiter. Möglich wäre auch, dass sich das Magma einen neuen Austrittsweg sucht.