USA: Unwetterserie verursachte dramatische Überflutungen

Dramatischer Juli in den USA: Fast 120 bestätigte Todesfälle durch Überflutungen in Texas, North Carolina und New Mexico

Washington, 10.07.2025Der Süden der USA erlebet derzeit einen der tödlichsten Hochsommer seit Jahren. In mehreren Bundesstaaten haben starke Regenfälle extreme Überschwemmungen und Sturzfluten verursacht, die in den ersten Julitagen mindestens 119 Menschen das Leben kosteten. Besonders betroffen waren Texas, North Carolina und New Mexico.

Die Katastrophenserie begann Anfang Juli in Zentraltexas. Dort sorgten massive Regenfälle für dramatische Überschwemmungen, insbesondere am Guadalupe River. Der Fluss trat am 4. Juli über die Ufer und riss ganze Landstriche mit sich. Besonders betroffen war das Gebiet rund um Kerrville. Nach offiziellen Angaben kamen dort allein mindestens 94 Menschen ums Leben. Die Gesamtzahl der Todesopfer durch die verschiedenen Flutereignisse in Zentraltexas wird inzwischen auf mindestens 109 geschätzt, weitere 161 Personen gelten als vermisst und sind wahrscheinlich tot. Auch fünf Teilnehmer eines Jugendlagers und ein Betreuer sind unter den Vermissten. 28 Mädchen des Sommercamps Mystic River starben.

Mehr als 1.700 Einsatzkräfte mit über 975 Fahrzeugen und Geräten wurden durch den Bundesstaat mobilisiert, um Rettungs- und Bergungsarbeiten zu unterstützen. Noch immer befindet sich Texas in der Notfallreaktionsstufe II. Lokale Hilfsorganisationen bitten die Bevölkerung inzwischen gezielt um Geldspenden, da keine weiteren Sachspenden benötigt werden.

Nur wenige Tage später traf Tropensturm Chantal den Südosten der USA. Am 6. Juli brachte der Sturm extreme Regenfälle nach North Carolina, insbesondere in das Gebiet rund um Raleigh-Durham. Binnen 24 Stunden fielen dort fast 300 Millimeter Niederschlag, was ein historischer Höchstwert darstellt. Zahlreiche Counties wurden überflutet, darunter Alamance, Chatham, Moore, Orange und Person. Auch nachdem Chantal am 7. Juli zu einem tropischen Tiefdruckgebiet herabgestuft wurde, setzte sich der Starkregen fort.

Nach aktuellem Stand sind mehrere Todesopfer zu beklagen. In Pittsboro ertrank eine 83-jährige Frau, deren Auto in den Fluten versank. Auf dem Jordan Lake starben zwei Personen beim Bootfahren. In Hillsborough kam eine 58-jährige Frau ums Leben, als sie auf dem Weg zur Arbeit mit ihrem Auto im Hochwasser stecken blieb. Auch in Alamance County wurden zwei Menschen tot aufgefunden – ein Mann, dessen Fahrzeug von den Fluten mitgerissen wurde, sowie eine 23-jährige Frau in einem überfluteten Wagen. Die genaue Zahl der Toten ist weiterhin Gegenstand laufender Ermittlungen. Insgesamt wurden über 20 Landkreise stark in Mitleidenschaft gezogen.

Ein weiteres tragisches Ereignis ereignete sich am 8. Juli im Ort Ruidoso in New Mexico. Dort führten heftige Monsunregenfälle zu Sturzfluten, als das Wasser auf verbranntes Land früherer Waldbrände traf und nicht versickern konnte. Stattdessen vermischten sich Regenwasser und Asche zu Schlamm und flossen im hügligen Gelände oberflächlich ab. Der Rio Ruidoso stieg auf einen historischen Höchststand von sechs Metern – 1,5 Meter über dem bisherigen Rekordwert. Drei Menschen kamen ums Leben, darunter ein siebenjähriger Junge, ein vierjähriges Mädchen und ein Mann im mittleren Alter. Alle wurden von den Fluten erfasst und flussabwärts gerissen.

Während über 50 Wildwasserrettungen durchgeführt werden mussten, dauern die Such- und Bergungsarbeiten weiter an. Die Gemeinde Ruidoso arbeitet eng mit dem New Mexico Office of the Medical Investigator und weiteren Behörden zusammen. Für betroffene Anwohner wurde im Gemeindezentrum an der Sudderth Drive eine Notunterkunft eingerichtet.

Die Häufung der extremen Wetterereignisse wirft erneut Fragen zur Klimaanpassung und Krisenresilienz in den USA auf. In allen drei Bundesstaaten laufen weiterhin Notfallmaßnahmen, während Familien um ihre Angehörigen trauern und ganze Gemeinden mit den Folgen der Katastrophen kämpfen.

Extremwetterlagen kommen in den betroffenen Staaten im Sommer häufiger vor, insbesondere da in einigen Regionen Hurrikan-Saison ist. Doch so viele Katastrophen in nur einer Woche sind äußerst selten.

Island: Gletscherlauf am Myrdalsjökull und der Katla hat begonnen

Gletscherlauf vom Mýrdalsjökull: Anstieg von Wasserstand und Leitfähigkeit der Flüsse Leirá Syðri und Skálm

Vík í Mýrdal, 09.07.2025Der erwartete Gletscherlauf am Mýrdalsjökull hat begonnen. In mehreren Flüssen am Südrand des Gletschers, unter dem der mächtige Vulkan Katla verborgen liegt, sind in den vergangenen Tagen deutliche Anzeichen für verstärkten Gletscherwasserabfluss festgestellt worden. Besonders betroffen sind die Flüsse Leirá Syðri und Skálm. Messungen vor dem Sandfellsjökull zeigen einen Anstieg von Wasserstand und elektrischer Leitfähigkeit im Leirá Syðri. Auch an der Brücke der Ringstraße über den Skálm wurde eine ähnliche Entwicklung registriert. Der Leirá Syðri fließt oberhalb dieser Brücke in den Skálm.

Derzeit handelt es sich um einen vergleichsweise kleinen Gletscherlauf. Dennoch steigen die Messwerte weiterhin an. IMO hat Berichte über Schwefelgeruch aus dem Gebiet erhalten und mahnt zur Vorsicht, insbesondere in der Nähe der Flussquellen am Gletscherrand. Dort kann es aufgrund geothermischer Aktivität zur Freisetzung von schädlichen Gasen kommen.

Solche Gletscherabflüsse aus geothermisch aktiven Zonen am Gletscherfuß sind in der Region nicht ungewöhnlich. Vergleichbare Phänomene wurden bereits in Flüssen wie dem Múlakvísl und Fremri-Emstruá dokumentiert. Der Leirá erlebte in der Vergangenheit mehrfach kleinere Überschwemmungen, zuletzt im Dezember 2024. Die stärkste Überflutung ereignete sich Ende Juli 2024, als ein plötzlicher Wasserstrom einen Abschnitt der Ringstraße zerstörte. Ursache war damals Schmelzwasser aus zwei Kavernen im südlichen Teil des Gletschers, das sich durch geothermische Erwärmung angesammelt hatte.

Der Schwefelgeruch des Wassers legt nahe, dass es zu einer erhöhten geothermischen Aktivität der Katla gekommen ist. Am Wochenende gab es dort einen Erdbebenschwarm und eine leichte Bodenhebung. Möglicherweise ist es auch zu einer schwachen Eruption unter dem Eis gekommen.

Auffällig war heute ein sprunghafter Anstieg der Bodenhebung an mehreren GNSS-Messstationen im Katla-Gebiet. Hierbei handelte es sich meiner Meinung nach um einen Messfehler.

Die derzeitige Situation wird rund um die Uhr überwacht. Fachleute gehen davon aus, dass sich unter dem Gletscher erneut größere Wassermengen angesammelt haben könnten. Die weitere Entwicklung bleibt daher ungewiss. Der Wetterdienst kündigt an, aktuelle Informationen bereitzustellen, sobald sich die Lage verändert.

Italien: Heftige Unwetter im Norden verursachten ein Todesopfer

Unwetter in Norditalien und Österreich – eine Frau vom Baum erschlagen

Mailand, 07.07.2025Am Wochenende wurden durch starke Unwetter in Norditalien und Teilen Österreichs Schäden angerichtet. Besonders hart traf es Mailand, wo am Sonntagnachmittag eine 63-jährige Frau ums Leben kam, als sie von einem umstürzenden Baum getroffen wurde. Sie war mit zwei Freunden auf dem Heimweg, als das Unwetter über die Stadt hereinbrach. Die Begleiter erlitten Verletzungen.

Das Unwetter in Form von starken Gewittern zog gegen 17 Uhr auf und brachte heftigen Wind, Starkregen und grobkörnigen Hagel mit sich. Italienischen Medien zufolge fielen am frühen Abend innerhalb kurzer Zeit bis zu 45 Millimeter Regen. Infolge des Unwetters kam es in Mailand zu Überschwemmungen, umgestürzten Bäumen und starken Sturmschäden. Die Feuerwehr verzeichnete über 150 Notrufe, vor allem wegen überfluteter Unterführungen, vollgelaufener Keller und beschädigter Infrastruktur. Ein Zug zwischen Mailand und Rom wurde von einem Blitz getroffen, die Strecke wurde vorübergehend gesperrt.

Auch andere Regionen in Norditalien waren betroffen: In Como trat der See über die Ufer und in Bergamo wurden Flüge umgeleitet. Der Zivilschutz rief für mehrere Provinzen die Alarmstufe Orange aus. Bürgermeister Giuseppe Sala warnte vor weiteren Unwettern und bat die Bevölkerung, Vorsicht walten zu lassen.

Die Unwetter zogen heute in Richtung Süden weiter und trafen auch den Großraum Neapel. Entlang der Amalfiküste gerieten kleinere Boote in Seenot. Auf der Insel Procida, die zwischen Pozzuoli und Ischia liegt, verwandelten sich Straßen in Bäche. Natürlich gingen auch starke Niederschläge im Bereich der Campi Flegrei nieder. Hier könnte das viele Wasser die hydrothermale Aktivität verstärken.

In Tarquinia manifestierte sich eine Wasserhose – ein kleiner Tornado, der über dem Meer tanzte, ohne Schäden anzurichten.

In Österreich sorgten heftige Regenfälle ebenfalls für Chaos. Im Tiroler Stubaital rissen Muren zwei Fußgängerbrücken mit sich und transportierten große Mengen Geröll und Treibholz. Besonders betroffen war die Gemeinde Fulpmes. Verletzt wurde niemand, doch die Feuerwehr war im Dauereinsatz.

In der Steiermark hinterließ ein kurzes, aber intensives Hagelgewitter in Turnau winterliche Verhältnisse. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen, Fahrzeuge blieben stecken. Auch in Thondorf bei Graz mussten Bäume entfernt werden.

Laut den Wetterdiensten bleibt die Lage angespannt. Es wird mit weiteren starken Regenfällen, Überschwemmungen und Erdrutschen gerechnet – insbesondere entlang der Alpensüdseite, wo bis Mittwoch bis zu 360 Millimeter Niederschlag erwartet werden. Eine enorme Regenmenge, die in Abhängigkeit von dem Zeitraum, in dem sie niedergeht, großes Katastrophenpotenzial mit sich bringt. In Texas, wo es zur Katastrophe am Fluss Guadalupe kam, fielen innerhalb weniger Stunden bis zu 300 mm Niederschlag. In der Folge stieg der Flusspegel rasant an. Bis jetzt wurden 82 Todesopfer bestätigt.

Die Serie extremer Wetterereignisse scheint kein Ende mehr zu nehmen und ist Teil der neuen Realität, mit der wir uns aufgrund der immer schneller voranschreitenden Klimaerwärmung konfrontiert sehen. Dabei stehen wir noch ziemlich am Anfang des Disasters, dessen Folgen noch nicht wirklich absehbar sind.

USA: Sturzflut in Texas verursacht viele Todesopfer

Sturzflut in Texas: Mindestens 24 Todesopfer und zahlreiche vermisste Personen

Kerrville, 05.07.2025Ausgerechnet am amerikanischen Unabhängigkeitstag ereignete sich im Bundesstaat Texas eine Naturkatastrophe großen Ausmaßes, die mindestens 24 Menschen das Leben kostete. Die Opferzahlen könnten weiter steigen, denn bis Freitagabend galten noch 25 Personen als vermisst. Starke Regenfälle verursachten eine Sturzflut, von der insbesondere Gemeinden entlang des Guadalupe River betroffen waren.

Der Guadalupe River fließt normalerweise recht beschaulich durch das Hill County in Zentraltexas. Er liegt im gleichen Einzugsgebiet wie der texanische Colorado-River (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Fluss im Westen der USA, der den Grand Canyon schuf), in den die Flüsse San Saba und Concho münden, an denen es ebenfalls zu Überflutungen kam.

Die Wassermassen am Guadalupe River stiegen so schnell, dass den Menschen in den Gemeinden Kerrville, Hunt und Center Point kaum Zeit zur Flucht blieb. So wurden Autos von den Fluten erfasst und mitgerissen. Eine besonders dramatische Lage entstand in einem Sommercamp für Mädchen am Flussufer, in dem sich mehr als 20 Kinder und Betreuer nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten und von den Wassermassen erfasst wurden. Viele der Todesopfer und Vermissten stammen aus Camp Mystic.

Es gibt aber auch gute Nachrichten denn die Einsatzkräfte konnten mehr als 230 Menschen aus Notlagen befreien. 167 Personen wurden per Hubschrauber gerettet.
Die Katastrophe kam nicht völlig überraschend, obgleich niemand damit gerechnet hat, dass sich aus den frühen Unwetterwarnungen, die der Nationale Wetterdienst Donnerstagmittag ausgab, eine derartige Katastrophe entwickeln würde. Die Gewitter weiteten sich in der Nacht auf Freitag drastisch aus und um 4:00 Uhr wurde eine der höchsten Warnstufen ausgerufen. Sie warnte vor einer „besonders gefährlichen Situation“. Intensive Regenfälle ließen die Pegel mehrerer Flüsse in der Region rapide ansteigen – darunter der San Saba River, der Concho River, der Colorado River und insbesondere der Guadalupe River. Dieser wird von 2 Quellflüssen gespeist, die beide schnell anschwollen. Um 05:34 Uhr registrierten automatische Systeme, dass eine große Flutwelle durch den Fluss lief.

Gemeinden wie Hunt, Kerrville und Center Point wurden eindringlich aufgefordert, sich sofort in höher gelegene Gebiete zu begeben. Der Flusspegel stieg innerhalb von Minuten von 210 auf 880 Zentimeter. Dieser Anstieg manifestierte sich innerhalb von 45 Minuten.

Die Situation erinnert ein wenig an die dramatischen Vorgänge im deutschen Ahrtal im Jahr 2021. Warnungen vor dem Ereignis kamen zu spät und zudem in der Nacht, so dass evtl. schlafende Menschen davon nichts mitbekamen, bis es zu spät war. Ob in Texas Warnsysteme ebenfalls versagten, ist Gegenstand von Ermittlungen. Da das Sommercamp am Flussufer nicht evakuiert worden war, ist Behördenversagen naheliegend.

Die dramatischen Vorgänge zeigen, wie schnell sich heutzutage besonders idyllische Orte an Flüssen in Todesfallen verwandeln können. Generell häufen sich diese Jahr die Naturkatstrophen-News aus Texas, dem Mittelpunkt des von Klimawandelleugner Trump inszenierten neuen Ölbooms in den USA.

Deutschland: Mehrere Waldbrände im Osten

Große Waldbrände in Thüringen und Sachsen: Lage nur teilweise unter Kontrolle

Gösselsdorf, 04.07.2025In Thüringen, Sachsen und Brandenburg gibt es mehrere Waldbrände, von denen einer außer Kontrolle ist. Ein zweiter ist größtenteils unter Kontrolle und einer wurde fast gelöscht.

Außer Kontrolle ist der Waldbrand in der Gohrischheide bei Meißen, der am Dienstag ausbrach und sich inzwischen auf eine Fläche von gut 1000 Hektar ausgebreitet hat. Hunderte Feuerwehrleute und andere Einsatzkräfte sind an den Löscharbeiten beteiligt und versuchen, ein Ausbreiten der Flammen zu verhindern. Dabei wurden 2 Feuerwehrmänner schwer verletzt. Es kam zu einer Evakuierung des Ortes Neudorf, die inzwischen aber aufgehoben wurde. Aktuell muss aber die Siedlung Heidehäuser nebst einem Heim für Schwerbehinderte geräumt werden.

Die Löscharbeiten werden dabei mit Hubschraubern der Polizei unterstützt. Zum Einsatz kommen auch Spezialfahrzeuge wie Wasserwerfer.

Seit Mittwoch tobt zudem ein Waldbrand bei Gösselsdorf in Thüringen. Er bleibt trotz schwieriger Bedingungen größtenteils unter Kontrolle. In der Nacht zu Freitag konnte eine weitere Ausbreitung verhindert werden. Die Flammen haben sich auf einer Fläche von rund 270 Hektar ausgebreitet – es ist damit der größte Waldbrand in Thüringen seit mehr als drei Jahrzehnten.

Zur Unterstützung der Einsatzkräfte vor Ort sind am Freitagmorgen drei Löschzüge aus Bayern eingetroffen. Weitere Kräfte werden im Laufe des Tages erwartet. Insgesamt sind rund 560 Feuerwehrleute sowie zahlreiche Helfer von Polizei, Technischem Hilfswerk, Deutschem Roten Kreuz, Bundeswehr, Thüringenforst und Bergwacht im Einsatz. Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt hatte am Mittwochabend den Katastrophenfall ausgerufen, um schnell und flexibel reagieren zu können.

Auch hier ist ein Polizeihubschrauber fortlaufend im Einsatz. Jeder Flug transportiert rund 1000 Liter Wasser. Aufgrund der schwierigen Topografie und der angespannten Wasserversorgung wird derzeit eine Schlauchleitung bis zum Bach Loquitz in Marktgölitz verlegt, um das Löschwasser effizienter an den Brandherd zu bringen.

Der Brand ist auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Gösselsdorf ausgebrochen. Das Gebiet ist zum Teil munitionsbelastet. Es ist eine ähnliche Situation wie beim Brandgeschehen in Jüterbog in Brandenburg, wo ebenfalls nur aus der Luft gelöscht werden kann. Auch dort wurde das Feuer zwar unter Kontrolle gebracht, Glutnester bleiben jedoch aktiv und stellen eine Gefahr dar, denn bei starkem Wind könnten sie neue Feuer anfachen.

Waldbrände auf ehemaligen Truppenübungsplätzen kommen oft vor und verschärften sich seit den Dürrejahren vor der Coronazeit: Dem Wald geht es schlecht und mit einer Zunahme von Totholz verschärft sich auch die Waldbrandgefahr. Aktuell sieht es nicht so aus, als würde sich an der Situation grundlegend etwas ändern. Im Gegenteil, nicht nur in Deutschland stirbt der Wald. Schuld daran sind nicht nur geänderte klimatische Bedingungen, sondern auch der Raubbau an der Natur und das Abholzen riesiger Waldflächen weltweit. Hinzu kommen um sich greifende Waldbrände, etwa in Nord- und Südamerika. Eine neue Studie zeigt, dass ein Massensterben vor 252 Millionen Jahren zwar durch den Ausbruch des Sibirischen Trapps verursacht wurde, aber durch den Zusammenbruch der Wälder infolge klimatischer Überhitzung verstärkt wurde.

Deutschland: Schwere Unwetter beendeten Hitzewelle

Extreme Hitze und schwere Unwetter: Deutschland erlebte Wetter der Extreme

Oberhausen, 03.07.2025Gestern erlebte Deutschland einen Tag der Wetterextreme: Während am Nachmittag vielerorts rekordverdächtige Temperaturen gemessen wurden, folgten am Abend teils heftige Unwetter die Schäden verursachten und das öffentliche Leben beeinträchtigten. Besonders betroffen waren Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, das Saarland und Teile Baden-Württembergs.

Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) war der Mittwoch der bisher heißeste Tag des Jahres. Spitzenreiter war Andernach in Rheinland-Pfalz mit 39,3 Grad, gefolgt von Tangerhütte-Demker in Sachsen-Anhalt und Kitzingen in Bayern. Der historische Rekord von 41,2 Grad aus dem Jahr 2019 wurde allerdings nicht erreicht.

Die Hitze belastete nicht nur Mensch und Tier, sondern auch die Infrastruktur. Auf der A5 bei Bensheim hob sich durch die Hitze die Fahrbahndecke um rund 20 Zentimeter, was zur Sperrung der Autobahn führte. Auch im Bahnverkehr kam es zu massiven Einschränkungen: Über 30 Linien in Nordrhein-Westfalen waren betroffen, Weichen versagten, Züge überhitzten und Passagier litten in Wagons mit defekten Klimaanlagen: Bei einem Regionalzug in Niedersachsen musste die Feuerwehr Passagiere evakuieren, nachdem die Klimaanlage ausgefallen war.

Am Abend entluden sich bei aufgeheizter Luft zahlreiche Gewitter, die sich in einer schweren Unwetterfront vereinigten, die vom Westen her aufzog. Besonders stark traf es Nordrhein-Westfalen: In Bocholt und Mönchengladbach liefen Keller voll, in Krefeld standen Unterführungen unter Wasser, umgestürzte Bäume blockierten Bahnstrecken bei Aachen und Coesfeld und demolierten Fahrzeuge in Duisburg und Oberhausen. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz.

Auch andere Regionen litten unter den Unwettern. In Aurich (Niedersachsen) drang Regenwasser durch das Flachdach in einen Supermarkt ein. In Emden fielen Hagelkörner mit bis zu sechs Zentimetern Durchmesser. Im Emsland brannte nach einem mutmaßlichen Blitzeinschlag ein Dachstuhl. In Lingen musste ein Zeltlager evakuiert werden.

Im Saarland sorgte eine Sturmböe für Chaos in Saarbrücken. Umgestürzte Bäume begruben Autos unter sich, die Feuerwehr zählte über 70 Einsätze. Auch im Ortenaukreis in Baden-Württemberg wurden Straßen durch Hagel und Starkregen überflutet.

Die extremen Wetterereignisse sind laut Meteorologen nicht ungewöhnlich für heiße Sommerlagen, nehmen jedoch an Intensität und Häufigkeit zu. Der DWD rechnet auch in den kommenden Tagen mit weiteren Gewittern, teils mit Starkregen und Hagel. Die Bevölkerung wird zur Vorsicht aufgerufen – sowohl bei Hitze als auch bei Unwetterwarnungen.

Extremwetter auch im Süden Europas

Vorsicht ist auch in zahlreichen Urlaubsregionen am Mittelmeer geboten. Hier ist die Hitzewelle noch im vollen Gange und die damit einhergehende Trockenheit begünstigt zahlreiche Waldbrände, etwa auf Kreta und Chalkidiki.

Im Alpenraum wüteten in den letzten Tagen starke Unwetter, die nicht nur für überflutete Straßen und vollgelaufene Keller verantwortlich waren, sondern auch für mehrere Murenabgänge.

Hitzewelle: Extreme Temperaturen in weiten Teilen Europas

Hitzewelle lässt Thermometer auf extreme Werte steigen – 46,6 Grad in Portugal gemessen

Oberhausen, 02.07.2025Die extreme Hitze der letzten Tage war nicht nur bei uns in Deutschland deutlich zu spüren, sondern bescherte besonders dem Westen Europas extremste Temperaturen, wie sie so früh im Sommer noch nicht gemessen wurden. Besonders betroffen war Portugal, wo bereits am 30. Juni eine Rekordtemperatur von 46,6 Grad gemessen wurde.

Der Hitzerekord für Ende Juni wurde in der portugiesischen Stadt Mora aufgestellt. Auch im Ort El Granado stieg das Thermometer auf über 46 Grad. In Spanien, Frankreich und Italien lagen die Temperaturen teils bei mehr als 40 Grad. Die extremen Temperaturen ließen Asphalt schmelzen und bedingten Stromausfälle in mehreren Städten: Stromnetze werden durch die Zuschaltung von Klimaanlagen überlastet und Transformatoren überhitzen.

Frankreich hat noch ein zusätzliches Problem mit der Stromversorgung, denn das Kühlwasser der Atomkraftwerke kühlt bei der Hitze nicht mehr schnell genug ab. In der Folge mussten Atomkraftwerke ihre Leistung drosseln oder sogar ganz abgeschaltet werden. Auch für Deutschland blieb das nicht folgenlos, denn der Strompreis an der Börse explodierte infolge der geringeren Stromproduktion der vernetzten Elektrizitätswerke Europas. Deutschland bezieht einen Teil seines Stromes aus Frankreich, doch mit dem Ausfall der Atomkraftwerke importiert Frankreich nun deutschen Solarstrom, was die Preise treibt.

Frankreich hat noch ein anderes Problem, denn wie eine Studie zeigt, sind Millionen Häuser derart schlecht isoliert, dass sie im Sommer zu Backöfen werden. Es fehlen nicht nur Dämmungen von Fassaden und Dächern, sondern auch Sonnenabschattungen von Fenstern. Auch Ventilatoren und Klimaanlagen sind Mangelware. So bleibt nur die Möglichkeit, vor der Hitze zu warnen: In Paris wurde die höchste Hitzewarnstufe ausgerufen und Touristenattraktionen wie der Eiffelturm wurden für Besucher gesperrt. Heute könnte die 41-Grad-Marke erreicht werden.

Generell versagt die EU nicht nur im Kampf gegen den Klimawandel, sondern auch darin, unsere Städte- und Gebäudeinfrastruktur anzupassen.

Nicht nur Frankreich stöhnt unter der Hitzewelle, sondern auch wir Deutschen schwitzen derzeit mächtig. Heute könnte es im Westen lokal bis zu 40 Grad heiß werden. Der Temperaturrekord für Deutschland wurde übrigens am 25. Juli 2019 mit 41,2 Grad aufgestellt. Diese Temperatur wurde in Duisburg-Baerl gemessen, nur wenige Kilometer von meinem Heimatort entfernt.

Die Hitzewelle soll laut den Prognosen dann ab heute Nachmittag durch starke Gewitter beendet werden. Es drohen Unwetter mit Hagel und Starkregen, der zu Überflutungen führen könnte.

USA: 2 Feuerwehrleute bei Waldbrandbekämpfung erschossen

Zwei Feuerwehrmänner wurden im Einsatz im Kampf gegen Waldbrand erschossen – Sorge vor starke Waldbrandsaison aufgrund schneller Schneeschmelze

Idaho, 30.06.2025In Teilen der USA und insbesondere in Alaska wüten bereits zum Anfang des Sommers zahlreiche Waldbrände. Laut dem Nationalen Zentrum für Waldbrandbekämpfung wüten in den USA 26 große Waldbrände, die außer Kontrolle sind. Dabei schürt eine ungewöhnlich schnelle Schneeschmelze in den Höhenlagen der Rocky Mountains Sorgen für eine außergewöhnlich starke Waldbrandsaison. Diese Umstände verstärken die Berichterstattung über einen heimtückischen Mord an 2 Feuerwehrmännern, die bei Ausübung ihrer Arbeit während der Waldbrandbekämpfung in Idaho erschossen wurden.

Die Feuerwehr wurde am Sonntagnachmittag zu einem kleineren Waldbrand am Canfield Mountain in der Nähe des Ortes Coeur d’Alene gerufen. Dreißig Minuten nachdem sie dort eintraf, eröffnete ein Schütze das Feuer auf die Brandbekämpfer und tötete dabei 2 der Einsatzkräfte. Offenbar handelte es sich um einen Scharfschützen, der die Feuerwehrleute aus größerer Entfernung attackierte. Die zu Hilfe gerufene Polizei konnte den flüchtigen Schützen bis jetzt nicht fassen. Das Motiv des Täters ist unklar, aber immerhin gelang es inzwischen die Identität des Schützen festzustellen.

Das Beispiel zeigt, dass nicht nur in Deutschland Hilfs- und Einsatzkräfte offenbar grundlos angegriffen werden, wobei die Tat in den USA noch eine andere Dimension aufweist, als es hier meistens der Fall ist.

In den USA diskutiert man aktuell auch über das eingangs beschriebene Phänomen der ungewöhnlich frühen und schnellen Schneeschmelze in den Höhenlagen, die so noch nie beobachtet worden sein soll und von daher als einzigartig beschrieben werden kann. Die starke Schneeschmelze kam durch einen ungewöhnlich warmen Frühling zustande. Betroffen sind praktisch alle westlichen Bundesstaaten einschließlich Kaliforniens, das auf einen schneereichen Winter zurückblicken kann. Viele Regionen – darunter das Einzugsgebiet des Colorados – leiden unter einer Dürre, die bereits jetzt als die stärkste der letzten 2 Jahre beschrieben wird.

Das fehlende Wasser wird sich im Sommer dann in Form von Trockenheit bemerkbar machen, was Waldbrände begünstigt. Zudem könnte Löschwasser knapp werden. Das alles vor dem Hintergrund, dass die Sparmaßnahmen von Trump und Musk dazu führten, dass in praktisch allen öffentlichen Einrichtungen und Behörden Personal abgebaut wurde: Das betrifft vor allem Feuerwehrleute, aber auch die Ranger in den Nationalparks, denen eine wichtige Rolle bei der Feuerwache zukommt. Somit dürften viele Waldbrände erst entdeckt werden, wenn sie bereits größer sind, was eine Ausbreitung der Flammen begünstigt und Löscharbeiten erschwert. Von den Sparmaßnahmen ist auch die Beschaffung neuer Ausrüstung betroffen.

Bereits jetzt ist klar, wem der großartige Trump letztendlich die Schuld geben wird, sollte es zu den befürchteten Waldbrandkatastrophen kommen: der Forstbehörde und dem vermeintlich schlechten Wassermanagement.

Pakistan: Mindestens 32 Todesopfer nach Sturzflut

Dutzende Tote durch Sturzfluten in Pakistan – schwere Vorwürfe gegen Behörden

Islamabad, 29.06.2025Langanhaltender Starkregen verursachte in Pakistan plötzliche Sturzfluten und Erdrutsche, die große Verwüstungen anrichteten. Innerhalb weniger Tage starben infolge der Naturkatastrophe mindestens 32 Menschen. Besonders stark betroffen sind die Provinzen Khyber Pakhtunkhwa im Nordwesten und Punjab im Osten des Landes. Unter den Opfern befinden sich zahlreiche Kinder.

Allein in Khyber Pakhtunkhwa starben nach Angaben der dortigen Katastrophenschutzbehörde 19 Menschen, darunter acht Kinder. Im Swat-Tal, einem bei Touristen beliebten Gebirgstal im Hindukusch, verloren mindestens 13 Menschen ihr Leben. Eine Familie aus der Provinz Punjab wurde dort beim Picknick von einer Flutwelle überrascht und in den Fluss gerissen. Bilder des Vorfalls verbreiteten sich rasch in sozialen Medien und sorgten für Empörung, da die Betroffenen offenbar über eine Stunde vergeblich auf Rettung warteten.

In der Provinz Punjab kamen mindestens 13 weitere Menschen ums Leben. Insgesamt wurden dutzende Häuser beschädigt oder zerstört. Der nationale Wetterdienst warnt vor weiteren Starkregenfällen und Überschwemmungen, die bis mindestens Dienstag auftreten könnten.

Die geografische Lage Pakistans macht das Land besonders anfällig für klimabedingte Naturkatastrophen. Beim Swat-Tal handelt es sich um ein enges Flusstal im Gebirge, in dem sich Wassermassen bei Starkregen schnell aufstauen und mit großer Wucht talwärts stürzen. In Kombination mit unzureichender Infrastruktur und fehlendem Risikobewusstsein bzw. Aufklärung über mögliche Naturgefahren führt dies immer wieder zu Unglücken mit Todesfolge.

Kritik an den Behörden blieb nicht aus. In Khyber Pakhtunkhwa wurden mehrere Verwaltungsbeamte suspendiert, nachdem bekannt wurde, dass keine rechtzeitige Rettung eingeleitet wurde. Die Katastrophenschutzbehörde der Provinz stand bereits zuvor wegen mangelnder Reaktionsfähigkeit und Korruptionsvorwürfen in der Kritik.

Pakistan mit seinen über 240 Millionen Einwohnern zählt laut internationalen Studien zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern der Welt. Bereits 2022 führten schwere Überschwemmungen zu einer der größten humanitären Katastrophen in der jüngeren Geschichte des Landes. Auch im Frühjahr 2025 war Pakistan bereits von Extremwetter wie schweren Hagelstürmen und Sturmböen betroffen.

Neben den Klimafolgen erleidet Pakistan häufig Erdbeben. So gab es gestern Abend im Westen des Landes ein Erdbeben Mb 5,5, dessen Epizentrum an der Grenze zu Afghanistan lag. Wenig später folgte ein Erdstoß Mb 4,6. Solche Erdbeben können marode Infrastruktur kollabieren lassen und Erdrutsche auslösen.