Kanaren: Meteorid-Explosion verursachte seismische Signale

Leuchtender Meteor über den Kanarischen Inseln löste seismisches Signale aus

Über den Kanarischen Inseln erleuchtet in den frühen Morgenstunden ein außergewöhnlich heller Feuerball den Himmel. Gegen 2:58 Uhr (Kanarische Zeit) registrierte das Seismische Netzwerk des Archipels ein deutliches Signal, das mit dem Eintritt eines sogenannten Boliden in die Erdatmosphäre in Verbindung gebracht wird.

Solche Himmelserscheinungen entstehen, wenn größere Objekte kosmischen Ursprungs – meist aus Gestein oder Metall – mit enormer Geschwindigkeit in die Atmosphäre eindringen. Während winzige Partikel gewöhnlich als harmlose Sternschnuppen verglühen, können größere Fragmente eine gewaltige Energiemenge freisetzen. Das dabei entstehende Leuchten und die Schockwelle, der Explosion sind oft über große Entfernungen wahrnehmbar.

Nach Angaben des kanarischen Seismiknetzwerks wurde das Ereignis auf mehreren Inseln beobachtet und von den Messstationen fast im gesamten Archipel aufgezeichnet. Das seismische Signal besteht aus Dutzenden einzelner Impulse – ein Hinweis darauf, dass der Bolide beim Eintritt in die Atmosphäre zerbrochen ist. Auch zahlreiche Videos in sozialen Netzwerken zeigen, wie sich das Objekt in mehrere leuchtende Fragmente aufspaltete.

Anhand der Ausbreitung der Schallwellen vermuten Fachleute, dass sich der wahrscheinlichste Ort der Explosion des Boliden über der Insel Teneriffa befand. Ob Fragmente als Meteoriten den Erdboden erreichten wird noch geprüft.

Boliden dieser Art stellen in der Regel keine Gefahr für die Bevölkerung dar. In seltenen Fällen kann die Druckwelle ihrer Explosion jedoch stark genug sein, um Schäden anzurichten – wie beim bekannten Meteorereignis über der russischen Stadt Tscheljabinsk im Jahr 2013, bei dem Tausende Fenster zerbrachen.

Die vom Seismischen Netzwerk aufgezeichneten Seismogramme zeigen das Ereignis deutlich: Der kosmische Besucher hat auf nahezu allen Inseln des Archipels messbare Spuren hinterlassen.

Weitere Recherchen zu dem Ereignis brachten bis jetzt nur Aufnahmen eines Meteors über dem spanischen Festland hervor. Darüber hinaus kam es in den letzten Tagen zu einer Häufung von Meteor-Sichtungen auf der ganzen Welt. (Quelle INVOLCAN)

Erdmagnetfeld: Südatlantische Anomalie deutlich gewachsen

Wachsende Schwäche im Erdmagnetfeld – Forscher beobachten Veränderungen über dem Südatlantik

Seit Jahren registrieren Satelliten eine auffällige Schwäche im Erdmagnetfeld über dem Südatlantik. Die sogenannte Südatlantische Anomalie hat sich nach aktuellen Messungen der europäischen ESA-Mission Swarm seit 2014 deutlich vergrößert und reicht inzwischen über eine Fläche, die fast der Hälfte Kontinentaleuropas entspricht. Diese Entwicklung wirft Fragen nach der Stabilität des globalen Magnetfelds auf – und ob sie Vorbote einer künftigen Umpolung der Pole sein könnte.

Das Magnetfeld der Erde ist ein unsichtbarer, aber lebenswichtiger Schutzschild. Es lenkt geladene Teilchen des Sonnenwinds ab und schützt die Atmosphäre vor Erosion. Erzeugt wird es tief im Inneren des Planeten: Im rund 2200 Kilometer dicken äußeren Erdkern zirkuliert geschmolzenes Eisen, das aufgrund hoher Temperaturen und der Rotation der Erde in Bewegung bleibt. Die eisernen Schmelzströme erzeugen elektrische Ströme, die wiederum Magnetfelder hervorbringen. Dieses Zusammenspiel aus Bewegung, eklektischer Leitfähigkeit und Rotation wird als Geodynamo bezeichnet: ein selbstverstärkender Prozess, der seit Milliarden Jahren das irdische Magnetfeld antreibt und Leben ermöglicht.

Der Geodynamo ist kein statisches System. Die Strömungen im flüssigen Eisen sind chaotisch, und ihr Verhalten wird vom Wärmefluss an der Grenze zum darüberliegenden Erdmantel beeinflusst. Wo der Mantel mehr Wärme ableitet, strömt das Metall im äußeren Kern stärker, wodurch sich lokale Magnetfeldmuster bilden. Umgekehrt können geringere Wärmeabflüsse zu Zonen führen, in denen sich das Feld abschwächt oder sogar umkehrt.

Unter dem Südatlantik scheint genau das zu geschehen. Messungen zeigen dort Regionen, in denen das Magnetfeld deutlich schwächer ist als anderswo. Die Ursache liegt vermutlich in sogenannten Reverse-Flux-Patches – Gebieten an der Kern-Mantel-Grenze, in denen das Magnetfeld lokal entgegengesetzt gerichtet ist. Diese Felder schwächen das globale Magnetfeld in dieser Region und führen zur beobachteten Anomalie. Da das Magnetfeld ein Dipol ist, kommt es in Sibirien und Kanada zu lokalen Verstärkungen, die medial allerdings kaum Beachtung findet.

Für Satellitenbetreiber hat die Entwicklung konkrete Folgen: Über der Südatlantischen Anomalie ist die schützende Wirkung des Magnetfelds geringer, wodurch Raumsonden und Kommunikationssatelliten einer erhöhten Strahlenbelastung ausgesetzt sind. Schäden an elektronischen Komponenten oder kurzzeitige Fehlfunktionen sind möglich. Hiervon könnte auch die GPS-Navigation betroffen sein.

Die Veränderungen im Magnetfeld haben auch eine wissenschaftliche Dimension. Das globale Feld verliert seit rund zwei Jahrhunderten allmählich an Stärke. Solche Schwankungen sind nicht ungewöhnlich, doch sie wecken Besorgnis, weil das Magnetfeld in der Erdgeschichte mehrfach seine Polarität gewechselt hat. Bei einer solchen Umpolung vertauschen sich Nord- und Südpol vollständig. Doch das ist ein Prozess, der sich über Jahrtausende erstreckt und sich nicht so sprunghaft vollzieht, wie es der Name des Prozesses nahelegt.

Ob die aktuelle Schwächung tatsächlich ein frühes Stadium einer solchen Umpolung markiert, ist umstritten. Zwar erinnert das lokale Verhalten der Südatlantischen Anomalie an Vorgänge, die in geologischen Aufzeichnungen mit Umpolungen in Verbindung gebracht werden. Doch bisher fehlen eindeutige Hinweise auf einen globalen Zusammenbruch des Felds. Wahrscheinlicher ist, dass es sich um eine vorübergehende Instabilität handelt.

Das Magnetfeld der Erde ist dynamisch und anpassungsfähig. Seine Veränderungen zeigen, dass tief unter unseren Füßen ein komplexes System arbeitet, dessen Prozesse nur allmählich verstanden werden. Die Südatlantische Anomalie ist ein sichtbares Zeichen dieser inneren Aktivität und erinnert daran, dass selbst die beständige Ordnung des Planeten ständig in Bewegung ist.

Übrigens, die Prozesse des Geodynamos übertragen sich teilweise auch auf den Erdmantel und treiben die Kräfte der Plattentektonik und des Vulkanismus an. Gesteinsplaneten ohne Plattentektonik haben weder einen Geodynamo noch ein wirksames Magnetfeld, das potenzielles Leben vor kosmischer Strahlung schützt.

(Quelle: Pressemeldung ESA zu einer dänischen Studie unter Leitung von Prof. Chris Finlay, erschienen in „Physics of the Earth and Planetary Interiors“)

Sizilien: Schwere Unwetter am Ätna möglich

Unwetterwarnungen für Sizilien – Heftige Gewitter am Ätna möglich

Heute steht der Ätna mal nicht wegen vulkanischer Aktivität in den Schlagzeilen auf Vnet, sondern wegen einer Unwetterwarnung der höchsten Stufe, die von den italienischen Wetterdiensten ausgegeben wurde: Es drohen starke Gewitter mit starken Windböen und ergiebigen Regenfällen. Diese könnten Schlammlawinen und Erdrutsche auslösen und in den Gemeinden am Fuß des Vulkans Überflutungen verursachen, so wie es bereits im letzten Herbst häufiger vorkam.

Laut dem PRE TEMP-Institut deuten die aktuellen Modelle auf die Bildung eines intensiven Tiefdruckkerns hin, der sich westlich von Sizilien etabliert und sich im Verlauf der nächsten Stunden ostwärts in Richtung Ionisches Meer verlagern könnte. Besonders gefährdet sind die Provinzen Trapani, Palermo, Messina und Catania, wo lokale Überflutungen, Hangrutsche und Sturmfluten nicht ausgeschlossen werden. In den kommenden 12 bis 24 Stunden könnten sich Regenmengen von über 150 Litern pro Quadratmeter ansammeln – Werte, die bereits in der Vergangenheit zu erheblichen Schäden führten.

Meteorologen beobachten über dem Tyrrhenischen Meer die Entwicklung einer großräumigen Sturmstruktur, die sich zu einem Mesoskaligen Konvektiven Komplex (MCC) verdichten könnte – einem gewaltigen Cluster aus mehreren Gewittersystemen. Davon könnten auch die Liparischen Inseln betroffen werden, wo Starkregen in den letzten Jahren besonders häufig Überflutungen und Schlammlawinen verursachte. Von einer Besteigung der beiden Vulkane Ätna und Stromboli rate ich aktuell dringend ab!

Gewitter zogen bereits über Sardinien hinweg und sorgten für Chaos

Während sich Sizilien auf die Auswirkungen der Sturmzelle vorbereitet, hat Sardinien die Unwetter bereits mit voller Wucht erlebt. Am Dienstag fegten heftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen über weite Teile der Insel hinweg. Besonders betroffen waren die Regionen Sulcis, Carbonia und Meilogu, wo Straßen und Unterführungen überflutet wurden. Zahlreiche Häuser standen unter Wasser, und die Feuerwehr musste dutzende Male ausrücken, um Keller leerzupumpen und blockierte Verkehrswege zu räumen.

In Carbonia traten kleinere Flüsse über die Ufer, Felder wurden verwüstet, und die örtliche Landwirtschaft meldet teils massive Ernteschäden. Die Behörden riefen zwischenzeitlich die gelbe Alarmstufe aus, mahnten die Bevölkerung zur Vorsicht und sperrten mehrere Straßenabschnitte.

Nach derzeitigem Stand könnte die Unwetterfront in den kommenden Stunden von Sardinien weiter über das Tyrrhenische Meer ziehen – mit Sizilien als nächstem Brennpunkt eines außergewöhnlich dynamischen Wetterereignisses.

Pazifik im Norden so heiß wie nie

Die Rückkehr des Blob: Rekordhitze im Pazifik bedroht Klima und Meeresleben

Eine gigantische marine Hitzewelle, die von Wissenschaftlern und den Medien „der Blob“ genannt wird, hat sich in diesem Sommer über den gesamten Nordpazifik ausgebreitet und erstreckt sich über eine Distanz von fast 8000 Kilometern zwischen Japan und Kalifornien. Das Phänomen ist nicht neu, aber seine Dimensionen sind beispiellos. Die Temperaturen liegen um bis zu 4 Grad über den Durchschnittswerten. Damit erreicht die Wassertemperatur stellenweise mehr als 20 Grad Celsius. Wohlbemerkt: Das gilt für den ansonsten kühlen Nordpazifik jenseits des 60igsten Breitengrad. In Äquatornähe erreichte der Pazifik 32 Grad, was die Taifune anfeuert, die gerade bei den Philippinen und vor Japan wüten.

Die hohen Meerestemperaturen bedingen auch ungewöhnlich warmes Wetter an Land: In Japan wurden in diesem Jahr Temperaturen von bis zu 41,8 °C gemessen, was einen nationalen Rekord darstellt. An der US-Westküste sorgt das ungewöhnlich warme Wasser für feuchtwarme Luft, beeinflusst die Windmuster und könnte im Winter starke Schneefälle verursachen.

Der Blob entsteht, wenn sich große Hochdruckgebiete über dem Pazifik stabilisieren. Diese blockieren die sonst üblichen Winde, die kühleres Tiefenwasser an die Oberfläche transportieren. Ohne diesen natürlichen „Aufzug“ bleibt das Oberflächenwasser ungewöhnlich warm und heizt sich unter der Sommersonne weiter auf.

Die aktuelle marine Hitzeanomalie ist nicht nur eine Laune der Natur. Klimaforscher machen den menschengemachten Klimawandel mitverantwortlich. Die steigenden Konzentrationen von Treibhausgasen haben die Ozeane bereits stark erwärmt. Der Nordpazifik reagiert besonders empfindlich: Er heizt sich schneller auf als jeder andere Ozean der Erde. Ein Superlativ, das aber auch andere Meere immer gerne für sich beanspruchen.

Die Folgen für die Ökosysteme sind dramatisch. Bereits der Blob von 2014 bis 2016 führte zu massenhaftem Sterben von Seevögeln, Seelöwen und Lachsen in Alaska. Ganze Fischbestände brachen zusammen, weil sich Nahrungsketten verschoben. In diesem Jahr berichten Forscher erneut von erhöhten Todesraten bei Seevögeln und von Quallen- und Algenblüten, die Küstengewässer belasten.

Sollte die Wärme im Ozean länger anhalten, könnten sich die Schäden noch verschlimmern. Die langanhaltend hohen Temperaturen stressen nicht nur Fische und Meeressäuger, sondern auch das empfindliche Plankton, das die Basis der marinen Nahrungskette bildet.

Astronomie: Herbst der Kometen

Herbst der Kometen: Drei himmlische Besucher am Abendhimmel sichtbar

In den kommenden Wochen dürfen Himmelsbeobachter auf ein seltenes Schauspiel gespannt sein: Gleich drei Kometen ziehen durch unser Sonnensystem und bieten faszinierende Gelegenheiten für Beobachtungen – C/2025 R2 (SWAN), C/2025 A6 (Lemmon) und der interstellare Besucher 3I/ATLAS. Während jeder dieser Himmelskörper seine eigenen Besonderheiten hat, lohnt es sich, alle drei am Himmel zu verfolgen.

KI-Darstellung

In den letzten Wochen stand besonders Komet 3I/ATLAS im Fokus der Medien und Wissenschaftler, da er auf einer ungewöhnlichen Bahn durch das Sonnensystem zieht und ein interstellarer Besucher ist. Er hat also das Sonnensystem nie zuvor besucht und wird auch nach seinem Vorbeiflug wieder hinaus in die Tiefen des Alls fliegen. Seine Bahn ist hyperbolisch, was bedeutet, dass er nicht an die Sonne gebunden ist. Entdeckt wurde er im Juli 2025 vom ATLAS-System in Chile. Besondere Aufmerksamkeit genießt der Komet, weil ein Astronomieprofessor das Gerücht in die Welt setzte, dass es sich bei 3I/ATLAS um ein außerirdisches Raumschiff handeln könnte.

Aufgrund seiner hohen Entfernung zur Erde von etwa 270 Millionen Kilometern wird er jedoch sehr schwach erscheinen. Mit einer Helligkeit zwischen Magnitude 12 und 14 ist er nur für Beobachter mit größeren Teleskopen sichtbar und damit für Laien weniger interessant.

Anders sieht es da mit den beiden folgenden Himmelskörpern aus, die in den nächsten Wochen per Fernglas oder sogar mit bloßem Auge zu sehen sein könnten.

C/2025 R2 (SWAN) ist ein heller Fernglas-Komet und wurde im September 2025 vom SWAN-Instrument auf dem SOHO-Satelliten entdeckt. Der Komet nähert sich der Erde und wird am 20. Oktober seine größte Annäherung an die Erde erreicht haben. Dann ist er etwa 40 Millionen Kilometer entfernt.

Aktuell liegt seine Helligkeit bei rund Magnitude 7, womit er bereits mit einem Fernglas gut zu beobachten ist. Unter dunklem Neumondhimmel könnte er sogar an die Grenze der Sichtbarkeit mit bloßem Auge gelangen. Beobachter sollten nach Sonnenuntergang Ausschau halten, besonders in südlicheren Breitengraden, wo der Komet höher über dem Horizont steht. Sein Schweif erstreckt sich bereits über mehrere Grad am Himmel.

Als einmalige Gelegenheit wird der Komet C/2025 A6 (Lemmon) bezeichnet: Er wird ebenfalls am 21. Oktober seine größte Annäherung an die Erde erreichen und ist dann noch 90 Millionen Kilometer entfernt. Obwohl er damit mehr als doppelt so weit von uns entfernt ist wie Swan, wird erwartet, dass er mit bloßem Auge sichtbar sein wird. Die Helligkeit wird dann voraussichtlich Magnitude 4 erreichen. Lemmon wurde Anfang Januar 2025 vom Mount-Lemmon-Survey entdeckt und wird am 8. November den sonnennächsten Punkt seiner Bahn erreichen. Im Oktober steht er abends im Südwesten, Anfang November dann im Süden. Für die Beobachtung empfiehlt sich ein dunkler Standort fernab von Straßenlampen.

Besonders interessant: C/2025 A6 war zuletzt vor rund 1.400 Jahren in unserem Sonnensystem. Die nächste Rückkehr ist erst für das Jahr 3421 vorhergesagt – für uns also ein einmaliger Anblick.

Interstellarer Komet quert das Sonnensystem

Komet 3I/ATLAS sorgt für Aufregung – schnellster extrasolarer Himmelskörper schürt Spekulationen über außerirdische Besucher

Weltweit richten Astronomen derzeit ihre Teleskope auf ein außergewöhnliches Objekt: den Kometen 3I/ATLAS. Er wurde Anfang Juli 2025 von einem Teleskop des ATLAS-Programms in Chile entdeckt, das eigentlich nach erdnahen Asteroiden sucht. Schnell wurde klar, dass es sich um einen Besucher von außerhalb unseres Sonnensystems handelt. Dabei ist es erst das dritte bekannte interstellare Objekt das von unseren Teleskopen entdeckt wurde.

3I/ATLAS

Bei den anderen interstellaren Himmelskörpern, die unser Sonnensystem querten, handelte es sich um 1I/ʻOumuamua im Jahr 2017 und 2I/Borisov der im Jahr 2019 entdeckt wurde. Doch 3I/ATLAS unterscheidet sich von den beiden früheren Erscheinungen durch seine höhere Geschwindigkeit. Sie beträgt 61 Kilometern pro Sekunde bzw. 220.000 km/h. Damit ist 3I/ATLAS etwa doppelt so schnell wie seine Vorgänger und erreicht Extremgeschwindigkeiten, wie sie in ihrer Spitze nur von Kometen bekannt sind, die sich auf ihren Endanflug um die Sonne befinden.

Im Gegensatz zu den Himmelskörpern unseres Sonnensystems, die die Sonne auf elliptischen Bahnen umrunden, bewegt sich 3I/ATLAS auf einer offenen, stark hyperbolischen Bahn. Er fliegt also nahezu geradlinig durch das Sonnensystem und wird dabei nur leicht von der Gravitation der Sonne abgelenkt. Aktuell rast er zwischen den Umlaufbahnen von Jupiter und Mars in Richtung Sonne. Am 29. Oktober 2025 erreicht er den sonnennächsten Punkt (Perihelion), und am 29. Dezember seine größte Annäherung an die Erde, die er in sicherem Abstand von 1,8 Astronomischen Einheiten (AE) passieren wird. Eine AE entspricht der Entfernung Sonne-Erde.

Der Komet 3I/ATLAS ist mehrere Kilometer groß und zeigt seit kurzem bereits typische Kometenaktivität: Ausgasungen haben eine Koma und einen Schweif gebildet, der gut 25.000 Kilometer lang ist. Aufgrund seiner Helligkeit vermuten Astronomen, dass er das bislang größte bekannte interstellare Objekt sein könnte – auch wenn genaue Daten durch die dichte Staubwolke verborgen bleiben.

Komet entgast

Für besonderes Interesse sorgt zudem seine Geschwindigkeit: 3I/ATLAS bewegt sich deutlich schneller als seine Vorgänger. Modelle legen nahe, dass er dadurch auch sehr viel älter ist. Während ʻOumuamua auf etwa 100 Millionen Jahre und Borisov auf rund eine Milliarde Jahre geschätzt wurden, könnte ATLAS laut einer aktuellen Studie sogar sieben Milliarden Jahre alt sein – und damit älter als unser Sonnensystem. Sein Ursprung liegt vermutlich in der „dicken Scheibe“ der Milchstraße, einer Region weit außerhalb der galaktischen Ebene.

Spekulationen, 3I/ATLAS könnte ein UFO künstlichen Ursprungs sein, stammen vor allem vom Harvard-Astrophysiker Avi Loeb. In der Fachwelt gelten solche Hypothesen jedoch als äußerst umstritten. Die große Mehrheit der Astronomen sieht in ATLAS ein natürliches Relikt – ein uralter Bote aus den Tiefen der Galaxie, der uns für kurze Zeit Einblick in die Weiten des interstellaren Raums gewährt.

Island: Gletscherlauf am Langjökull

Gletscherlauf am Langjökull verursacht Hochwasser im Fluss Hvitá – Erdbebenaktivität erhöht

Bereits gestern erwähnte ich kurz den Gletscherlauf am Langjökull, der aber nicht direkt vom Gletscher ausgeht, sondern von der vorgelagerten Schmelzwasserlagune Hafrafellslón, die relativ jung ist und sich erst in den letzten Jahrzehnten anfing zu bilden. 

Beim Hafrafellslón handelt es sich im Prinzip um einen natürlichen Schmelzwasserstausee, der infolge des Klimawandels und der verstärkten Schmelzwasserbildung des Gletschers entstand. Das Schmelzwasser des Langjökull speist nicht nur den, sondern im Wesentlichen den Fluss Hvítá, der namentlich gleich viermal auf Island vertreten ist.
Das Wasser der aktuellen Gletscherflut strömt zunächst in den Fluss Svartá und weiter in die Hvítá im Borgarfjörður-Gebiet.

Der Wasserstand der Gletscherlagune ist so hoch wie nie zuvor, weshalb die aktuelle Flut möglicherweise größer ausfallen könnte als diejenige im August 2020. Anwohner werden von IMO aufgefordert, die potenziellen Auswirkungen des Hochwassers auf Grundstücke und Viehbestände entlang der Hvítá im Auge zu behalten.

Der isländische Wetterdienst hat in den letzten Wochen mithilfe von Satellitenbildern den wachsenden Stausee beobachtet. Bereits am 20. August deuteten Aufnahmen darauf hin, dass sich der See zu entleeren begann. Am 21. August bestätigten Anwohner, dass Wasser über den Gletscherrand in die Svartá abfloss. Seitdem steigt der Pegel der Hvítá spürbar an. In den kommenden Tagen wird ein weiterer Anstieg erwartet, so dass der Fluss sein Bett verlassen könnte.

Beim Hochwasser im Jahr 2020 trat die Hvítá an mehreren Stellen über die Ufer, unter anderem an der Brücke des Hálsasveitarvegur über den Kaldadalsvegur, und verursachte Überschwemmungen bis hin zu den Wiesen bei Brúarás. Bewohner der Region sollten daher auch diesmal mit möglichen Überflutungen in Ufernähe rechnen.

Unter dem Langjökull liegt ein weiterer Zentralvulkan Islands verborgen, der in den letzten Monaten eine erhöhte Seismizität zeigte. So könnte die vermehrte Schmelzwasserproduktion nicht alleine dem Klimawandel geschuldet sein, sondern auch auf eine gesteigerte Geothermie unter dem Gletscher hindeuten. Erst am 18. August hatte es ein Erdbeben Mb 3,3 unter dem Gletscher gegeben. Es war das stärkste Erdbeben, das seit 2007 unter dem Langjökull gemessen wurde.

Australien: ungewöhnliche Schneefälle in Queensland

Ungewöhnlich starker Schneefall in Australien – bis zu 50 Zentimeter Schnee in New South Wales und Queensland

Ein ungewöhnlich starker Wintereinbruch hat am Wochenende Teile von Australien unter einer dichten Schneedecke begraben. Besonders betroffen waren die nördlichen Hochebenen von New South Wales sowie angrenzende Regionen im Südosten von Queensland. Es waren auch Gegenden betroffen, in denen Schnee nur extrem selten fällt. so selten, dass einige jüngere Anwohner zum ersten Mal Schnee in ihrem Leben sahen. In einigen Orten erreichten die Schneemengen Rekordwerte, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr gemessen wurden.

Laut dem australischen Wetterdienst fielen am Samstag in Teilen von New South Wales bis zu 40 Zentimeter Schnee, mancherorts sogar bis zu 50 Zentimeter. Auch in Teilen von Queensland setzte am Nachmittag Schneefall ein. Dort war es das erste nennenswerte Ereignis dieser Art seit rund zehn Jahren. Insgesamt handelte es sich um die stärksten Schneefälle in dieser Region seit Mitte der 1980er-Jahre.

Der New South Wales State Emergency Service meldete, dass bis zu 100 Fahrzeuge auf schneebedeckten Straßen in den nördlichen Hochebenen festsaßen. Zusätzlich kam es im gesamten Bundesstaat zu mehr als 1.400 witterungsbedingten Notfalleinsätzen. Zehntausende Haushalte waren zeitweise ohne Strom, zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden. In Armidale, Guyra und Umgebung waren selbst die Rasenflächen von Golfclubs tief verschneit.

Begleitet wurde der Wintereinbruch von kräftigem Regen, stürmischen Böen mit Geschwindigkeiten von über 90 Stundenkilometern und gesteigerter Hochwassergefahr. In einigen Regionen traten Flüsse über die Ufer. Der Peel River und der Namoi River verursachten mittelstarke Überschwemmungen. Für Teile von New England wurde eine Evakuierungsanordnung ausgesprochen. Es wurde vor glatten Straßen gewarnt und empfohlen, unnötige Fahrten zu vermeiden.

Schnee ist in Australien zwar nicht gänzlich unbekannt, tritt aber fast ausschließlich in höher gelegenen Regionen im Südosten des Landes auf. In Queensland kommt er nur äußerst selten vor und gilt dort als meteorologische Ausnahmeerscheinung. Laut Meteorologinnen und Meteorologen war eine ungewöhnlich starke Kaltfront für das aktuelle Wetterereignis verantwortlich. Diese transportierte kalte Luft vom Südpol weit nach Norden und traf auf feuchte Luftmassen. Hierbei handelt es sich um eine Kombination, die in dieser Form nur selten vorkommt und durch einen schwächelnden Jetstream verursacht werden kann.

New York: erneute Überflutungen durch Unwetter

Überflutungen durch Unwetter – erneut New York und New Jersey getroffen

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen kam es im Nordosten der USA zu starken Unwettern, die besonders in New York und New Jersey starke Überflutungen verursachten, die das öffentliche Leben stark beeinträchtigten, zu Verkehrschaos führten und einer Person das Leben kosteten.

Eine große Unwetterfront zog am Donnerstag über weite Teile des Nordostens der USA und verbreitete sintflutartige Regenfälle, die zu Überschwemmungen und massiven Verkehrsbehinderungen führten. Besonders betroffen waren New York City, New Jersey, Pennsylvania und Teile von Maryland. In mehreren Bundesstaaten wurde der Notstand ausgerufen.

Allein in New York City fielen innerhalb von 2 Stunden stellenweise fast 130 Millimeter Regen. Die Wassermassen überlasteten die Kanalisation und überfluteten Straßen, U-Bahn-Stationen und Keller. Mehrere Hauptverkehrsstraßen mussten gesperrt werden. Auch der Zugverkehr der Long Island Rail Road kam zum Erliegen. Über 100 Passagiere saßen während der Hauptverkehrszeit in einem überfluteten Zug und mussten von Rettungskräften evakuiert werden.

Flughäfen in New York, New Jersey, Washington, D.C. und Philadelphia meldeten über 1.400 Flugausfälle und zahlreiche Verspätungen. Besonders betroffen waren die Airports JFK, LaGuardia und der Reagan National Airport.

Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, unnötige Reisen zu vermeiden und sich auf mögliche Stromausfälle, Sturzfluten und Erdrutsche vorzubereiten. In 14 Bezirken des Bundesstaates New York wurde die Notfallzentrale aktiviert, mobile Einsatzkräfte und Generatoren wurden vorsorglich bereitgestellt.

Die Wetterdienste hatten bereits im Vorfeld vor extremen Niederschlagsmengen gewarnt. In einzelnen Regionen könnten sich laut Prognosen bis zu 200 Millimeter Regen ansammeln.

Am Abend wurden die Warnungen für New York City zwar aufgehoben, doch die Aufräumarbeiten dürften noch Tage dauern.

Zwar sind Unwetter in dieser Region der USA nicht ungewöhnlich, doch sie werden immer häufiger und extremer, was auch mit dem anthropogenen Klimawandel zusammenhängt.

In diesem Zusammenhang ist es umso erstaunlicher, dass die US-Regierung Treibhausgase seit Neuestem als ungefährlich einstuft. Das dürfte den Weg dazu bereiten, den Klima- und Umweltschutz immer weiter zurückzufahren.

Die USA sind zusammen mit China, Indien und Russland die weltgrößten Treibhausgasemittenten. Je nach Quelle sind diese 4 Staaten für die Hälfte bis Dreiviertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Da erscheint es geradezu paradox, dass die Klimaschutzziele der EU und speziell von Deutschland, das für ca. 2% des weltweiten Treibhausgasausstoßes verantwortlich ist, immer höher geschraubt werden, was für den Bürger große finanzielle Mehrbelastungen bedeutet. Bedenkt man, dass die verschiedenen Steuern, Abgaben und Gebühren, mit denen wir im Namen des Umweltschutzes belastet werden, nicht zweckgebunden sind und in den normalen Bundeshaushalt einfließen, der trotzdem riesige Finanzierungslücken aufzeigt, bleibt der Normalbürger nur noch sprachlos zurück.