Explosivität am Vulkan Popocatepetl nimmt weiter zu

Explosivität am Popocatépetl nimmt weiter zu – Vulkanausbruch wirft rotglühende Tephra bis auf den Hang aus

Der mexikanische Vulkan Popocatépetl ist in den letzten Tagen wieder deutlich unruhiger geworden und erzeugt häufigere Explosionen, die neben Vulkanasche auch rotglühende Tephra fördern, die im oberen Bereich der Vulkanflanke niedergeht. Webcamaufnahmen zeigen dabei rot illuminierte Dampfwolken, die so grell aufleuchten, dass das gesamte Bild überstrahlt wird. Dennoch scheint es eine Diskrepanz zwischen den visuellen Beobachtungen und den Messwerten der Vulkanologen zu geben, die ich mir nicht erklären kann.

Popocatepetl

In den vergangenen Tagen hat sich die Explosivität des 5.426 Meter hohen Vulkans weiter gesteigert. Livecam-Aufnahmen dokumentieren anhaltende Eruptionen, bei denen glühende Lavabomben und Gesteinsfragmente bis auf die oberen Flanken des Vulkankegels geschleudert werden. Die ballistischen Auswürfe stellen insbesondere im Gipfelbereich eine Gefahr dar, weswegen die Besteigung des Vulkans weiterhin untersagt bleibt.

Auch satellitengestützte Beobachtungen bestätigen die aktuelle Unruhe und das VAAC Washington veröffentlicht seit Mitte Mai wieder deutlich regelmäßiger Warnungen vor Vulkanasche, als es in den ersten Monaten des Jahres der Fall gewesen war. So meldeten die Washingtoner am frühen Morgen des 3. Juni eine Ascheemission, die bis in Höhen von etwa 6.000 Metern über dem Meeresspiegel aufstieg Die Aschewolke driftete mit einer Geschwindigkeit von 9 km/h nach Süden und Südwesten ab.

Nach Angaben des Nationalen Zentrums für Katastrophenprävention (CENAPRED) wurden innerhalb der letzten 24 Stunden 33 Exhalationen geringer Intensität sowie 22 Minuten vulkanischer Tremor registriert. Tremor gilt als Hinweis auf die Bewegung von Magma und vulkanischen Gasen im Fördersystem und kann eine erhöhte eruptive Aktivität begleiten. Was mich verwundert, ist, dass die Explosionen als Exhalationen eingestuft werden, obwohl rotglühende Tephra ausgestoßen wird. Die Explosionen zerstören den Lavadom, der am Boden des Kraters wuchs. Der Tremor fluktuiert deutlich: Am 1. Juni wurden 66 Minuten aufgezeichnet. Diese Werte liegen aber immer noch deutlich unter denen der stärkeren Eruptionsphasen der Vorjahre.

Die mexikanischen Behörden halten die Warnstufe weiterhin auf „Gelb Phase 2“. CENAPRED fordert die Bevölkerung eindringlich auf, den Kraterbereich nicht zu betreten und die bestehende Sperrzone von zwölf Kilometern strikt einzuhalten. Aufgrund der Gefahr herabfallender Lavabomben und möglicher stärkerer Explosionen bleibt die Situation am Popocatépetl aufmerksam zu beobachten.