Schlammströme und Überflutungen in Quetzaltenango am Fuß des Cerro Quemado in Guatemala
Am 3. Mai kam es in der Gemeinde Almolonga in der Region Quetzaltenango (Guatemala) zu extremen Starkregenfällen, die innerhalb kurzer Zeit zu Überflutungen führten. Nach lokalen Berichten setzte der Niederschlag am Sonntagabend ein und intensivierte sich rasch. Innerhalb von etwa einer halben Stunde verwandelten sich Straßen und tiefer gelegene Bereiche in reißende Wasser- und Schlammströme, die Fahrzeuge, darunter auch Baumaschinen und Pickups, mit sich rissen oder beschädigten.

In den in sozialen Medien verbreiteten Aufnahmen des lokalen Nachrichtenportals Xela News ist das Ausmaß der Überflutungen deutlich dokumentiert. Berichte sprechen vom ersten intensiven Starkregen zum Beginn der Regenzeit, die in Guatemala regelmäßig mit plötzlichen Extremniederschlägen einsetzt und das Ende der Vulkan-Spotting-Saison einläutet Das betroffene Gebiet liegt im westlichen Hochland in unmittelbarer Nähe des vulkanisch aktiven Systems um Santa Maria und Santiaguito, wodurch sich die lockeren vulkanischen Ablagerungen leicht mit Oberflächenwasser vermischen können.
Die am stärksten betroffene Ortschaft Almolonga befindet sich unmittelbar am Fuß des Cerro Quemado, eines alten Lavadomkomplexes südlich von Quetzaltenango, der mit dem Santa Maria assoziiert ist. Der Dom besteht aus stark zerklüftetem vulkanischem Gestein und steilen Hängen, die bei Starkregen große Mengen an Wasser und lockeren Sedimenten in Richtung der Siedlungen leiten können. Die Topografie wirkt dabei wie ein natürlicher Kanal, der Abfluss und Geröll in kurzer Zeit konzentriert.
Obwohl die Region geologisch vom Vulkan Santa Maria und dem aktiven Lavadom Santiaguito geprägt ist, deutet alles darauf hin, dass dieses Ereignis nicht durch vulkanische Aktivität ausgelöst wurde. Vielmehr handelte es sich um eine klassische, regenbedingte Sturzflut, wie sie zu Beginn der Regenzeit in Guatemala häufiger auftreten kann.
Nachts klarte das Wetter wieder auf und auf den LiveCams südlich des Santiaguitos wurde dieser wieder sichtbar. Vom Dom geht wieder ein zäher Lavastrom aus, der über die Südflanke fließt. In solchen Phasen kommt es besonders oft zu Abgängen glühender Schuttlawinen und pyroklastischer Ströme. Die Lahar-Gefahr ist hoch.