Mehrere Aschewolken vom Kanlaon – Anzahl täglicher Erdbeben hoch
Der Vulkan Kanlaon zeigt anhaltende Ascheemissionen, die laut VONA-Meldungen bis auf eine Höhe von 3 Kilometern aufsteigen. Am späten Abend des 12. Aprils gab es die letzte VONA-Warnung. Dabei wurde eine Aschewolke bis auf eine Flughöhe von 10.000 Fuß Höhe ausgestoßen, die sich in Richtung Südwesten ausbreitete. Satellitendaten (Himawari-9) erfassten zudem drei einzelne Ascheemissionen, die jeweils zwischen 47 und 129 Minuten andauerten. In Ortschaften in Windrichtung kam es zu leichtem Ascheregen.

Die aktuelle Aktivität spiegelt sich auch in den Seismogrammen wider Innerhalb von 24 Stunden wurden 150 vulkanisch bedingte Erdbeben registriert. 146 der Beben waren vulkanotektonischer Natur und entstanden durch Gesteinsbruch infolge von Magmaaufstieg. Auffällig ist, dass die Epizentren flächig über das gesamte Vulkangebäude streuen und sich nicht nur unter der Nordflanke konzentrierten, wie es zuvor häufig der Fall gewesen ist. Unter den Erdbeben befanden sich 4 längere Tremorphasen mit einer Dauer von 40 bis 100 Minuten. Solche Tremore deuten auf Bewegung von Magma oder Gas im Untergrund hin.
Die Gasemissionen sind ebenfalls erhöht. Der Schwefeldioxid-Ausstoß lag gestern bei etwa 610 Tonnen pro Tag. Ein Anzeichen für Magma nahe der Erdoberfläche. Gleichzeitig wurde eine mäßige Asche- bzw. Dampffahne beobachtet, die etwa 400 Meter über den Krater aufstieg und ebenfalls nach Südwesten driftete.
Ein weiteres wichtiges geophysikalisches Signal ist die Bodendeformation: Der Vulkan zeigt eine anhaltende Inflation, also ein Aufblähen des Vulkangebäudes, das durch eine Magmaansammlung unter dem Vulkan zustande kommt. Hierdurch steigt der Druck im Speicher- und Fördersystem und weitere Eruptionen sind wahrscheinlich.
Die Situation gilt als potenziell gefährlich. Die Vulkanologen von PHILVOLCS warnen vor plötzlich einsetzenden phreatischen Explosionen, auftretenden Aschewolken und sogar pyroklastischen Strömen und Laharen. Die 4-km-Sperrzone (Permanent Danger Zone) darf nicht betreten werden und der Flugverkehr sollte den Bereich um den Vulkan meiden.