Kanlaon mit Kraterglühen – PHILVOLCS gibt Warnung aus

Kraterglühen besorgt Anwohner und Vulkanologen am Kanlaon – stärkerer Vulkanausbruch könnte bevorstehen

Seit Monaten stößt der philippinische Vulkan Kanlaon immer wieder Asche und vulkanische Gase aus. Nun melden Vulkanologen von PHILVOLS eine neue Entwicklung, die auf eine tiefgreifendere Veränderung im Fördersystem des Vulkans hindeuten könnte: Erstmals wurde an seinem Gipfel sichtbares Kraterglühen beobachtet. Das Phänomen ist auf den Philippinen als „Banaag“ bekannt ist und wird häufig als Vorzeichen zunehmender magmatischer Aktivität angesehen. Es könnten stärkere Eruptionen drohen die auch rotglühende Tephra fördern.

Kanlaon. © PHIVOLCS

Wie das Philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie am Morgen des 11. Mai mitteilte, beobachteten Mitarbeiter des Kanlaon Volcano Observatory am Vorabend gegen 19 Uhr ein deutlich sichtbares Glühen am Gipfelkrater, das Gaswolken anleuchtete. Bereits seit November 2024 registrierten Infrarotkameras wiederholt überhitzte Gasemissionen, die jedoch bislang für das menschliche Auge unsichtbar geblieben waren. Seit Mitte April 2026 hat sich diese Aktivität merklich verstärkt.

Nur wenige Stunden nach der Beobachtung des Kraterglühens meldete das VAAC Tokio eine weitere Ascheemission. Laut einer VONA-Warnung ereignete sich am 10. Mai um 19:51 UTC (03:51 Uhr Ortszeit am 11. Mai) eine Eruption, bei der eine Aschewolke bis auf gut drei Kilometer Höhe aufstieg. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 bestätigten die Emission.

Die jüngste Entwicklung reiht sich in eine Phase anhaltender vulkanischer Unruhe ein, die bereits seit Monaten anhält. Seit dem moderat explosiven Ausbruch vom 15. März produziert der Kanlaon wiederholt schwache bis mäßige Ascheemissionen, die umliegende Gemeinden zeitweise mit Ascheregen belasteten. Trotz dieser anhaltenden Aktivität blieben zentrale Überwachungsparameter bislang vergleichsweise stabil. Phivolcs registriert weiterhin durchschnittlich sechs vulkanotektonische Erdbeben pro Tag. Die Schwefeldioxid-Emissionen lagen zuletzt bei durchschnittlich 1.600 Tonnen täglich und stiegen in der vergangenen Woche auf 2.382 Tonnen an. Die Schwefeldioxidemissionen zeigen, das Magma nahe der Oberfläche steht und entgast.

Messungen der Bodenverformung deuten zudem weiterhin auf eine langsame Aufblähung des Vulkangebäudes hin. Dieser Prozess hält bereits seit 2022 an.

Vor diesem Hintergrund erhält das neu beobachtete Kraterglühen besondere Bedeutung. Sollte es anhalten oder sich verstärken, könnte dies laut PHILVOLCS bedeuten, dass Magma hoch im Förderschlot aufgestiegen ist. Bei weiterer Aktivitätssteigerung wäre eine Anhebung der derzeit geltenden Alarmstufe 2 auf Stufe 3 möglich. Die Behörden halten vorläufig noch an der vier Kilometer umfassenden Gefahrenzone fest und bereiten sich auf eine mögliche Verschärfung der Lage vor.