Langila zeigt erneut Ascheeruption und starke Wärmeanomalie – Lavastrom auf der Westflanke
Der auf der Insel New Britain in Papua-Neuguinea gelegene Vulkan Langila bleibt weiterhin aktiv. Aktuelle Beobachtungen der Satelliten-Fernerkundung deuten auf eine erneute explosive Aktivität mit Ascheausstoß sowie eine ausgeprägte thermische Anomalie hin. Satellitendaten des MIROVA-Überwachungssystems registrierten eine starke Wärmestrahlung von 277 Megawatt (MW) Leistung – ein Wert, der auf an der Oberfläche fließender Lava hindeutet.
Eine aktuelle Sentinel-Satellitenaufnahme bestätigt die thermische Anomalie und zeigt darüber hinaus, dass sie von einem Lavastrom stammt, der von einem westlich gelegenen Krater des Komplexvulkans fließt. Der Lavastrom fließt Richtung Norden und kreiert auf ca. 1,2 Kilometern Länge ein neues Lavafeld. Auf dem Satellitenfoto lässt sich ein heißer Lavastrom nicht unbedingt von einem alten unterscheiden, doch die frische Lava lässt sich im Infrarotspektrum visualisieren. Die effusive Eruption hat Mitte Juli angefangen.
Neben der thermischen Aktivität wurde heute wieder eine Aschewolke detektiert, die vom Langila aus aufstieg und laut VAAC Darwin eine Höhe von 2100 m (FL 070) erreichte und nach Norden driftete.
Der Langila gehört zu den aktivsten Vulkanen Papua-Neuguineas. Er liegt auf der Gazelle-Halbinsel im Norden von New Britain und besteht aus einem komplexen Vulkangebäude mit 4 Kratern, von denen nur der höchste einen Namen zu haben scheint und Munlulu genannt wird. Der Vulkan ist Teil des pazifischen Inselbogens, der durch die Subduktion der Pazifischen Platte unter die Australische Platte geprägt wird. Diese tektonische Situation erzeugt ein stark gasreiches Magma, das sowohl explosive Ascheeruptionen als auch das Ausfließen von basaltisch-andesitischer Lava ermöglicht.
Die Kombination aus Ascheausstoß, hoher Wärmestrahlung und einem neuen Lavastrom zeigt, dass sich das Eruptionsgeschehen derzeit auf einem erhöhten Niveau befindet. Eine Ausweitung der Aktivität könnte zu stärkeren Ascheemissionen oder weiteren Lavaeffusionen führen. Für die lokale Bevölkerung und den Flugverkehr bleibt der Vulkan daher weiterhin von Bedeutung, insbesondere wegen der möglichen Bildung höher reichender Aschewolken.
