Anhaltende Eruptionen mit hoher seismischer Aktivität am Vulkan Ibu auf Halmahera
Der indonesische Vulkan Ibu liegt auf der Insel Halmahera und zeichnet sich durch eine anhaltend hohe Daueraktivität aus, die auch am Sonntag zahlreiche Eruptionen erzeugte. Von einer schickte mit Vereinsmitglied Manfred Meyer ein Foto zu, der heute den Fuß des Vulkans erreichte und von dem lauten Knall einer Eruption begrüßt wurde. Die dabei freigesetzte Aschewolke stieg laut PVMGB-Angaben bis zu 400 m über Kraterhöhe auf und löste eine VONA-Warnung aus.

Da der Stratovulkan 1.325 Meter hoch ist, erreichte die Aschewolke eine Höhe von etwa 1.725 Metern über dem Meeresspiegel. Die Eruptionswolke driftete mit dem Wind in nordöstliche Richtung. Das eruptive Ereignis dauerte 53 Sekunden und wurde mit einer maximalen seismischen Amplitude von 28 Millimetern aufgezeichnet.
Bereits zuvor hatte das Darwin Volcanic Ash Advisory Centre (VAAC) vor Vulkanasche gewarnt. Demnach erreichte die Asche zeitweise eine Höhe von 2.100 Metern und wurde ebenfalls nach Nordosten verfrachtet. Aufgrund dichter meteorologischer Bewölkung ließ sich die Asche auf Satellitenbildern zeitweise nicht eindeutig identifizieren.
Die seismischen Daten des Vortages verdeutlichen die außergewöhnlich hohe Aktivität des Vulkans, der sich in diesem Jahr gemäß offizieller Statistiken bereits für 1200 Explosionen verantwortlich zeigt. Innerhalb von 24 Stunden registrierten die Messstationen 109 Eruptionsbeben. Hinzu kamen 122 flache vulkanische Erdbeben, die auf Magmenbewegungen im oberen Fördersystem hindeuten, sowie 86 niederfrequente Beben, acht harmonische Tremorphasen und zahlreiche tektonische Erschütterungen. Diese Kombination spricht für einen anhaltenden Magmanachschub und ein weiterhin instabiles Fördersystem.
Die Explosionen spiegeln aber nur einen Aspekt der eruptiven Tätigkeit am Mount Ibu wieder. Darüber hinaus ist der Vulkan effusiv tätig und baut an mehreren Lavadomen, die im Krater wachsen. Der größte ragt inzwischen weit über den Kraterrand auf und ist von einigen Punkten auch von unten sichtbar.
Manfred und seine Reisegruppe, die von Andrea Ercolani geleitet wird, der ebenfalls Mitglied der Vulkanologischen Gesellschaft e.V ist – die sich neben der Förderung des Vulkantourismus mittlerweile auch die Förderung der Vulkanfotografie auf die Agenda geschrieben hat –, haben allerdings ein wenig Pech, denn bereits kurz nach der verhängnisvollen Dukono-Eruption im Mai dieses Jahres wurde auch der Aufstieg zum Ibu-Krater generell verboten. Behörden untersagen den Aufenthalt in einem Radius von zwei Kilometern um den Krater. Im nördlichen Sektor, der durch die Öffnung des aktiven Kraters besonders gefährdet ist, gilt eine erweiterte Sperrzone von 3,5 Kilometern. Anwohner werden zudem aufgefordert, bei Ascheregen Atemschutzmasken und Schutzbrillen zu tragen.