Marapi: Vulkanausbruch förderte Aschewolke auf 3500 m

Marapi mit Ascheeruption und steigendem Tremor – wachsende Explosionsgefahr

Der indonesische Vulkan Marapi auf der Insel Sumatra (nicht zu verwechseln mit dem Merapi auf Java, über den ich bereits vormittags berichtete) eruptierte am Nachmittag des hat am 9. Juni eine Aschewolke. Nach Angaben des Darwin Volcanic Ash Advisory Center wurde um 15:19 UTC eine Ascheemission beobachtet, die bis auf 3.350 Meter Höhe aufstieg und vorübergehend eine potenzielle Gefahr für den regionalen Luftverkehr darstellte

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Zum Zeitpunkt der Warnmeldung um 21:50 UTC konnte die Aschewolke auf Satellitenbildern allerdings nicht mehr eindeutig identifiziert werden. Die vorherrschenden Winde in den unteren Atmosphärenschichten wehten mit rund 19 km/h aus westlicher Richtung und hätten die Asche nach Osten verdriften lassen können.

Das indonesische Vulkanologiezentrum PVMBG registrierte die eruptive Phase ebenfalls und attestierte ihr eine Dauer von 162 Sekunden. Darüber hinaus wurden 33 Ausgasungsbeben sowie 72 nicht-harmonische Tremorereignisse aufgezeichnet. Diese Signale deuten auf anhaltende Bewegungen von Gasen und Magma im Fördersystem des Vulkans hin und steigerten sich seit Monatsanfang signifikant. Daher kann es sein, dass sich der Marapi auf eine stärkere Eruptionsphase vorbereitet. Hinweise der Behörden zu Sperrgebiete sollten daher dringendst beachtet werden. Zusätzlich wurden ein lokales tektonisches Erdbeben und drei weiter entfernte tektonische Beben registriert.

Die Sichtbedingungen am Vulkan waren wechselhaft. Der 2.891 Meter hohe Marapi war zeitweise wolkenfrei und gut sichtbar, wurde zwischenzeitlich aber auch von Nebel und Regen verdeckt. Eine kontinuierliche Gasfahne konnte während der Beobachtungsperiode nicht festgestellt werden. Möglicherweise aufgrund der meteorologischen Bedingungen: Die Lufttemperaturen lagen zwischen 17 und knapp 20 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit erreichte nahezu 100 Prozent, was die Kondensation von Dampf erschwert.

Der Marapi zählt zu den aktivsten Vulkanen Sumatras und zeigt seit Jahren eine erhöhte Grundaktivität. Auch wenn die aktuelle Eruption vergleichsweise klein ausfiel, unterstreichen die seismischen Messdaten, dass das Vulkansystem weiterhin aktiv bleibt. Die Behörden beobachten die Entwicklung daher aufmerksam.