Vulkan Merapi generierte pyroklastischen Strom und Schuttlawinen

Anhaltender Vulkanausbruch am Merapi erzeugt Schuttlawinen und pyroklastische Ströme

Gunung Merapi ist weiterhin aktiv und erzeugte gestern zahlreiche Schuttlawinen und einen pyroklastischen Strom. Die Entwicklung des Vulkans, der sich in der Region Yogyakarta in Zentraljava befindet, kann als sehr dynamisch betrachtet werden. Neben den Abgängen werden Hybriderdbeben registriert, die mit Magmenaufstieg in Verbindung stehen.

Das BPPTKG meldete gestern den Abgang eines pyroklastischen Dichtestroms, der eine Reichweite von mehr als 2000 m hatte und sich aus einer großen Schuttlawine heraus entwickelte. Aufnahmen einer Überwachungskamera dokumentierten das Ereignis. Bei pyroklastischen Strömen handelt es sich um die wohl größte Vulkangefahr. Die auch als Glutwolken bezeichneten Phänomene bestehen aus einem Gemisch aus superheißen Gasen, Vulkanasche, gröberer Tephra bis hin zu Blöcken und rasen lawinenartig zu Tal. Dabei können sie deutlich schneller als 100 km/h werden. Eine Flucht vor einem pyroklastischen Strom gelingt nur selten.

Darüber hinaus war die seismische Aktivität der letzten 24 Stunden auffällig. Insgesamt wurden 140 Steinschlag- bzw. Abbruchbeben registriert, begleitet von 66 Hybridbeben, fünf flachen vulkanotektonischen Erschütterungen sowie einem weit entfernten tektonischen Beben. Auch der pyroklastische Strom verursachte ein seismisches Signal. Im gleichen Zeitraum wurden zudem zwei dokumentierte größere Schuttlawinen beobachtet, die in Richtung der Flusstäler Sat/Putih eine maximale Reichweite von etwa 2.000 Metern erreichten.

Für den Zeitraum der ersten 6 Tagesstunden des 10. Juni wurden aus den seismischen Daten bereits 26 Steinschlagbeben sowie 21 Hybridbeben ausgewertet. Innerhalb dieses Intervalls wurden außerdem mindestens elf Schuttlawinen registriert, die sich vor allem in südwestliche Entwässerungstäler bewegten.

Die Behörden halten die Warnstufe weiterhin auf Level III (Siaga). Das BPPTKG warnt, dass eine fortgesetzte Magmazufuhr jederzeit pyroklastische Ströme auslösen kann. Besonders gefährdet sind die südlichen und südwestlichen Sektoren mit Flusssystemen wie Boyong, Bedog, Krasak und Bebeng sowie der südöstliche Bereich um Woro und Gendol.