Mayon: Neue Aschephase am 15. April

Kurze Asche-Exhalationsphase am Mayon beobachtet – Lavaströme bleiben aktiv

Am Morgen des 15. Aprils kam es am philippinischen Vulkan Mayon zu einer Eruption, die um 10:39 UTC begann. Dabei wurde Vulkanasche bis auf etwa 9.000 Fuß (ca. 2.700 Meter) Höhe geschleudert und driftete anschließend in westliche Richtung. Die Aschewolke löste eine VONA-Warnung aus und wurde unter anderem durch Satellitendaten sowie durch PHIVOLCS (philippinische Vulkanüberwachungsbehörde) bestätigt.

Mayon

Parallel dazu setzte sich die effusive Tätigkeit in bekannter Weise fort. Vom Lavadom im Vulkankrater, der über den Rand überquillt, gehen Lavaströme aus, die durch mehrere Schluchten an den Flanken des Vulkans fließen, darunter die Basud- (3,8 km), Bonga- (3,2 km) und Mi-isi-Rinne (1,3 km). Begleitet wurde dies von gelegentlichen, eher schwachen strombolianischen Explosionen sowie kurzen Episoden von Lavafontänen.

Eine dieser Episoden trat in den frühen Morgenstunden um 5:47 Uhr Ortszeit auf. Die Exhalation dauerte gut 1 Minute und erzeugte eine kleine Aschewolke, die gut 100 m über Kraterhöhe aufstieg und vom Wind schnell verdriftet wurde. Am Abend zuvor kam es gegen 21: 43 Uhr zu einer Phase mit schwacher strombolianischer Tätigkeit und Lavaspattering, die mehrere Minuten dauerte. Bei früheren Eruptionen des Mayons gingen diesen Phasen häufig Paroxysmen voraus, die sich diesmal bisher nicht zeigten.

Die höher aufsteigenden Aschewolken werden meines Erachtens weniger von Explosionen erzeugt, sondern von pyroklastischen Strömen, die infolge von Kollapsereignissen an den Lavafronten immer wieder entstehen, in den letzten Wochen aber seltener geworden sind. So wurden gestern nur 2 pyroklastische Ströme gemeldet. Das könnte ein Anzeichen für eine fortgeschrittene Entgasung des Magmas sein, denn der Gasgehalt der Lava innerhalb eines Kollaps ist mitentscheidend, ob bloß eine Schuttlawine oder ein pyroklastischer Strom entsteht.

Die seismische Aktivität blieb erhöht. Innerhalb von 24 Stunden wurden insgesamt 69 vulkanische Erdbeben registriert, darunter 9 Tremorphasen mit einer Dauer von jeweils 5 bis 8 Minuten. Zusätzlich wurden 283 Steinschläge beobachtet. Am Krater war ein mäßig starkes Glühen sichtbar, das mit bloßem Auge erkennbar war.

Die Gasemissionen waren ebenfalls deutlich: Der Schwefeldioxid-Ausstoß lag am 14. April bei rund 1.618 Tonnen pro Tag. Die Eruptionswolke erreichte etwa 500 Meter über dem Krater und zog überwiegend in südwestliche Richtungen ab.

Messungen der Bodenverformung zeigen eine kurzfristige Entleerung (Deflation) des Vulkangebäudes, während an der nordöstlichen Flanke gleichzeitig eine kurzfristige Aufwölbung (Inflation) festgestellt wurde.

Aufgrund der anhaltenden Aktivität wird dringend davon abgeraten, die permanente Gefahrenzone im Umkreis von 6 Kilometern um den Vulkan zu betreten. Es wird vor vielfältigen Vulkangefahren gewarnt.