Rincón de la Vieja erzeugte 28 Eruptionen in zehn Tagen

Rincón de la Vieja steigert Aktivität: 28 Eruptionen in zehn Tagen – Lahare und verfärbte Flüsse sorgen für Besorgnis

Der Vulkan Rincón de la Vieja im Nordwesten Costa Ricas befindet sich seit Anfang Juli in einer Phase deutlich erhöhter Aktivität. Nach Angaben von OVSICORI-UNA wurden seit dem 2. Juli innerhalb von zehn Tagen insgesamt 28 phreatische Eruptionen registriert. Während die meisten Ausbrüche klein blieben, erreichten drei Ereignisse am 7., 11. und 12. Juli eine mittlere Intensität und rückten den Vulkan verstärkt in den Fokus der Wissenschaftler.

Besonders die Eruptionen vom 11. und 12. Juli erzeugten sogenannte eruptive Lahare. Dabei wurden Wasser und Sedimente aus dem Kratersee gedrückt, die über die Nordflanke des Vulkans talwärts strömten. Anhaltende Regenfälle verstärkten diese Schlamm- und Geröllströme zusätzlich, da lockeres vulkanisches Material mobilisiert wurde.

Die Folgen der Aktivität zeigen sich inzwischen auch in den Flüssen Azul und Pénjamo nördlich des Vulkans. Nach starken Niederschlägen färbte eingetragenes vulkanisches Sediment das Wasser milchig grau. Die Verfärbung weist nicht zwangsläufig auf einen großen Lahar hin, zeigt aber, dass große Mengen an Asche, Schlamm und feinem Gesteinsmaterial in die Fließgewässer gespült wurden. Behörden raten deshalb dringend davon ab, das Wasser zum Trinken, Baden oder zur Bewässerung zu nutzen. Auch Vieh und Haustiere sollten von den Flüssen ferngehalten werden.

Die Wissenschaftler beobachten zudem mehrere ungewöhnliche Entwicklungen. Während die seismischen Erschütterungen seit Anfang Juli zurückgingen, nahm die eruptive Aktivität gleichzeitig zu. Zudem wurde eine leichte Aufwölbung des Gipfelbereichs registriert, die auf das Eindringen magmatischer Fluide in flachere Bereiche der Erdkruste hindeuten. Besonders aufmerksam verfolgen die Vulkanologen die Entwicklung der Gasemissionen: Die gemessenen Werte liegen ungewöhnlich niedrig. Dies könnte darauf hindeuten, dass das Fördersystem teilweise verstopft ist und sich magmatische sowie hydrothermale Fluide unter dem Krater aufstauen. Ein solcher Druckaufbau kann plötzliche und energiereiche phreatische Explosionen begünstigen oder sogar zu phreatomagmatische Eruptionen führen.

Für die Gemeinden an der Nordflanke, insbesondere im Gebiet von Upala, bleibt die Lage angespannt. Es wird empfohlen Flussbetten und Bachläufe während der Regenzeit zu meiden, da weitere spontane Eruptionen und durch Niederschläge ausgelöste Lahare jederzeit auftreten können.