Vulkan Mayon intensiviert seinen Vulkanausbruch – Domwachstum, strombolianische Eruptionen und pyroklastische Ströme beobachtet
Der philippinische Vulkan Mayon auf Luzon hat seine Aktivität nach den Vorwarnzeichen der letzten Tage gestern deutlich gesteigert. Die zuständige Vulkanüberwachungsbehörde PHILVOLCS-DOST meldete mehrmals am Tag eine Intensivierung des Domwachstums mit zusätzlicher Speisung der Lavaströme, strombolianische Eruptionen und Kollapse, die pyroklastische Dichteströme auslösten. Außerdem gab es Hunderte Erdbeben, die auf weiteren Magmenaufstieg hindeuten. Laut einer VONA-Warnung erreichte Vulkanasche eine Höhe von gut 4000 m. Die Asche stieg deutlich höher auf, als es in den letzten Monaten der Fall war.
Der Vulkan steigerte seine Aktivität am 191. Tag seiner ununterbrochen anhaltenden, überwiegend effusiven Eruption, die neben dem Lavadom im Gipfelkrater 3 permanente Lavaströme hervorbrachte, die durch Abflussrinnen am Hang fließen und zwischen 2,1 und 3,8 Kilometer lang sind. Dem regelmäßigen Vnet-Leser wird aufgefallen sein, dass der kürzeste Lavastrom im Mi-isi-Kanal in den letzten Tagen um 300 m angewachsen ist und nicht mehr bei 1,8 Kilometern stagniert.
Gestern wurden immer wieder strombolianische Eruptionen am Dom beobachtet. Die letzte Meldung stammt vom Abend des 14. Juli, als Kameras erneut mehrere Phasen intensiver Lavaförderung mit strombolianischen Explosionen dokumentierten. Die Aktivität wurde um 20:09 Uhr, 21:13 Uhr, 22:27 Uhr und 22:48 Uhr Ortszeit aufgezeichnet und bestätigte, dass der Vulkan weiterhin große Mengen Magma an die Oberfläche transportiert.
Neben den Lavaströmen entstehen regelmäßig glühende Steinschläge sowie pyroklastische Dichteströme. Diese heißen Gemische aus Gas, Asche und Gesteinsfragmenten gehören zu den gefährlichsten Begleiterscheinungen einer Eruption. Nachdem es in den letzten Wochen nur noch selten zu Abgängen von Dichteströmen kam, steigerte sich ihre Anzahl gestern auf 10.
Darüber hinaus registrierten Seismometer 398 Steinschlagsignale und 187 vulkanische Erdbeben, darunter 43 vulkanische Tremorphasen mit einer Dauer zwischen fünf und 45 Minuten. Der Schwefeldioxid-Ausstoß lag am 14. Juli bei sehr hohen 9.028 Tonnen pro Tag, was auf eine hohe Magmaförderung schließen lässt.
Über dem Krater stieg eine bis zu 1.200 Meter hohe Asche- und Dampffahne auf, die vom Wind nach Ostnordost und Südsüdost verfrachtet wurde. Messungen der Bodendeformation zeigen zudem eine anhaltende Inflation des Vulkangebäudes, lediglich im Nordostsektor wurde kurzfristig eine leichte Deflation festgestellt. Die Aufblähung gilt als Hinweis darauf, dass sich im Untergrund weiterhin Magma ansammelt.
Die Daten und Beobachtungen sprechen für eine deutliche Intensivierung der Eruption, vergleichbar mit der bisherigen Hochphase der Eruption. Die Alarmstufe bleibt auf Alert Level 3. Das Betreten der sechs Kilometer umfassenden permanenten Gefahrenzone ist weiterhin strikt untersagt.