Starke Eruptionen am Shiveluch verteilen Aschewolken bis zu 1500 km weit – neue Eruption fördert Asche auf 12 Kilometer Höhe
Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka hat der Vulkan Shiveluch am Dienstag weitere kräftige explosive Eruptionen erzeugt. Nach Angaben des Kamchatkan Volcanic Eruption Response Teams (KVERT) begann der Ausbruch gegen 05:30 UTC und dauerte etwa zwei Stunden. Dabei wurde Vulkanasche bis in eine Höhe von 10,5 Kilometern über dem Meeresspiegel geschleudert. Aufgrund der intensiven Aktivität wurde der Luftfahrt-Farbcode von Orange auf Rot angehoben, der Flugverkehr über dem Nordpazifik ist gefährdet.

Satellitenaufnahmen des Wettersatelliten Himawari-9 registrierten die Eruptionswolke bereits wenige Minuten nach Beginn der Explosionen. Das Tokyo Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) meldete eine ausgedehnte Aschewolke, die sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 75 Kilometern pro Stunde in südöstlicher Richtung bewegte. Zeitweise erreichte die Wolke Flughöhen bis FL400, entsprechend mehr als 12 Kilometern Höhe. Prognosen zufolge sollte sich die Asche in den folgenden Stunden über weite Bereiche des Nordpazifiks ausbreiten.
Auf der Karte zur VONA-Warnung erkennt man die Ausbreitung der Aschewolke über der Bering-See, die über weite Teile der Aleuten in Richtung Alaska zog.
Der Shiveluch zählt zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen Kamtschatkas. Seine derzeitige Aktivitätsphase wird als explosive-extrusive Eruption charakterisiert. Während zähflüssige Lava im Gipfelbereich einen neuen Lavablock aufbaut, sorgen aufsteigende Gase und der Einsturz instabiler Domstrukturen regelmäßig für heftige Explosionen.
Diese Explosionen sorgten in den vergangenen Wochen wiederholt für die weiträumige Ausbreitung von Vulkanaschewolken. Besonders zwischen dem 3. und 9. Juli wurden mehrere explosive Ereignisse registriert, bei denen Aschewolken Höhen von bis zu 12 Kilometern erreichten. Satellitendaten zeigten dabei Aschefahnen, die je nach Windrichtung und Stärke der Winde bis zu 1.500 Kilometer weit transportiert wurden.
Die aktuelle Aktivität hebt das hohe Gefahrenpotenzial des Vulkans hervor. KVERT warnt, dass jederzeit weitere Explosionen auftreten können, die Asche bis in Höhen von 12 Kilometern fördern. Für den internationalen Flugverkehr über dem Nordpazifik stellen solche Eruptionen eine erhebliche Gefahr dar, da Vulkanasche Triebwerke beschädigen und die Sicht beeinträchtigen kann.