Shiveluch eruptiert Aschewolken am 5. Februar

Shiveluch stößt Aschewolken bis auf 8500 Meter Höhe aus – vier VONA-Warnungen seit gestern

Das VAAC Tokio veröffentlichte heute bereits drei VONA-Warnungen zum Vulkan Shiveluch, wonach der Vulkan auf der russischen Halbinsel Kamtschatka Aschewolken ausstößt, die bis in eine Höhe von 8 500 Metern aufsteigen und in nordwestlicher Richtung driften. Bereits am Vortag wurde eine vergleichbare Ascheemission gemeldet. Damit setzt der Vulkan seine Eruptionsserie fort, die nach einer kurzen Phase relativer Ruhe mit nur wenigen registrierten Aschewolken Ende Januar wieder an Intensität gewann.



VONA
VONA

Die jüngste VONA-Meldung wurde am 5. Februar 2026 um 06:00 UTC vom VAAC Tokio ausgegeben. Darin wurden anhaltende Vulkanascheemissionen des 3 283 Meter hohen Vulkans Shiveluch bestätigt. Die Aschewolke wurde um 05:20 UTC satellitengestützt beobachtet und reichte vom Boden bis FL280, was etwa 8 500 Metern Höhe entspricht. Sie driftete mit einer Geschwindigkeit von rund 30 Knoten (etwa 55 km/h) in nordwestlicher Richtung. Damit bewegte sich die Aschewolke im unteren Bereich der für die Luftfahrt kritischen Höhen und stellte eine potenzielle Gefahr für den Flugverkehr dar.

In der Prognose wird erwartet, dass sich die Aschewolke weiter ausdehnt und Höhen von mindestens FL290 erreicht. Sechs Stunden nach der Beobachtung sollte sich die Asche demnach weit nach Westen und Nordwesten ausgebreitet haben.

Nach Angaben der Vulkanologen von KVERT wurde der Alarmstatus für den Flugverkehr kurz nach der jüngsten Eruption auf „Rot“ angehoben, inzwischen jedoch wieder um eine Stufe gesenkt. Berichten zufolge breitete sich die Vulkanasche bis in eine Entfernung von etwa 150 Kilometern aus. Zudem wird darauf hingewiesen, dass jederzeit stärkere Explosionen möglich sind, die Aschewolken bis in Höhen von 12 Kilometern fördern könnten. In diesem Fall würde die Asche deutlich in den für den internationalen Passagierflugverkehr typischen Höhenbereich vordringen.

Die aktuelle Aktivität des Shiveluch ist weiterhin durch Domwachstum im jungen Teil des Vulkans geprägt. Begleitend treten starke Entgasungen und eine ausgeprägte Wärmeabstrahlung auf, die – ebenso wie die Aschewolken – aus dem Weltraum detektiert werden können. Am Vortag registrierte das MODIS-System eine als moderat eingestufte Wärmeanomalie mit einer Leistung von rund 10 Megawatt. Meist liegt die Wärmestrahlung jedoch im einstelligen Megawattbereich, wie es für Domvulkane typisch ist.

Das Gefüge eines Lavadoms

Shiveluch
Shiveluch-Dom

An Lavadomen tritt nur selten rotglühende Lava an der Oberfläche zutage, da der Dom von unten her wächst und das an der Oberfläche befindliche Material bereits erstarrt und abgekühlt ist. Diese abgekühlte Schicht aus mächtigen Lavablöcken wirkt isolierend und verhindert eine rasche Abkühlung der Schmelze im Inneren. Dabei ist das Innere eines Lavadoms nicht als homogener Schmelzkörper zu verstehen, sondern als ein komplexes Gefüge unterschiedlich geformter Strukturen mit zahlreichen Scherflächen. Viele dieser Strukturen sind äußerlich erstarrt, können jedoch in ihrem Inneren noch plastische und gasreiche Schmelze enthalten. Andesitische bis dazitische Dome wie jener des Shiveluch erreichen in ihrem Kern nahe des Förderschlots Temperaturen von bis zu 900 Grad Celsius, während die Domoberfläche häufig Temperaturen von unter 100 Grad Celsius aufweist. Der Lavadom verschließt den Förderschlot, so dass sich im Fördersystem ein hoher Gasdruck aufbauen kann, der letztendlich zu Explosionen führt.