Erdbeben Mw 6,9 bei den Mariannen am 24.11.23

Starkes Erdbeben MW 6,9 erschüttert pazifische Inselregion des Mariannenbogens

Datum 24.11.2023 | Zeit: 09:05:03 UTC | Lokation: 20.123 ; 145.556  | Tiefe: 10 km | Mw 6,9

Heute Morgen gab es ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,9 bei den Marianneninseln des zirkumpazifischen Feuergürtels. Das Hypozentrum befand sich in nur 10 km Tiefe. Das Epizentrum wurde 546 km nordnordwestlich von Saipan verortet. Saipan ist die größte Insel der Nördlichen Marianen, einem Außengebiet der USA. Somit obliegt auch die seismologische und vulkanologische Überwachung der Region dem USGS. Während die hier veröffentlichten Daten vom EMSC stammen, kam das USGS auf andere Werte zum Erdbeben: Demnach lag die Magnitude bei 7,1 und die Tiefe bei 12,4 km. Trotz der Stärke des Erdbebens und der vergleichsweise geringen Tiefe wurde kein Tsunamialarm gegeben. Berichte über Schäden gibt es auch nicht, da sich der Erdstoß fernab der Zivilisation ereignete. Es wurde auch eine Reihe von Nachbeben detektiert. Von ihnen hatten acht Erschütterungen Magnituden im 5er-Bereich.

Das Erdbeben stand vermutlich mit der Subduktion der pazifischen Platte unter die Mikroplatte der Mariannen entlang des Mariannengrabens in Verbindung. Diese grenzt im Westen an die Philippinenplatte und bildet dort eine divergente Plattengrenze. Das Epizentrum befand sich etwa in der Mitte der Mariannenplatte zwischen den beiden tektonischen Begrenzungen. Und hier kommt mein „vermutlich“ am Anfang dieses Absatzes ins Spiel, denn das Beben manifestierte sich wenige Kilometer östlich der Vulkane Supply Reef (submarin) und Maug Island und könnte auch mit den Vulkanen in Verbindung stehen, obwohl es für ein vulkanisch bedingtes Erdbeben eigentlich zu stark war. Auch der größte Inselvulkan der Mariannen -Agrigan (unterer Kartenrand)- ist nicht weit vom Epizentrum entfernt gelegen.

Generell ist die Inselkette der Mariannen vulkanischen Ursprungs. Die Aktivität der Vulkane könnte durch das Erdbeben beeinflusst werden. Damit eine Eruption ausgelöst wird, müsste es aber bereits einen geladenen Vulkan geben.

Eruption am Ruby Seamount – News vom 19.09.23

Unterwasservulkan Ruby eruptiert bei den Marianneninseln

Ruby Seamount ist ein Unterwasservulkan in der Nähe der Marianneninsel Saipan, die unter amerikanischer Verwaltung steht. Entsprechend werden auch die Vulkane des nördlichen Mariannenbogens vom USGS überwacht. Aus einer Meldung des geologischen Dienstes geht hervor, dass es am 15. September zu einer Eruption des Vulkans Ruby gekommen ist. Es wurden seismoakustische Signale empfangen, die von einer Unterwasserexplosion stammten. Später entdeckten die Forscher auf Satellitenbildern Wasserverfärbungen, die von einer submarinen Eruptionswolke stammten. Die Eruptionswolke durchbrach aber nicht die Wasseroberfläche. Wann genau der Vulkanausbruch begann und wie lange er dauerte, lässt sich aus der Analyse der geophysikalischen Daten nicht genau ableiten. Fest steht, dass die ersten Explosionsgeräusche am 15. September um 14:27 ChST (04:27 UTC) aufgezeichnet wurden, während die Wasserverfärbungen bereits am Vorabend entdeckt wurden. Es ist also möglich, dass es zu Anfang der Eruption effusiven Lavaaustritt gab, der still ablief. Die beobachteten Wasserverfärbungen lösten sich am 16. September auf. Seitdem wurde keine Aktivität mehr beobachtet.

Saipan liegt gut 50 km vom Unterwasservulkan entfernt. Die Explosionsgeräusche wurden aber auch von weiter entfernten Stationen aufgefangen. Da die Möglichkeit weiterer Eruptionen besteht, wurde der Alarmstatus auf „gelb“ angehoben. Unterwassereruptionen stellen in erster Linie eine Gefahr für die Schifffahrt dar. Große Gasblasen können die Dichte des Wassers reduzieren und Schiffe dadurch versenken. Es können sich schwimmende Bimssteinteppiche bilden, in denen vor allem kleinere Schiffe stecken bleiben können. Sobald sich der Schlot eines Unterwasservulkans nahe der Oberfläche befindet, können phreatomagmatische Explosionen die Wasseroberfläche durchbrechen und Tephra eruptieren.

Der Krater des Ruby befindet sich gut 230 m unter der Wasseroberfläche und liegt noch ein bisschen zu tief, als dass man mit Explosionen rechnen müsste, die dei Wasseroberfläche durchbrechen. Der Vulkan wurde 1966 durch Sonarsignale entdeckt. Im Jahr 1995 waren Unterwasserexplosionen zu hören. Sie wurden von schwefelhaltigen Gerüchen, sprudelndem Wasser und der Feststellung eines vulkanischen Bebens begleitet. Es kam zu einem Fischsterben.

Die Eruption eines anderen Unterwasservulkans, der zum Beginn der Ausbrüche noch eine kleine Vulkaninsel bildete, könnte dafür mitverantwortlich sein, dass wir derzeit einen Sommer der Klimaextreme erleben. Die Rede ist vom Hunga-Tonga-Ha’apai der zum Jahreswechsel 2021/22 eruptierte. Hierzu gibt es neue Statements von Forschern, auf die ich in einem späteren Bericht genauer eingehen werden.

Erdbeben-News 14.08.23: Marianneninseln

Erdbeben M 6,1 bei den Marianneninseln

Datum 14.08.23 | Zeit: 13:51:59 UTC | 13.408 ; 147.396 | Tiefe: 38 km | Mb 6,1

Heute Nachmittag manifestierte sich bei den Nördlichen Marianneninseln ein Erdbeben der Magnitude 6,1. Das Hypozentrum befand sich in 38 km Tiefe. Das Epizentrum wurde 267 km südöstlich von Saipan lokalisiert. Die Insel Saipan ist ein Außengebiet der USA und wird vom USGS überwacht. Das Erdbeben stand in Verbindung mit der Tiefseerinne des Mariannengrabens, wo sich mit 10900 m unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt der Erde befindet.

Die Tiefseerinne entsteht durch die Subduktion der Pazifischen Platte unter die Philippinische Platte.

Die Pazifische Platte ist eine der größten tektonischen Platten der Erde und bedeckt den größten Teil des Pazifischen Ozeans. Sie erstreckt sich über eine beträchtliche Fläche und bildet die Meereskruste im westlichen Pazifik. Die Philippinische Platte hingegen ist kleiner und liegt östlich der Philippinen. Der Marianengraben liegt zwischen diesen beiden Platten.

An dieser Stelle findet Subduktion statt, was bedeutet, dass die Pazifische Platte unter die Philippinische Platte abtaucht. Die Pazifische Platte wird in den Erdmantel hinabgedrückt und schmilzt in den tieferen Bereichen. Dieser Prozess führt zur Bildung des tiefen Marianengrabens, Vulkanausbrüchen auf den Marianeninseln und auch zu Erdbebenaktivität entlang der Subduktionszone.


Weitere Erdbeben-Meldungen:

Erdbeben M 5,9 bei den Prinz-Edward-Inseln

Datum 14.08.23 | Zeit: 10:39:58 UTC |  -43.497 ; 39.032 | Tiefe: 10 km | Mb 6,1

Im südlichen Pazifik gab es ein Erdbeben der Magnitude 5,9. Das Hypozentrum lag 10 km tief. Das Epizentrum wurde 1514 km südöstlich von East London in Südafrika verortet.


Erdbeben M 4,3 auf Hawaii

Datum 13.08.23 | Zeit: 23:36:28 UTC | -155.284 ; 19.473 | Tiefe: 38 km | Mb 5,9

Auf Big Island Hawaii trug sich letzte Nacht ein Erdbeben der Magnitude 4,3 zu. Der Erdbebenherd befand sich in 25 km Tiefe. Das Epizentrum wurden 6 km west-nordwestlich von der Gipfelcaldera des Vulkans Kilauea detektiert. Die Tiefe des Hypozentrums lässt vermuten, dass der Erdstoß mit Magmenbewegungen in Verbindung stand, die das lokale Spannungsfeld beeinflussten. Anzeichen einer unmittelbar bevorstehenden Eruption gibt es aktuell nicht.